Vivaldi: Freies Tablet geht bald in Produktion

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Vivaldi Tablet

Tablets gibt es Hunderte wenn nicht sogar gefühlt Tausende auf dem Markt, die allesamt um die Gunst der Käufer buhlen. Nur eines ist bei diesen Tablets eher selten der Fall: Wirklich zu 100% frei verfügbare Software als Apps und als Betriebssystem selber. Das störte KDE-Entwickler Aaron Seigo so sehr, dass er kurzerhand sein eigenes Tablet auf Linux-Basis entwickelt.

Das Vivaldi getaufte Tablet soll dabei vieles anders machen als die übliche Konkurrenz im Tablet-Bereich: Denn das Tablet soll komplett auf frei verfügbarer Software basieren, was Treiber und ähnliches mit einschließt. Dazu kommt beispielsweise ein Android-Kernel zum Einsatz, um welchen das auf Qt/Qml und HTML5 basierende Mer herum gebaut wurde. Als Oberfläche wird Plasma Active vom KDE-Projekt eingesetzt, was aufgrund des Hauptentwicklers Aaron Seigo wenig verwundern dürfte. Wie dem auch sei, nach diversen Schwierigkeiten befindet sich das Tablet nun langsam auf der Zielgeraden.

Größtes Problem war Anfangs die Hardware des Vivaldi Tablets, auf welcher das Tablet basieren sollte. Ursprünglich war das Android-Tablet Zenithzinc V71 vorgesehen, jedoch änderte der Hersteller ohne ein Wort die Mainboard-Komponenten, was die Entwicklung des Vivaldi enorm zurück geworfen hat. Daher machten sich Aaron Seigo und seine Partner daran, das PCB selbst zu entwerfen. In Zusammenarbeit mit Rhombus-Tech ist daher nun das PCB mit der Bezeichnung „EOMA-68 CPU Card“ die technische Grundlage, welche auch noch eine willkommene Eigenart besitzt: Prozessor und Speicher können relativ einfach gegen neuere Komponenten ausgetauscht werden.

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Das bringt die Möglichkeit eines Upgrades des Prozessors mit sich: Standardmäßig wird vermutlich ein Allwinner A20 Dualcore zum Einsatz kommen, der somit gegen einen leistungsfähigeren (höchstwahrscheinlich PIN-kompatiblen) Quadcore ausgetauscht werden kann. Bisher sieht die technische Grundlage des Vivaldi Tablets folgendermaßen aus:

  • 7″ Display mit unbekannter Auflösung
  • Cortex A9 Dualcore mit Mali 400 GPU
  • 1 GB RAM
  • 8 GB interner Speicher
  • WLAN b/g, 3G via USB-Stick
  • 1,3 Megapixel Frontkamera
  • MicroSD, 2x USB, MiniHDMI
  • 3.000 mAh Akku
  • 355 Gramm
  • Mer mit Active Plasma des KDE-Projektes

Bisher existiert ein Prototyp mit der neuen Hardware, welches bis auf wenige Kleinigkeiten zufriedenstellend zu laufen scheint. Jedenfalls ist Seigo zuversichtlich, dass die Massenproduktion der ersten Charge demnächst anlaufen kann. Grund für die erneuten Verzögerungen ist unter anderem das Warten auf die freie Treiber-Alternative Lima für den Mali-400 Grafikchip von ARM. Die Grafiktreiber für die Mali-GPU sind die letzten Reste an proprietären Hardware-Treibern gewesen, so Seigo. Jedenfalls befindet sich das 7″ Tablet Vivaldi nun endlich nach vielen Monaten auf der Zielgeraden, was die involvierten Entwickler sicherlich glücklich machen dürfte. Wer nun übrigens Interesse am Vivaldi hat, sollte sich mindestens 200 Euro bei Seite legen: So viel soll das vollkommen freie Tablet bei Markteintritt kosten.

[Quelle: Aaron Seigo | via Computerbase]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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