Was tun bei „App wurde beendet“? [Android für Anfänger]

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Android für Anfänger

So gut Android auch sein mag, der Absturz von Apps gehört in manchen Situationen zum Alltag. Gerade wenn man etwas Wichtiges erledigen will oder wenn man mitten im Spielgeschehen ist, kann so ein Absturz ärgerlich sein. Da ist natürlich guter Rat teuer. Es sei denn ihr schaut bei uns und der Serie „android für Anfänger“ vorbei. Da ist alles umsonst, denn das Problem kann mit relativ einfachen Mitteln behoben werden.

Da hat man gerade sein Android Smartphone in Betrieb genommen, installiert wieder die ersten Apps aus dem Google Play Store und dann stürzen diese einfach ab. Fehlermeldungen wie „[Appname] wurde beendet“ oder auch „[Appname] reagiert nicht mehr.“ ist den meisten Nutzer eines Android Smartphone oder Android Tablet schon einmal unter gekommen.

Eine allgemeine Anleitung wo denn die Ursache liegt lässt sich auf Anhieb schwer nennen. Meistens liegen die Fehler an den verschiedensten Stellen, die von einer einfachen Inkompatibilität der App mit der aktuell genutzten Android-Version oder dem Gerät selbst reichen, über zu wenig freie Ressourcen bis hin zu einer schlechten Programmierung der App an sich.

Von daher wollen wir euch im nachfolgenden im Rahmen unserer Reihe „Android für Anfänger“ ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie man sein Apps-Problem vielleicht doch wieder in den Griff bekommt.
Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die genannten Methoden keine Garantie zur Lösung des Problems darstellen!

Methode 1: Cache von Apps löschen

Wenn eine der vielen auf dem Android Smartphone installierten Apps abstürzt kann es manchmal schon helfen, wenn man die temporären Dateien der jeweiligen App löscht. Dazu muss man einfach bis einschließlich Android 5.1.1 Lollipop die Einstellungen aufrufen, den Anwendungsmanager – kann je nach Hersteller auch anders bezeichnet sein – den Reiter Installierte Apps öffnen und nun die Probleme machende App.

In der nun erscheinenden Übersichtsseite drückt man einfach auf den Button „Cache leeren“ und schon ist diese Methode erledigt.

Hinweis: Ab Android 6.0 Marshmallow sieht die Sache etwas anders aus. Hier muss man den Menüpunkt Apps öffnen und direkt in die gewünschte App navigieren. Erst ein Klick auf „Speicher“ öffnet die Übersicht zum Löschen von Cache und App-Daten an sich, siehe der vierte Screenshot in der Bilder-Galerie.

Methode 2: App-Daten löschen

Letzteres ist auch die richtige Überleitung zur nächsten Methode. Insbesondere bei einem Update der Android-Version kann es vorkommen, dass eine App nach dem Firmware-Update selbst nicht mehr funktionieren will. Ein Tipp ist daher in solchen Fällen die App-Daten komplett zu löschen. Dazu geht man genauso vor wie wenn man den Cache löschen will, nur dass eben der Button „Daten löschen“ drückt. Damit werden zwar auch mögliche Login-Daten mit gelöscht, aber in vielen Situationen führt das bereits zum gewünschten Erfolg.

Hintergrund ist, dass nicht jede App auch tatsächlich den Wechsel von zum Beispiel Android 4.4 KitKat auf Android 5.0 Lollipop verträgt. Gerade bei System-Apps der Hersteller kann das zu einem größeren Ärgernis kommen – was auch wiederum zum nächsten Punkt führt.

Methode 3: Hintergrund-Apps beenden

Manchmal kann es auch vorkommen, dass die Ressourcen-Verwaltung und das RAM-Management von Android nicht so funktioniert wie es sollte. In diesem Fall muss der RAM beziehungsweise ungewollte Apps im Hintergrund beendet werden. Dies erfolgt ebenfalls wieder über die App-Einstellungen, nur das dieses Mal der Reiter „Aktive Apps“ geöffnet werden muss. Hier sind alle aktiven Apps aufgelistet, die sich bei Bedarf auch manuell beenden lassen.

