[Update] Weißes Haus hat keine Hinweise auf Spionage entdecken können

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Anfang letzter Woche ging ein Bericht durch die Schlagzeilen, dass der US-amerikanische Kongress vor der Nutzung chinesischer Mobilfunktechnik warnte. Laut dem Bericht sei der Verdacht der Spionage bei den chinesischen Mobilfunkkonzernen Huawei und ZTE nicht von der Hand zu weisen. Natürlich haben beide Konzerne die Vorwürfe zurück gewiesen

Allerdings ist der Verdacht gerade bei Huawei nicht allzu weit hergeholt gewesen, denn der Firmengründer von Huawei, Ren Zhengfei, ist ein ehemaliger chinesischer Militärangehöriger. Und gerade nach den Ereignissen des 11. September 2001 sind die USA sehr argwöhnisch und nervös, wenn es um derartige Dinge geht. So kam es auch, dass der Sicherheitsausschuss des Repräsentantenhaus des US-Kongresses basierend auf dem Bericht eine dringende Empfehlung aussprach, das US-amerikanische Firmen doch bitte jegliche geschäftliche Beziehungen zu Huawei und ZTE kappen sollten. Kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe kamen allerdings auch erste Zweifel auf, die anscheinend vom Weißen Haus, dem Sitz der US-amerikanischen Regierung aufgegriffen wurden.

Denn das Weiße Haus hat kurzerhand ein Probe-Exemplar eines Huawei-Smartphones untersucht und hat keinerlei Hinweise auf eine Spionage durch die chinesische Regierung entdecken können, so Reuters. Laut zwei Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, gäbe es keinerlei Hinweise für eine aktive Spionage, auch wenn das manche Kreise der Regierung es anders sehen wollen. Damit stünde das Ergebnis im kompletten Gegensatz zu dem Bericht des US-Kongresses. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, Caitlin Hayden, lehnte bisher dazu jegliche Stellungnahmen ab.

Auslöser für die Warnung durch das Repräsentantenhaus sei wohl die mangelnde Kooperation beider chinesischer Konzerne mit dem Ausschuss  gewesen. Unter anderem haben Huawei und ZTE keinerlei Auskünfte über ihre Beziehungen zur chinesischen Regierung gegeben, außerdem wurden mögliche Fälle von Bestechung und Korruption in den Konzernen entdeckt. Des Weiteren wurden beide Konzerne in dem Bericht anscheinend als Bedrohung für das Geistige Eigentum der USA betrachtet, was gerade im Hinblick auf den Patentkrieg für zusätzlichen Unmut sorgen dürfte. Mittlerweile hat die chinesische Regierung dem US-Kongress sogar unterstellt, absichtlich etwas finden zu wollen um zu einem „vorgegeben Ergebnis“ zu kommen. Aus diesem Grund ist noch nicht abzusehen, was für Auswirkungen die Sache auf Huawei und ZTE haben dürfte, zumal dieser Zwischenfall ein weiteres Kapitel in der Rivalität der US-amerikanischen und chinesischen Regierung sein dürfte.

 

Update

Mittlerweile gibt es eine offizielle Stellungnahme von Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses. Demnach habe das Weiße Haus keine Untersuchung eines Gerätes von einem Telekommunikationsausrüster durchgeführt. Hayden bestätigte lediglich, dass Huawei bei der Ausrüstung eines reaktionschnellen Notfallnetzes ausgeschlossen wurde, aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken. Huawei habe dennoch bekräftigt, dass deren Netzwerktechnik absolut sicher seien und man die nationale Sicherheit aller Länder schütze, in denen Hardware von Huawei zum Einsatz kommt.

[Quelle: Reuters | via The Verge]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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