Wie ist das jetzt genau mit Nokia?

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Nokia und die Rückkehr ins Endkundengeschäft

Mehr als eine Dekade lang war Nokia das führende Unternehmen der Mobilfunkbranche, an welchem sich nahezu jeder Konkurrent messen lassen musste. Die Zeiten haben sich stark verändert und der finnische Konzern hat seine Kronjuwelen an Microsoft verkauft. Das beinhaltet auch die Namensrechte und dennoch kommt ein Tablet als Nokia auf den Markt. Dürfen die Finnen das überhaupt?

Es war eine der größten Sensationen der Smartphone-Branche seit langem, als der finnische Konzern Nokia Anfang 2011 verkündete, in Zukunft nur noch Windows Phone als Betriebssystem seiner Mobilfunkgeräte verwenden zu wollen. Was von vielen als der endgültige Tod des einstigen Branchenführers bedeutete, war für Microsoft wiederum die ganz große Chance selbst wieder Fuß zu fassen im Smartphone-Geschäft. Die Lumia-Smartphones sind indes auch alles andere als schlecht gewesen, nur hatten sich viele lieber Android als OS gewünscht.

Der Anfang vom Ende

Das mit Steven Elop ein ehemaliger Microsoft-Manager den Posten als CEO von Nokia einnahm, sahen viele Beobachter der Branche schon als erstes böses Omen. Anfang September letzten Jahres sollten sie schließlich Recht behalten: Microsoft kaufte die gesamte Smartphone-Sparte von Nokia für die Summe von 5,44 Milliarden US-Dollar (zum Beitrag). Das Ende des europäischen Vorzeige-Konzerns der Mobilfunkindustrie wurde damit eingeläutet und hat Ende April diesen Jahres mit der kompletten Übernahme seinen Abschluss gefunden.

Neben der Abteilung zur Planung und Entwicklung der Smartphone-Hardware und allem was dazu gehört, sind auch die Rechte am Markennamen Nokia sowie Lumia Bestandteil der Übernahme gewesen. Konkret darf der finnische Restkonzern keine neuen Hardware-Produkte mehr auf den Markt bringen, die unter dem Namen „Nokia“ verkauft werden und das bis 2023. Umso überraschender ist da das Nokia N1 getaufte Tablet Anfang der Woche gewesen (zum Beitrag).

Nokia N1 und die Sache der Markenrechte

Natürlich denkt man zuerst, dass das Nokia N1 doch eigentlich nicht als „Nokia“ auf den Markt gebracht werden dürfe, eben wegen der Lizenz-rechtlichen Sache mit Microsoft. Was bei dem ganzen vermeintlichen Durcheinander ein wenig untergegangen ist sind ein paar Dinge, die sich zum einen bestätigt und zum anderen auch nicht bestätigt haben. Das wären zum Beispiel die Behauptung, dass Nokia nicht mehr ins Hardware-Geschäft zurückkehrt (zum Beitrag), oder das sich die Finnen mit einem Android-Flaggschiff zurückmelden würden. Letzteres kann man aufgrund der technischen Basis dem Nokia N1 jedoch nicht abstreiten.

Grund dafür ist ein kleines aber feines Detail: Die Sache mit den Namensrechten gilt nur für Smartphones! Technische Produkte anderer Geräteklassen dürfen die Finnen nach wie vor unter der weltweit bekannten und nach wie vor respektierten Marke „Nokia“ auf den Markt bringen und eben das ist mit dem Nokia N1 der Fall. Ob der Konzern mit Sitz in Espoo allerdings an alte Erfolge aus Handyzeiten anknüpfen kann ist eine gänzlich andere Frage. Mit der Hardware und einem fast puren Android 5.0 Lollipop sind die Voraussetzungen jedenfalls zum Großteil gegeben, dass Nokia wieder eine gewichtige Rolle spielen kann.

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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