Immer mehr Gerätschaften tummeln sich im täglichen Kommunikationswirrwarr und schicken munter Daten hin und her. Da kann es mal schneller zu einem Datenstau kommen als einem lieb ist, weswegen die Bluetooth Special Interest Group kurz Bluetooth SIG den Industrie-Standard den neuen Herausforderungen des Internet of Things anpasst und die Geschwindigkeit für Datenübertragungen nahezu verdoppelt – natürlich verglichen mit dem aktuellen Standard 4.2, der in einigen Geräten bereits zum Einsatz kommt.
Dieses Plus an Geschwindigkeit soll aber dennoch nicht zu Lasten des Energieverbrauchs gehen. Konkret ist die Rede von einem gleichbleibenden Energieverbrauch, welchen die Bluetooth SIG für den kommenden Standard vorsieht. Derzeit beherrscht Bluetooth 4.0 eine Übertragungsgeschwindigkeit von 25 Mbit/Sekunde – nach Adam Ries würde der neue Standard somit bis zu 50 Mbit/Sekunde schnell sein im Idealfall.
Aber auch die Reichweite wird kräftig ausgebaut, sodass Geräte viermal so weit voneinander entfernt sein können, ohne das die Verbindung abbricht. Gerade für das Internet of Things eine praktische Sache, denn dadurch würden unter anderem auch Repeater zum Verlängern der Signale entfallen. So werden zum Beispiel Bluetooth-Geräte der Klasse 2 anstatt von nur 10 Metern bis zu 40 Meter weit senden und empfangen können.
Der deutlichste Hinweis dafür, dass der nächste Standard durch das Internet of Things beeinflusst wird, lässt sich in der neuen Funktion Smart Mesh Networking erkennen. Mit diesem Prinzip lassen sich Bluetooth-Geräte nach dem neuen Standard wesentlich einfacher miteinander vernetzen, ohne größere Planungen beim Aufbau des Netzwerkes durchführen zu müssen. Oder anders ausgedrückt: Jedes Bluetooth-Gerät kann sich mit anderen Geräten direkt verbinden und so verschiedene Knotenpunkte anlegen, was wiederum die Weiterleitung von Informationen von einem Ende zum anderen Ende des Netzwerks ermöglicht. Die Erschließung ganzer Gebäudekomplexe ist damit fast schon ein Kinderspiel.
Jedoch haben die Mitglieder des Gremiums dabei nicht nur das Internet of Things im Blick. Auch industrielle Anwendungen oder der medizinische Bereich mit verstärkter Automation ist ein Ziel des nächsten Bluetooth-Standards.
Am einfachsten dürfte jedoch ein Beispiel im smarten Zuhause sein: Mit dem neuen Standard müsste man nicht mehr direkt mit einer Bluetooth-fähigen Lampe verbunden sein, denn es reicht bereits aus, mit nur einem einzigen in der Nähe befindlichen Bluetooth-Gerät des Smart Home verbunden zu sein, um besagte Lampe ein- oder auszuschalten.
Fraglich bleibt hingegen, ab wann mit den ersten Geräten gemäß der geplanten Spezifikationen zu haben sein werden – und wie diese mit älteren Geräten zusammen arbeiten. Denn auch wenn im nächsten Jahr der finale Entwurf von Bluetooth 5.0 verabschiedet werden könnte heißt das noch langte nicht, dass die Produktion entsprechender Chips unmittelbar anläuft.
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