Windows 10: Das Smartphone wird zur Schlüsselfigur

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Mit dem kommenden Betriebssystem Windows 10 will Microsoft die einzelnen Hardware-Plattformen so nah wie noch nie zusammenwachsen lassen. Ein ambitioniertes Ziel, wofür es in der Führungsetage des Konzerns einige personelle Veränderungen gibt, aber dennoch hat Microsoft noch einiges an Arbeit vor sich. Vor allem der Smartphone-Bereich wird hierbei eine zentrale Rolle spielen.

Als Satya Nadella zum neuen CEO von Microsoft ernannt wurde (zum Beitrag), hat sich der Manager auf die Bühne gestellt und dem Konzern einen neuen Leitspruch verpasst. „Mobile First, Cloud First“ soll künftig das Tun und Handeln bestimmen und mit Windows 10 wird diese Vision richtig deutlich. Denn das ab 29. Juli zu habende Betriebssystem Windows 10 wird auf einer Vielzahl an Geräten laufen und auch noch den nahtlosen Übergang zwischen diesen Plattformen ermöglichen.

Microsoft baut um

Dennoch wird es ein schweres Stück Arbeit diese Vision zu verwirklichen und das hat einen Grund: Im Smartphone-Markt hat Microsoft mit Windows Phone gerade mal einen Marktanteil von 2,5 Prozent laut Garnter. Ob Windows 10 Mobile die Sache erheblich ändern kann ist schwer zu sagen, aber so oder so ist das die größte Baustelle für Microsoft. Da das Smartphone mittlerweile bei den meisten eine immens wichtige Rolle spielt, muss sich der Konzern ganz besonders auf diesen Markt konzentrieren.

Wie wichtig Smartphones für Microsoft und Windows 10 sind, zeigt daher die Umstrukturierung des Managements und der Zuständigkeiten. Stephen Elop, der bisherige Leiter der Geräte-Sparte seit der Übernahme von Nokia, markiert dabei die größte Veränderung. Einerseits hat der Manager seinen Posten räumen müssen und andererseits wird seine Sparte nun ein Teil der Operating Systems-Gruppe, welche von Terry Myerson geleitet wird.

Neue Smartphones mit Windows 10

Myerson wird daher nun zusätzlich die Aufgabe zuteil, Windows 10 Mobile bei den Konsumenten beliebter zu machen, damit diese mehr Geräte kaufen. Dabei ist das größte Problem nicht unbedingt in der Hand von Microsoft: Es gibt nach wie vor nicht einmal annähernd so viele Apps wie bei der Konkurrenz, auch wenn die beliebtesten Apps wie Facebook, Twitter oder WhatsApp vorhanden sind. Dennoch fehlen zahlreiche Apps wie zum Beispiel von Google, wobei es auch einige wirklich gute Alternativen gibt. Dennoch wird auch Windows 10 Mobile zumindest am Anfang an einer mangelnden App-Vielfalt zu knabbern haben.

Ob die theoretisch sehr einfache Konvertierung einer Android- respektive iOS-App – für die Windows 10 Mobile Plattform (zum Beitrag) allerdings eine signifikante Auswirkung im positiven Sinne hat, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Zumindest hat Microsoft mit der Zusammenlegung zweier Sparten und deren Management den ersten Schritt in die richtige Richtung für seine Ziele des Geräte-unabhängigen Windows-Ökosystems getan, wie Analyst Chris Hazelton von 451 Research bemerkt:

„Wenn man zwischen der Integration von Software und Geräte spricht, dann muss man auch das Personal integrieren. Das gibt einem die volle Integration die Microsoft will.“

Da Microsoft genau diesen Schritt nun umsetzt, bleibt nur noch eines übrig und das ist ein echtes Flaggschiff für Windows 10 Mobile. Seit dem Nokia Lumia 1020 hat der Markt für Windows Phone kein so heraus stechendes Flaggschiff mehr gesehen, welches nicht nur hoch performant ist, sondern auch dieses Haben-will in den Köpfen der potentiellen Kunden auslöst. Nur preiswerte Geräte werden auch Windows 10 Mobile auf Dauer nicht gut tun, weil das Image auf eine Einsteiger-Plattform gedrängt wird.

Wenn man wirklich quasi nahtlos in seinem Workflow und den genutzten Apps zwischen einem PC, Notebook, Tablet und einem Smartphone hin und her wechseln kann, dann hat Microsoft seinen Anspruch mit Windows 10 erreicht: Eine Software-Plattform und Ökosystem zu kreieren, bei welchem das genutzte Gerät nur noch sekundär ist. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

[Quelle: CNET]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Paulaul schreibt:

    Klasse Kommentar und gute Einschätzung. Besitze selbst das 1020 und teile die Meinung – vor allen Dingen dass neue Flaggschiffe her müssen. Freut mich dass Windows Phone auch im überlegen Android Lager wahr genommen wird. Vielleicht bringt es ja auch für Android Nutzer Vorteile. Konkurrenz (wenn sie zu ernsten wird) belebt ja das Geschäft.

  2. Sascha schreibt:

    Wirklich guter Artikel, ich muss zugeben dass ich sowas nicht auf einer Android Liebhaber Seite erwartet hätte. Ich bin selbst vor gut einem Jahr auf WP umgestiegen und betreute es nicht. Klar gibt es sicherlich Apps die fehlen aber das sind dann meist recht spezielle finde ich. Leider sind halt auch ein paar große Namen dabei aber die App Lücke ist nicht so dramatisch wie immer beschrieben. Mir hat bisher noch keine gefehlt. Sollte es MS schaffen mit Windows 10 die Geräte alle unter einen Hut zu bringen was Apps, Programme und Bedienung betrifft wäre das wirklich der grosse Wurf. Das die Smartphones integraler Bestandteil dieser Strategie sein müssen hast man in Redmond wohl erkannt. Daher bin ich sicher da MS ein neues Flaggschiff herausbringen wird und ich denke es wird nicht nur eines.

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