In seinen X Labs forscht Google an den unterschiedlichsten Projekten für die Zukunft und Projekt Tango ist eines dieser Forschungsprojekte für eine bessere Zukunft. Der erste Prototyp aus diesem Projekt wurde gestern Nacht erstmals vorgestellt und das Ding ist echt interessant. Gerade im Bezug zu den letzten Übernahmen ergeben sich interessante Möglichkeiten.
Mit der Suche ist Google groß geworden, mit der Online-Werbung gigantisch und mit Android zu einer Marktmacht ungeahnten Ausmaßes. Dadurch verdient der Konzern mittlerweile gut 20 Milliarden US-Dollar in einem Quartal, was dementsprechend viele Mittel für allerlei Forschungen erübrigt. Forschungen, die in den nicht allzu weit vom Google Campus entfernten Google X Labs durchgeführt werden. Eines der neusten Forschungsprojekte hört auf den Namen Projekt Tango und wurde gestern in Form eines ersten funktionstüchtigen Prototypen vorgestellt. Die Möglichkeiten jedenfalls regen deutlich die Fantasie an. Das Projekt selbst wird seit etwa 2011 von Johnny Chung Lee geleitet, der vorher bei Microsoft an der Kamera für Bewegungssteuerung Kinect arbeitete und damit einiges an Erfahrung in diesem Bereich mit bringt.
Im Prinzip handelt es sich bei Projekt Tango um ein Smartphone, dass mit einer neuartigen Kamera und Software aus dem Stand heraus eine Räumlichkeit in 3D erfassen und kartografieren kann. Google betont, dass das Erfassen der Positions- und Rotationsdaten in Echtzeit erfolgt. Das Android-Smartphone hat ein 5 Zoll großes Display, ist im Rahmen von Google ATAP (Advanced Technology and Projects) auf zunächst 200 Geräte limitiert und steht für Entwickler bereit, ähnlich der Google Glass Explorer Edition. Vorgaben gibt Google für Projekt Tango keine, stattdessen fragt der Konzern die Entwickler einfach was sie für das Gerät entwickeln wollen. Egal ob ein Tool, ein Spiel, spezielle Algorithmen oder auch etwas komplett Anderes und Neues ist möglich. Sprichwörtlich die eigene Fantasie der ausgewählten Entwickler setzt die Grenzen.
Denkbar wäre mit Projekt Tango zum Beispiel der Einsatz für Möbelhäuser, die kurzerhand ein 3D-Objekt der Wohnung mit Projekt Tango aufnehmen und damit dann die Inneneinrichtung planen. Das mühsame Vermessen mit einem Maßband würde damit sozusagen entfallen, da der Makler alle nötigen Daten bereits digital eingesammelt hat. Oder als Indoor-Navigationsgerät könnte man sich Projekt Tango auch vorstellen. Aber auch in eine ganz andere Richtung sollte man ein wenig denken: Robotik. Google übernahm bekanntlich den letzten Jahren ganze acht Unternehmen der Robotik-Branche, wo ein Gerät wie Projekt Tango den Robotern ungeahnte neue Möglichkeiten ermöglicht.
Trotzdem dauert es noch sehr lange Zeit, bis Endverbraucher mit Projekt Tango überhaupt in Berührung kommen werden. Aber es ist wieder ein Projekt wie Google Glass, dass man definitiv im Auge behalten sollte und mal wieder zeigt, dass Google alles andere als nur ein Internet-Konzern ist.
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