Apple Keynote: Das neue MacBook und die Apple Watch

Unter dem Motto „Spring foward“ hat Apple heute in das Yerba Buena Center for the Arts eingeladen und die Apple Watch erneut vorgestellt. Aber nicht nur die erste Smartwatch von und mit Apple war Thema des Abends. Auch das neue MacBook und diverse Apple-Dienste kamen zu ihrem kleinen und wichtigen Auftritt.

Das Highlight des Abends ist ohne Zweifel das neue MacBook, welches ein unglaublich flaches Design besitzt. Da erscheint selbst ein Ultrabook als dick und die sind es nun wahrlich nicht. Laut Marketing-Chef Phil Schiller ist das neue MacBook gerade mal 13,1 mm flach an der dicksten Stelle und das Gehäuse komplett aus Aluminium gefertigt. Dennoch wiegt es lediglich 900 Gramm. Gegenüber dem Vorgänger ist das neue Notebook nochmals 23 Prozent flacher geworden und verzichtet dennoch nicht auf eine vollwertige Tastatur.

MacBook Air Retina

 

MacBook als neue Notebook-Messlatte

Deren Tasten sind übrigens mit einem neuartigen „Butterfly“-Mechanismus versehen, sodass die Tasten präziser als bisher funktionieren. Außerdem ist jede einzelne Taste separat mit einer grünen LED als Hintergrundbeleuchtung versehen. Wie in den vielen Gerüchten zuvor vermutet, ist das Display 12 Zoll groß in der Diagonalen und bietet die scharfe Auflösung von 2.304 x 1.440 Pixel. Retina halt, wie man es von Apple gewohnt ist. Natürlich hat man auch an den Energieverbrauch gedacht, weswegen das neue Panel Stromsparender arbeitet als die bisherigen Panels.

Als ein kleines Highlight kann man das Trackpad betrachten, welches über diverse Kraft-Sensoren verfügt und sich dadurch an jeder Stelle gleich stark drücken lässt. Man kann den Widerstand laut Apple sogar manuell den eigenen Vorlieben nach einstellen, was gänzlich neue Möglichkeiten bei der Bedienung erlauben dürfte. Zusätzlich unterstützt es auch noch taktiles Feedback, was viele Käufer freuen dürfte. Apple nennt diese Technologie Force Touch.

Unter der Haube des neuen MacBook arbeitet ein Intel Core M mit bis zu 1,9 GHz Leistung in der Spitze und einem Energieverbrauch von maximal 5 Watt. Dadurch kann Apple auf einen aktiven Lüfter verzichten und das Notebook vollkommen passiv kühlen. Da die Ingenieure die Hauptplatine signifikant verkleinern konnten, wird der restliche Platz vom Akku ausgenutzt und ermöglicht bis zu 9 Stunden Dauersurfen im Web.

 

Eine weitere Sache die schon früh spekuliert wurde, hat sich ebenfalls bewahrheitet: Apple setzt bei seinem MacBook als erster Hersteller auf den neuen Standard USB Typ-C (zum Beitrag). Somit erfüllt ein Anschluss gleich Aufgaben früherer Geräte. Das Notebook selbst wird es übrigens in den Farben Silber, Grau und Gold geben, passend zum iPhone und iPad wenn man so will. Verkauft wird das neue MacBook ab April 1.299 US-Dollar mit 8 GB RAM, 256 GB SSD und einem 1,1 GHz schnellen Intel Core M. Das Top-Modell wird 1.599 US-Dollar kosten und bietet eine 512 GB SSD und einen schnelleren Prozessor.

Nebenbei erhalten auch die MacBook Pro und MacBook Air Modelle ein kleines Hardware-Upgrade mit schnellerem Speicher und neuen Prozessoren.

Die finale Apple Watch

Das zweite Highlight des Abends ist natürlich die Apple Watch, welche bereits zur September-Keynote mit dem iPhone 6 erstmals vorgestellt wurde. Insofern sind die Tracking-Funktionen für Fitness, das Annehmen oder Ablehnen von Anrufen und diverse Watchfaces bekannt. Neu ist, dass die Uhr ihren Träger automatisch daran erinnert, wenn dieser sich zu wenig bewegt. Trotzdem scheint die Apple Watch wirklich länger durchzuhalten als es noch kurz nach der ersten Präsentation vermutet wurde. So rennt das Fitness-Modell Christy Turlington Burns unter anderem ganze Marathons mit der smarten Uhr. Über ihre persönlichen Erfahrungen wird sie übrigens auf Apple.com in einem kleinen Blog berichten. Vielleicht für den ein oder anderen durchaus interessant.

 

Apple Watch

Das die Apple Watch den Bezahldienst Apple Pay unterstützen wird war bereits bekannt, welcher sich per Doppeldruck durch die längliche Taste auf der rechten Gehäuse-Seite starten lässt. Ebenso ist die virtuelle Sprachassistentin Siri mit auf der Uhr. Gestartet wird sie mit einem Druck auf die digitale Krone oder per Sprachkommando „Hey Siri“. Text – wie im demonstrierten WeChat – wird per Spracheingabe eingegeben und nicht über eine kleine Mini-Tastatur. Die Verbindung zum iPhone erfolgt bei der Apple Watch sowohl über Bluetooth als auch WLAN. Das Touch-Display unterstütz außerdem die neue Force Touch getaufte Technologie, welche verschieden starke Berührungen erkennt und entsprechend reagiert.

