Wie Google zu den Süßspeisen für Android kam

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Wir alle haben unsere kleinen Lieblinge mit Android lieben und hassen gelernt, wobei ersteres überwiegt. Wer sich etwas näher mit Android beschäftigt, wird früher oder später neben der Versionsnummer auch noch den Codenamen auswendig kennen. Immerhin benennt Google Android nach leckeren Süßspeisen. Von Cupcake bis Ice Cream Sandwich geht die Palette, doch was war eigentlich vor Cupcake und wie kam Google zu diesem Schema? Die Antwort gibt es hier.

Google hat erst mit Android 1.5 damit begonnen, jeder neuen Version von Android einen Codenamen von einer Süßspeise zu verpassen. Da Android 1.5 die dritte Ausgabe war, bekam es logischerweise den dritten Buchstaben des Alphabets zugeordnet: Cupcake. Den Rest kennt fast jeder, der sich mit dem Thema Android näher beschäftigt, immerhin lässt sich das besser merken als irgendeine Zahl. Nur fragen sich halt viele: Was ist eigentlich mit Android vor 1.5 Cupcake, wie hießen diese Androidversionen? Dieser Frage sind die Kollegen von AndroidPolice einmal nachgegangen und haben dabei unerwartete Hilfe von drei Google-Mitarbeitern erhalten, die direkt an der Entwicklung von Android beteiligt waren und noch immer sind. Willkommen im Internetzeitalter.

 

Die Anfänge

In einem Blogpost bei Google+ begonnen die Kollegen von AndroidPolice ihre Suche und zu deren Glück schalteten sich die Google-Mitarbeiter Jean-Baptiste Queru (Entwickler im Android Open Source Project, auch JBQ genannt), Dianne Hackborn (Entwicklerin) und Romain Guy (Entwickler für Android) in die Diskussion mit ein. JBQ gab an, dass Android 1.0 einfach keinen internen Codenamen habe und Dianne Hackborn könne sich nicht mehr an den Codenamen erinnern, wenn dann wäre er aber sowas wie „OMG, werden wir das überleben?“ JBQ erzählte gar über Versionen vor Android 1.0:

When I started in Nov 2007, the scheme was around „milestone“ builds, and milestones m3 and m5 ended up being used for preview SDKs. After that, we had weekly builds (e.g. WB13 was the build for the 13th week of 2008), and after that we had test cycles during which we were incorporating external feedback (e.g. TC3 was the third such cycle).

There were no codenames at any time from where I started until the beginning of the work on post-1.0 tasks.

Deutsche Übersetzung:

Als ich November 2007 begann, war das Schema um „Meilensteine“ und die Meilensteine M3 und M5 wurden für das Vorschau-SDK verwendet. Danach hatten wir wöchentliche Builds (z.B. WB13 war der Stand für die 13. Woche in 2008) und danach hatten wir Testkreisläufe, während denen wir das externe Feedback einbauten (z.B. TC3 war der dritte Testkreislauf).

Es gab keine Codenamen zum Zeitpunkt als ich begann, bis wir mit den Arbeiten an den Aufgaben für Versionen nach 1.0 anfingen.

Diese Theorie untermauern auch Blick ein die genannten SDK-Versionen, wo dann Angaben wie m3-rc20a, m3-rc37a und m5-rc14 zu lesen sind. Diese Meilensteine sind alle Vor-1.0-Builds und sehen mal so überhaupt nicht nach der bekannten Oberfläche aus. Der Meilenstein 3 beispielsweise sieht eher dem Blackberry OS ähnlich beispielsweise und Meilenstein 5 hatte gerade mal 4 Apps und keinen App Drawer. Klingt schon etwas ungelenk, so mit m3-rc20a und Co. zu hantieren, oder? Das war auch bei Google bekannt, wie JBQ weiter erzählte.

In early 2009, there was a lot of confusion with the build numbers because people didn’t use the full build numbers, saying „rc30“ without saying whether they were talking about 1.0-rc30 or 1.1-rc30 (and there were many more variants inside Google). That’s when we decided to switch to a new scheme for build numbers, the one that we’re now using. The first build under that scheme might have been CRA29.

That’s when we realized that having C for the third release was a good idea (even though it was really the fourth release as there had actually been two versions of 1.0), and when we decided to pick codenames alphabetically after that.

