Wegen fehlender Kamera: SiMKo 3 hat angeblich ausgemerkelt

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Wegen fehlender Kamera: SiMKo 3 hat angeblich ausgemerkelt

Passend zur IFA 2013 in Berlin konnte die Deutsche Telekom die Fertigstellung ihres SiMKo 3 bekannt geben, welches wohl eher als Merkelfone bekannt sein dürfte. Immerhin handelt es sich dabei um ein besonders gesichertes Smartphone für Regierungsmitarbeiter, nur fehlt denen etwas an diesem besonderen Smartphone, sodass das Merkelfone bereits ausgemerkelt haben, bevor es überhaupt zu haben ist.

Beim SiMKo 3 handelt es sich im Prinzip um ein ganz normales Galaxy S3 von Samsung, welches die Deutsche Telekom mit einem eigens entwickelten Betriebssystem ausgestattet hat. Das Besondere an diesem System ist die strikte Trennung von privaten und beruflichen Daten, was durch einen eigens entwickelten Kernel in Zusammenarbeit mit der TU Dresden und weiteren Unternehmen aus Dresden sowie Berlin realisiert wird. Und genau das könnte nach Ansicht der Bundesregierung zur Achillesferse werden, nachdem das SiMKo 3 in Regierungsinternen Tests unter die Lupe genommen wurde.

 

SiMKo 3 im Regierungstest

Die Tester der Regierung bemängelten neben einer eher bescheidenen Akkulaufzeit auch den zu geringen RAM, eine fehlende Kamera-Funktion sowie die fehlende Kopplung von WLAN- und Bluetooth-Geräten. Die Deutsche Telekom wehr sich verständlicherweise gegen die Vorwürfe und hat eigentlich bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so Unrecht, wieso das Merkelfone dies nicht können: Für Regierungsmitarbeiter gelten nun mal gänzlich andere Sicherheitsstandards bzw. Hochsicherheitskriterien für die zu verwendenden Geräte als für Smartphones für den einfachen Bundesbürger. Das berichtet der Focus in seiner heute erscheinenden Print-Ausgabe.

Für den erhöhten RAM-Verbrauch ist der erwähnte angepasste Kernel verantwortlich, da das angepasste System deutlich größer sei als das normale Android-System von Samsung für das Galaxy S3. Als Alternative bewarb sich neben der Deutschen Telekom um das nächste Merkelfone der kanadische Konzern Blackberry mit einem Z10 um die Gunst der Projektverantwortlichen. Das Blackberry Z10 setzt jedoch im Gegenzug auf die standardmäßige Software in Kombination mit den Sicherheitsmodulen von SecuSmart, weswegen die beim SiMKo 3 beanstandeten fehlenden Funktionen (WLAN, Bluetooth und die Kamera) beim Z10 verfügbar sind.

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„Wir haben das bessere Paket“

Die Deutsche Telekom äußerte sich gegenüber Heise Online sichtlich verärgert, schließlich handele es sich im Falle des Blackberry Z10 um ein Privatkunden-Gerät mit einer erhöhten Sicherheit und kein maßgeschneidertes Smartphone mit zwei strikt getrennten Betriebssystemen. Weiterhin führte Harald Lindlar, Pressesprecher der Deutschen Telekom, aus, dass die Nutzung von Bluetooth, WLAN und der Kamera mit dem demnächst verfügbaren Update freigeschaltet werden. Lediglich die Freigabe des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warte man noch, bevor das Update zur Verteilung bereitsteht.

Übrigens ist das SiMKo 3 in den Augen der Telekom dennoch der Lösung mit dem Blackberry Z10 deutlich überlegen: Mit der Philosophie der zweit strikt getrennten Betriebssystemen wolle man eine komplette Geräte-Familie aufbauen, die neben dem SiMKo 3 Smartphone zusätzlich ein Tablet und ein Notebook umfassen wird. Das SiMKo 3 Tablet wird auf der morgen beginnenden it-sa in Nürnberg offiziell vorgestellt und genügt wie das SiMKo 3 Smartphone den Vorgaben der Sicherheitsstufe VS-NfD: Verschlusssache – Nur für Dienstgebrauch.

Übrigens ist die lautstarke Monierung der Deutschen Telekom nicht komplett unerwartet, geht es hier schließlich um einen Millionen-schweren Auftrag.

[Quelle: Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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