Apple Watch

 

 

In Sachen Funktionen bietet die Apple Watch ortsbasierte Ereignisse an. Zum Beispiel erkennt die Smartwatch, wenn man sich am Flughafen befindet und zeigt automatisch ein gebuchtes Flugticket für das Boarding an. Das klappt sogar bei Hotels und hier kommt eine weitere Besonderheit zum Vorschein: In einigen Hotels kann man die Apple Watch als Zimmerschlüssel nutzen. Die Smartwatch besitzt zudem Unterstützung für Apple HomeKit, was die Steuerung diverser Dinge in den eigenen vier Wänden erlaubt. Als Beispiel wurde ein Lebenspartner genannt, welcher seinen Schlüssel zu Hause vergessen hat, und welchem man einfach über die Apple-Uhr die Tür aufmachen kann.

Nur eine Sache ist wirklich enttäuschend: Die Apple Watch muss jeden Abend an die Steckdose. Die große Revolution in diesem Bereich bleibt zumindest aus, was sich in den letzten Wochen und Monaten bereits angedeutet hatte (zum Beitrag). Verfügbar ist die Apple Watch in verschiedenen Farben (Weiß, Schwarz, Blau, Grün, Rot) und mit Armbändern aus Kunststoff oder Metall. Übrigens soll die verwendete Aluminium-Legierung bis zu 60 Prozent widerstandsfähiger sein wie das übliche Aluminium, aber genauso leicht. Alternativ gibt es Armbänder aus Edelstahl, welche einen besonders hohen Reinheitsgrad besitzen, wodurch dieser bis zu 80 Prozent härter ist. Diese Armbänder bestehen übrigens aus bis zu 140 Einzelteilen.

Apple Watch

 

Mit 349 bis 399 US-Dollar ist Apple Watch Sport jedoch nicht gerade ein Schnäppchen. Ist man von Apple jedoch gewohnt, denn Premium-Qualität hat nun mal ihren Preis. Die Apple Watch aus Edelstahl kostet entsprechend mehr: Bei 549 US-Dollar geht es los für das kleine Modell in Silber und hört bei 1.049 US-Dollar für das große Modell in Schwarz auf. Der eigentliche Hammer und wie vor kurzem spekuliert (zum Beitrag) ist jedoch die Apple Watch Edition. Für dieses exklusive und aus 18 Karat Gold gefertigte Modell werden 10.000 US-Dollar fällig. Ab dem 24. April kann man die Uhr übrigens kaufen und Deutschland gehört mit zu den Startländern. Das goldene Modell wird es allerdings nur in ausgewählten Apple Stores geben. Übrigens kann man ab dem 10. April die Smartwatch bereits ausprobieren in zahlreichen Apple Stores.

Um die Apple Watch nutzen zu können braucht es mindestens iOS 8.2 und das steht ab heute Abend zum Download bereit. Wahlweise per OTA-Update oder über iTunes an einem Desktop-Rechner.

Und der Rest des Abends

Durch den Abend führte unter anderem Apple CEO Tim Cook, welcher zum Anfang der Keynote wie üblich mit den neusten Zahlen zum Erfolg des Konzerns begann. So hat sich beispielsweise die Set-Top-Box Apple TV zum Marktführer seiner Branche entwickelt und konnte sich über 25 Millionen Mal verkaufen. Aus diesem Grund sinkt der Preis für das Gerät nun dauerhaft auf 69 US-Dollar. Eine neue Generation des Apple TV gab es jedoch nicht zu sehen.

Apple TV

 

Auch das iPhone 6 kam zur Ansprache, welches sich weltweit nach Angaben Apples mehr als 700 Millionen Mal verkaufte. Das sind mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und macht das Apple-Smartphone damit zum meistverkauften Smartphone der Welt. Der Wechsel auf ein größeres Display hat sich somit mehr als ausgezahlt. Mit ein Grund dafür ist Apple Pay, was mittlerweile mehr als 2.500 Banken unterstützen und auf Seiten der Händler sind es über 700.000. Coca Cola ist unter anderem einer der Partner und hat das Bezahlen per Apple Pay an Tausenden von Automaten implementiert.

Ein weiteres wichtiges Standbein für den Konzern ist neben CarPlay auch Apple Health geworden. Mit über 700 Millionen Nutzern kann Apple Daten liefern, die entweder überhaupt nicht oder nur temporär erhoben werden können. Dazu soll die Erweiterung Researchkit beitragen, welche unter anderem medizinische Umfragen über Apple Health ermöglicht. Als Partner kommen namhafte Kliniken und Forschungseinrichtungen zum Tragen und nur diese Partner können die erhobenen Daten einsehen. Apple spricht damit das Thema Datenschutz gleich mit an. Was allerdings die größte Überraschung an der Plattform ist und für Apple mehr als ungewöhnlich: Researchkit ist Open Source!

Apple Researchkit

 

[Mit Bildmaterial von AreaMobile]

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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