Deutsche Übersetzung:

Recht früh im Jahr 2009 gab es einiges an Verwirrung mit den Build-Nummern, da die Leute lediglich die Build-Nummern sagten wie rc30 und nicht erwähnten, dass sie über 1.0-rc30 oder 1.1-rc30 sprachen (es gab zudem noch weit mehr Versionen bei Google intern). Das war der Grund warum wir auf ein neues Schema für die Build-Nummern wechseln wollten, anstatt dem das wir bis da verwendeten. Die erste Build-Nummer unter dem neuen Schema hätte CRA29 sein müssen.

Damals merkten wir auch, dass das C für den dritten Release eine gute Idee war (obwohl es eigentlich der vierte Release war, da es von Version 1.0 zwei verschiedene Releases gab) und wir uns dazu entschieden, alphabetisch Codenamen auszusuchen.

 

Süßspeisen bei Google

Dennoch war die vierte Version von Android dann die erste, die wirklich mit dem alphabetischen Buchstaben begann: Android 1.6 Donut. damit ist das Rätsel auch gelöst, warum erst ab Android 1.5 Cupcake Google zu den Süßspeisen als Codenamen überging. Vereinzelt sind jedoch in den unendlichen Weiten des Internets für Version 1.0 und 1.1 Codenamen zu finden, die tatsächlich mal verwendet wurden. Allerdings tauchten diese nur intern für Meilensteine auf, bei denen ein Roboter-Thema verwendet werden sollte.

Astro Boy and Bender were definitely code names that were tagged on some milestones with plans for using a robot theme, but these may have been pre-1.0 milestones, or plans-that-changed for after 1.0.

Deutsche Übersetzung:

Astro Boy und Bender sind wirklich Codenamen gewesen, die mit einigen Meilensteine verbunden waren, bei denen ein Roboter-Thema eingeplant war aber diese waren möglicherweise noch vor den 1.0-Meilensteinen oder veränderten Plänen nach der Zeit von 1.0.

Dianne Hackborn konnte da sogar noch etwas genauer werden:

The early code name was Astro Boy, not Astro.  The plan was to use code names that were fictional robots, and we were going to do them in alphabetical order.  As things went on, plans changed, and those milestones were modified, and at some point we ended up with 1.1 being Petit Four because our PM liked tasty treats.  We then went with that, but went back to doing them in alphabetical order.

Deutsche Übersetzung:

Die frühe Codename war Astro Boy, nicht Astro. Eigentlich war geplant, fiktive Roboter als Codenamen zu verwenden und das in alphabetischer Reihenfolge. Als die Dinge fortschritten, änderten sich auch die Pläne. Die Meilensteine wurden verändert und wir gelangten an einen Punkt, wo Android 1.1 zu Petit Four wurde, da unser Projektmanager Leckereien mochte. Wir verwendeten das dann auch, gingen dann aber zurück, um sie in der alphabetischen Reihenfolge zu verwenden.

Astro Boy und Bender sind also doch keine Hirngespinste gewesen, wenn auch nur intern bei Google verwendet. Möglicherweise waren sie sogar einer der ersten Screenshots von Android, wer weiß? Nun wissen wir, wie Google zu den (amerikanischen!) Süßspeisen als Codenamen für jeden neuen Android-Release gekommen ist. Der Vollständigkeit halber deswegen hier noch die (aktuelle) Liste aller Androidversionen:

 

Der Blick in die Zukunft

Und wie es weiter geht? Dazu hat sich Google bisher bedeckt gehalten, allerdings geht in der Gerüchteküche für Android 4.2/5.0 der Codename Key Lime Pie umher, was laut Wikipedia ein Limettenkuchen aus „Limettensaft, Eigelb und Kondensmilch auf einem Tortenboden“ ist. Aber es gibt noch eine andere, etwas ungewöhnlichere Theorie. Laut dieser Theorie hat Google beim Easter Egg für Jelly Bean einen Hinweis auf die nächste Iteration von Android eingebaut. Schiebt man alle Jelly Beans im Easter Egg weg, erscheint eine Zuckerstange, auf Englisch Candy Cane. Manche meinen bereits, dass Google die Schreibweise kurzerhand zu Kandy Cane oder Kandy Kane ändert, um im alphabetischen Rhythmus zu bleiben.

Was denkt ihr eigentlich, was die nächste größere Androidversion werden wird? 4.2, 5.0? Key Lime Pie, Kandy Kane oder gar was ganz anderes, von dem wir bisher noch nichts auf dem Schirm haben? Postet eure Meinung in den Kommentaren, mal sehen was wir so an kreativen Namen zusammen bekommen. Einzige Voraussetzung: Es muss eine Süßspeise auf Englisch sein.

[Quelle: AndroidPolice]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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