Aber Achtung: Es sind auch System-Apps mit vorhanden, also im Zweifelsfall lieber die Hände weglassen oder im Netz suchen, wofür eine App überhaupt gebraucht wird.

Anmerkung: Im Normalfall ist eine der vielen Cleaner-Apps wie zum Beispiel das populäre CleanMaster nicht nötig, da Android für gewöhnlich selbst ein ganz gutes Ressourcen-Management besitzt. Das System schafft sich selbst im RAM Platz, wenn dieser benötigt wird.

4: Werkseinstellung

Sicherlich die radikalste Methode von allen, aber auch mit den größten Erfolgsaussichten. Bei dieser Methode ist es dringend geraten, vorher alle wichtigen persönlichen Daten zu sichern, sei es in der Cloud, auf einer eingelegten MicroSD-Speicherkarte, einem USB Stick (wenn kein MicroSD-Slot im Gerät vorhanden ist) oder auf dem Desktop-Rechner. Wie zuvor schon angesprochen ist dies mitunter auch die einzige Möglichkeit, wenn eine System-App vom Hersteller den weiteren Dienst verweigert oder ständig abstürzt.

Es gilt die Faustregel, dass ein frisches und sauberes Betriebssystem ohne irgendwelche Altlasten der letzten Betriebssystem-Version die geringsten Probleme bereitet. Das haben zuletzt vor allem Nutzer zu spüren bekommen, welche von Windows Phone 8.1 auf Windows 10 Mobile gewechselt sind, ob per offiziellem Update oder über das Windows Insider Programm ist dabei unerheblich. Nicht selten konnten etliche Probleme von abgestürzten Apps über Abstürze des Betriebssystems selbst bis hin zu erheblich langsameren Geräten oder unnötig hoher Stromverbrauch damit zur Zufriedenheit der Benutzer behoben werden.

Um einen Werksreset durchzuführen muss man die Einstellungen öffnen, zu den Privatsphäre-Einstellungen scrollen und auf „“ klicken. Die Datensicherung mit dem eigenen Google-Account kann man ruhig aktiviert lassen. Erst auf Nachfrage wird der Werksreset auch durchgeführt, nachdem man noch eine Auflistung der durchzuführenden Operationen und zu löschenden Nutzerkonten bei Online-Diensten zu Gesicht bekommt.

Hinweis: Bei manchen Herstellern wird zusätzlich die Eingabe einer PIN gefordert. Diese lautet entweder auf viermal die 0 oder auf eine Zahl, die im selben Bildschirm angezeigt wird.

Methode 5: App aktualisieren

Eher seltener aber durchaus nicht zu vergessen, ist es ein Update für widerspenstige Apps zu installieren. Im Normalfall sollte die jeweils aktuelle Fassung bereits installiert sein, die über den Google Play Store bezogen wird.

Methode 6: App deinstallieren

Der letzte Weg um abstürzende Apps zur Besinnung zu bringen, ist der Verzicht auf diese. Gerade bei älteren Apps kann es vorkommen, dass diese nicht mehr weiterentwickelt werden, was selbst mehrere Gründe haben kann. Einerseits kann das Projekt aufgrund nicht überwindbarer Hindernisse aufgegeben sein (Rechtliche Konsequenzen, gestrichene API-Schnittstellen, etc.) oder der Entwickler hat von Grund auf neu begonnen und eine verbesserte Version veröffentlicht.

In diesen Fällen hilft es nur noch, die Apps zu deinstallieren.

Für Fortgschrittene und Profis: Cache und Dalvik-/ART-Cache Löschen

Wer ein Custom Recovery wie CWM oder TWRP auf seinem Gerät geflasht hat, kann auch zu einer anderen bekannten und zumeist wirksamen Methode greifen. Einfach das Gerät in das Custom Recovery booten und dort im Wipe-Menü die Partitionen für den allgemeinen Cache sowie den speziellen Cache der Dalvik-/ART-Laufzeitumgebung löschen lassen.

Nachteil davon ist, dass der Dalvik-/ART-Cache neu aufgebaut werden muss, was bei entsprechend vielen Apps durchaus etliche Minuten für einen (erstmaligen) Start braucht.

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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