Es gibt Neuigkeiten aus dem Gerichtssaal von San Jose, Kalifornien, wo sich die beiden Erzrivalen Apple und Samsung im zweiten großen Patentverfahren gegenüber stehen. Bisher gab es einige interessante Einblicke hinter die Kulissen beider Konzerne, aber nun kommt etwas wirklich Unerwartetes zum Vorschein: Google wird sich am Prozess indirekt beteiligen.
Die Vorwürfe von Apple sind im Grunde genommen dieselben wie sonst auch. Konkurrent Samsung soll mit seinen Geräten der Galaxy-Familie fünf Software-Patente des Konzerns von CEO Tim Cook verletzt haben und man fordert eine Entschädigung von etwa 2 Milliarden US-Dollar. Die Berechnung der Lizenzkosten für die Software-Patente war zuletzt ein hitziges Thema, immerhin erachtet Apple Patentgebühren in Höhe von etwa 40 US-Dollar pro verkauftem Samsung-Smartphone als angemessen. Versteht sich von selbst, dass Samsung das als absolut übertrieben darstellt.
Trotzdem braucht sich Samsung keine allzu großen Sorgen machen, falls der Konzern erneut gegen Apple verliert. Google hat sich bereit erklärt einen Teil der Kosten zu übernehmen, sollte Apple aus der Sache siegreich hervorgehen wie re/code berichtet. Grund dafür sind 4 der 5 beanstandeten Patente: Die dahinterliegenden Funktionen wurden von Google entwickelt und stammen somit nicht von Samsung. Der südkoreanische Konzern ist bei genauerer Betrachtung lediglich der Strohmann für Apple um Google aus der Reserve locken zu können.
Was die Sache eigentlich so prekär machte für Samsung sind die Google Apps. Diese müssen im Rahmen des Mobile Application Distribution Agreement (MADA) auf den Geräten installiert sein. Allerdings zahlt Google nur für diese Apps da sie nicht Teil des AOSP-Quellcodes sind und demnach nicht verändert werden dürfen.
Bisher hat Samsung eine solche Klausel bestritten, aber aus der Korrespondenz per E-Mail zwischen beiden Konzernen aus dem Jahre 2012 geht genau das hervor. Google verpflichtet sich zur finanziellen Unterstützung bei Patentstreitigkeiten, sollten Apps der MADA-Regelung davon betroffen sein. Das weder Samsung noch Google sich dazu geäußert haben dürfte nicht verwundern. Vermutlich wollen beide Konzerne zunächst das Ende des Verfahrens abwarten.
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