Laut einem aktuellen Bericht des Wall Street Journal, werden die Ambitionen von Alphabet Inc. rund um die Smart City vom neu gegründeten Tochter-Unternehmen Sidewalk Labs vorangetrieben. Als CEO hat der Konzern Dan Doctoroff gewinnen können, dem ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister von New York City unter dem ehemaligen Bürgermeister Michael Bloomberg, wo Doctoroff unter anderem maßgeblich bei der Stadtentwicklung beteiligt war.
Bereits im Februar sprach Doctoroff an der New York University über Pläne rund um eine komplett nach modernen technologischen Gesichtspunkten entwickelten Stadt.
Nun kann er seine Vision verwirklichen – vorausgesetzt Alphabet Inc. kann ein größeres Areal kaufen, wo sich der Konzern mit Sidewalk Labs ohne Regulierungen durch die Behörden austoben kann. Für diesen Zweck will man mit 40 Millionen US-Dollar mögliche Bewerber ködern, die sich den Titel „Erste smarte Stadt der Welt“ verpassen wollen.
Bereits 2013 sprach Google-Mitgründer Larry Page über eine Insel, auf der sich Alphabet Inc., damals noch als Google bekannt, nach Herzenslust austoben kann. Quasi eine Spielwiese für die eigenen Ideen, nur im besonders großen Maßstab und ohne jegliche behördlichen, finanziellen und politischen Regulierungen. Das Wired Magazine hatte dazu bereits im Mai 2013 einen lesenswerten Artikel veröffentlicht, welcher näher auf die Vorstellungen von Page einging.
In New York City hat Sidewalk Labs bereits mit LincNYC ein erstes größer angelegtes Projekt laufen, welches ein erster Vorgeschmack auf die Smart City sein könnte. So hat das Startup-Unternehmen Hunderte öffentlicher Telefonzellen zu einem WLAN-Hotspot ausgebaut, um den New Yorkern ein möglichst flächendeckendes und vor allem kostenloses WLAN bereitstellen zu können. Außerdem lassen sich Informationen zur Stadt über das integrierte Android Tablet aufrufen, das eigene Smartphone an der USB-Buchse wieder etwas aufladen und kostenlos telefonieren.
Genau diese Punkte könnten ein erster Vorgeschmack auf die von Alphabet Inc und Sidewalk Labs geplante Smart City sein, wo der Konzern sein komplettes technologisches Wissen auf ganz neue Art einsetzen möchte. Dan Doctoroff wiederum wird diese mit den Aspekten der Stadtplanung, Lebensqualität und so weiter vereinen, wie er gegenüber dem Wall Street Journal zu Protokoll gegeben hat. Unter anderem ist der Einsatz von Robotern für Einkäufe des täglichen Lebens im Gespräch, spezielle Fahrspuren für besagte Roboter und natürlich der großflächige Einsatz des autonomen Google Car innerhalb dieses Smart City Projektes.
Für den letzten Punkt kann Sidewalk Labs sogar auf eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Verkehrsministerium setzen. Bei dieser Zusammenarbeit ist das Ministerium an wertvollen und natürlich anonymisierten Daten der Smart City interessiert, um das Verständnis für Verkehrsfluss und potentielle Staubereiche in Großstädten besser verstehen und umgehen zu können. Es wäre daher denkbar, dass Alphabet Inc. alleine durch diese Kooperation weitere Bonuspunkte für sein Smart City Projekt für mögliche Verhandlungen mit US-Städten hat. Denn wenn die Regierung sich mehr oder weniger daran beteiligt, sollte das Risiko für die jeweilige Stadt selbst ein wenig sinken.
Bei der Gelegenheit könnte das Verkehrsministerium auch die Sache mit dem Google Car stärker beleuchten, wie es sich in einer Stadt verhält. Denn wie Alphabet Inc. mitteilt, ist das Projekt rund um das autonome elektrische Fahrzeug langsam soweit, zu einem eigenen wirtschaftlich funktionierenden Geschäftsbereich zu werden. Oder anders ausgedrückt: Das Moonshot-Projekt wird erwachsen und kann eigenständig agieren.
Die Information haben Astro Teller und Obi Felten, der Chief of Moonshots sowie Director of X Foundry bei Alphabet Inc. in einem Interview mit Lester Holt verraten. In der „NBC Nightly News with Lester Holt“ sprachen beide Männer unter anderem auch über die allgemein aktuell laufenden Projekte der Google X Labs sowie gescheiterten Moonshot-Projekten.
Bei diesen handelt es sich auf den ersten Blick um total verrückte Ideen, die Google jedoch rein aus forschenden Interessen eine Chance gibt, um am Ende vielleicht doch zu einem rentablen Geschäft zu werden. Das Google Car ist da wie gesagt das beste Beispiel.
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