Wegen angeblich verbotener Handlungen: Ad-Away aus Play Store entfernt

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Google, Android und Bluetooth 4.0

Der Play Store von Google ist die zentrale Anlaufstelle für die meisten Android-Nutzer wenn es darum geht, neue Spiele oder Tools zu installieren. Mit über 800.000 Apps ist der Play Store für solche Anlässe wahrlich mehr als gut genug gefüllt, für jeden Geschmack sollte da etwas zu finden sein. Dabei setzt Google anders als die Konkurrenz auf ein sehr offenes Prinzip der kaum vorhandenen App-Kontrolle.

Jeder App Store dieser Welt, egal für welche Plattform, hat seine vorgegebenen Richtlinien, die von den jeweiligen Entwicklern eingehalten werden müssen. Besonders im iTunes App Store von Apple gelten harte Regeln, wo man manchmal als einfacher Nutzer lediglich mit dem Kopf schütteln kann. Beispielsweise erlaubt Apple nicht das kleinste Stückchen nackter Haut in Apps oder digitalen Zeitschriften, weswegen hin und wieder große deutsche Verlage mit Apple in Konflikt kommen, deren Titelseiten den App-Wächtern von Apple zu erotisch wären. Überahupt wird jede App vor einer eventuellen Veröffentlichung von der App-Redaktion angeschaut, selbst bei Updates wird dieses Prozedere gehandhabt. Ein Umstand, den Google bei Android gänzlich anders angeht.

Denn bei Google werden Apps nicht händisch durch eine Redaktion begutachtet, bevor diese im Play Store online gestellt werden. Man braucht lediglich seine App im Entwickler-Account des Play Store hochladen, die automatisierte Malware-Überprüfung abwarten und schon ist die eigene im Play Store online, so unnütz sie auch sein mag. Nur ganz selten schreitet Google selbst ein und verbannt eine App aus dem Play Store. Meistens dann, wenn eine bestimmte Anzahl an Nutzern eine App als „Unangemessen“ gekennzeichnet hat.

Und genau dieses Schicksal hat nun den beliebten AdBlocker Ad-Away getroffen, der auf gerooteten Android-Geräten die Entfernung von InApp-Werbung ermöglich hat. Dabei mach sich die App eine ganz normale Funktion des System zunutze, indem in der hosts-Datei eine Blacklist mit bekannten IP-Adressen von Werbenetzwerken gefüttert wird. Da es mehrere solcher Apps im Play Store gibt, ist der Schritt und die Begründung von Google alles andere als nachvollziehbar, sodass man fast schon von einer Art Willkür sprechen kann. Unter Bezug auf den Punkt 4.4 der Vereinbarung für den Entwicklervertrieb, hat Google die App dauerhaft aus dem Play Store entfernt. Wer dennoch die App nutzen will, der kann sich Ad-Away im alternativen Open Source App Store F-Droid downloaden. Hier noch der Auszug aus den Richtlinien für Entwickler:

4.4 Verbotene Handlungen.

Sie dürfen im Hinblick auf Android Market keine Handlungen einschließlich der Entwicklung und des Vertriebs von Produkten vornehmen, durch welche Geräte, Server, Netzwerke oder sonstiges Eigentum oder sonstige Dienstleistungen von Dritten beeinträchtigt, gestört oder beschädigt werden oder auf sie in unerlaubter Weise zugegriffen wird. Solche Dritten können u. a. Android-Nutzer, Google oder Betreiber von Mobilfunknetzen sein. Sie dürfen keine Kundeninformationen, die Sie über Android Market erhalten haben, dazu verwenden, Produkte außerhalb von Android Market zu verkaufen oder zu vertreiben.

[Quelle: Ad-Away | Danke für den Tipp, Prolograph]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Pingback: Michaels Tagebuch (Wegen angeblich verbotener Handlungen: Ad-Away aus Play Store entfernt)

  2. Wirklich tragisch. Wenn man das so liest dann denkt man normal eher an Apple als an Google aber man kann sie auch verstehen. Entwickler wollen Geld durch Apps. Keine Werbung –> kein Geld –> keine neuen Apps –> keiner kauft neue Android Geräte.

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