Was ist eigentlich aus WiFi Direct geworden?

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WiFi Direct ein Standard der von der WiFi Alliance getestet und zertifiziert wird und zum schnellen übertragen von Daten zwischen zwei WLAN tauglichen Endgeräten, ohne Nutzung eines Routers ermöglicht. Also eine direkte WLAN Verbindung zwischen zwei Smartphones. So simple und genial diese Idee auch ist, leider funktioniert sie im tagtäglichen Einsatz nicht annähernd so gut wie sie sollte. Was sollte man beachten und wie kann man es trotzdem nutzen?

Wer schon einmal größere Dateien von einem zum anderen Smartphone transportieren wollte, ist bisher schnell mit Bluetooth an seine Grenzen gestoßen. Gerade Musik oder Videodateien gelten als gern gesehenes Tauschobjekt mit großen Dateivolumen. Wenn man da nicht durch Zufall über ein und dem selben Router und dessen Netzwerk via WLAN verbunden ist, hatte man bis dato schlechte Karten.
Da kam WiFi direct eigentlich genau richtig, denn dieses sollte die direkte Datenübertragung von Bildern, Videos, Musikdateien und Dokumenten ermöglichen.

Was ist WiFi Direct?

WiFi direct erstellt praktisch mit Hilfe unterschiedlicher Protokolle sein eigenes WiFi Netzwerk, indem das Smartphone selber als Access Point fungiert. Genau das funktioniert auch wunderbar solange man den Austausch unter zwei (oder mehr) Geräten, von ein und dem selben Hersteller tätigt.

Bei den vielen Testgeräten der unterschiedlichsten Hersteller die so jeden Tag durch die Redaktion gehen, haben wir schon so einige WiFi-Direct zertifizierte Android Smartphones untereinander testen können.
Zuletzt waren wir mit dem HTC One X+ erfolglos gewesen. Zwar findet das ehemalige HTC Flaggschiff alle Android Smartphones der anderen Hersteller und lässt sich auch mit denen koppeln, doch die Ernüchterung folgt bei dem Empfang oder Versand einer Datei.

Tod durch WiFi Verbindung

Doch den Vogel schießt wohl der Test zwischen dem LG Optimus G und meinem Galaxy Note ab. Auch hier ein erfolgreiches finden und verbinden, doch sobald wir ein Bild an das Samsung Gerät schicken wollten, machte das Galaxy Note einen reproduzierbaren Softreset.
Welchen rein koreanischen Disput man hier auf Softwareebene aus trägt, bleibt wohl ein gut gehütetes Geheimnis der Asiaten.

Standard? Ja oder nein?

Nun stellt sich uns die berechtigte Frage wie denn so etwas trotz WiFi Alliance geprüften und zertifizierten Standard möglich ist? Gerade dieser soll doch gewährleisten das eine Datenübertragung aller Hersteller und Geräte funktioniert.
Ehrlich gesagt sind wir trotz wochenlanger Recherche bei Wikipedia und einschlägigen Foren nicht fündig geworden. Bei einigen Geräten wie dem Nexus 4 von LG und einem Sony Xperia U geht es zum Beispiel ohne Probleme. Auch von getesteten Dateigrößen jenseits der 300MB Größe ist die Rede.
Nun war unser erster Verdacht das die unterschiedlichen Generationen, zu erkennen an dem Buchstaben in der Normkennzeichnung 802.11.x, Schuld für die Hersteller übergreifende Inkompatibilität sind. Aber weit gefehlt, alle Versionen (aktuell 802.11.n) sind abwärtskompatibel.

Streaming via WiFi Direct

So bleibt uns im Grunde nur noch der Verdacht das Hersteller hier bewusst Markentreue fördern wollen. Ganz besonders wird dieser bei dem ab Android 4.2 integriertem Standard Miracast deutlich, der ebenfalls auf Basis von WiFi-Direct Daten auf den Fernseher streamen kann.
Samsung hat hier in Apple Manier (AirPlay) seinen eigenen Standard mit AllShare Cast ins Leben gerufen.
Aber hey, es besteht noch Hoffnung! Denn neben dem Nexus 4 und dem Optimus G von LG, kann auch das Samsung Galaxy S3 sowie das S4 und eine neuere Serie von Samsung Fernsehapparaten den offenen Standard Miracast unterstützen.

Was tun?

Nun aber zurück zu unserem eigentlichen Problem der WiFi-Direct Datenübertragung zwischen 2 Smartphones unterschiedlicher Hersteller.
Hier kann in einigen Fällen die Software von Drittanbietern helfen (vielen Dank an den Leser Michael Diegmann für den Tipp).

SuperBeam ist durchweg mit guten Bewertungen versehen was anderen Apps im PlayStore vorenthalten wurde, sodass wir von einer recht hohen Geräte übergreifenden Funktionalität ausgehen.
Um wirklich sicher zu gehen, würden wir uns freuen wenn ihr uns bei der Erstellung einer Kompatibilitätsliste helft. Wir werden diese im Forum mit eurer Hilfe entsprechend immer aktualisieren, so dass ein jeder immer auf dem neuesten Stand ist. Zumindest so lange bis WiFi-Direct von Hause aus so funktioniert, wie es eigentlich sollte.

LG löst das Problem im übrigen exklusiv für die eigenen Android Smartphones mit der vorinstallierten App FileShare:

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Miracast - Funktion und Adapter - Seite 2 - Android-Hilfe.de

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