Nach der Übernahme von Motorola durch Google dauerte es verdammt lange, bis wieder ein neues Smartphone unter dem Banner des großen M erschien. Gefühlt genauso lange dauerte es nochmals bis das Motorola-Flaggschiff endlich nach Deutschland kommt und das leider viel zu spät, trotz echt raffinierter Features. Welche das sind, soll euch unser Test zeigen.
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Technische Daten |
Motorola Moto X |
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Prozessor |
Qualcomm Snapdragon S4 Pro Dualcore mit 1,7 GHz GPU: Adreno 320 |
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Betriebssystem |
Android 4.2.2 Jelly Bean |
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Interner Speicher |
16 GB Interner Speicher |
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RAM |
2 GB |
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Modellbezeichnung |
XT1052 |
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Display |
4,7″ HD AMOLED Display mit 1.280 x 720 Pixel und Corning Gorilla Glass 3 |
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Anschlüsse |
MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss |
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Sensoren |
Accelerometer, Proximity und Licht |
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Abmessungen (HxBxT mm) |
129,4 x 65,3 x 5,7-10,4 mm |
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Gewicht |
130 Gramm |
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Gehäusematerial |
Kunststoff |
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Kamera |
10 Megapixel Kamera, 2 Megapixel Frontkamera |
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Internet |
GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n/ac |
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Bluetooth |
4.0 HS BLE + EDR |
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Akkutyp |
Fest verbauter Li-Ion |
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Kapazität |
3,8 V/2.200 mAh |
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Gesprächszeit |
bis zu 13 Std. |
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Standby-Zeit |
bis zu 494 Std. |
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Netz |
GSM 850/900/1800/1900, UMTS 850/900/1700/1900/2100 MHz |
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Preis |
UVP 399,- Euro (aktuell ab 349 Euro Stand 23/02/14) |
| Besonderheit | LED, NFC, DLNA, MHL, Touchless Control, ActiveNotifications |
Motorola hat den Wechsel hin zum Spartanischen angetreten, dass sieht man sowohl an der Software und der verbauten Hardware zum Teil auch. Leider in gewisser Weise auch beim Zubehör, denn dieses besteht lediglich aus einem MicroUSB-Kabel und einem Netzteil-Adapter für eben jenes Kabel. Immerhin ein Plus, denn das Moto G (zum Test) kommt zum Teil ohne Netzteil zum Kunden. Trotzdem muss Motorola auch beim Moto X auf etwas verzichten und das ist ein Headset. Ziemlich ungewöhnlich heutzutage, auch wenn die meisten eh schon eigene Kopfhörer für den mobilen Musikgenuss besitzen. Ungewöhnlich ist es dennoch, auch wenn der Karton trotz allem erfreulich kompakt ausfällt. Da können sich andere Hersteller gerne mal eine Scheibe abschneiden, zumindest was die Flaggschiffe betrifft.
Wirklich zu Begeistern weiß das Gehäuse aber nicht nur von der Rückseite. Auch vor Vorne macht das Moto X eine ziemlich gute Figur, genauer genommen sogar eine richtig Schlanke. Der Rahmen um das Display herum ist vergleichsweise sehr schmal und bringen durch ihre abgerundete Form als Handschmeichler nochmals gut zur Geltung. Man fasst das Moto X einfach nur gerne an. Selbst oberhalb und unterhalb des 4,7 Zoll großen Displays gibt es nicht das kleinste bisschen Platzverschwendung. Daher wirkt das Motorola-Smartphone weitaus kompakter als die Angabe eines 4,7 Zoll Display zunächst erweckt. Sprichwörtlich auf das Wesentlichste reduziert.
Insgesamt gesehen ist die Verarbeitung einfach tadellos, hier hat Motorola wahrlich sehr gute Arbeit geleistet. Keine Spaltmaße und auch die Kamera auf der Rückseite mit ihren 10 Megapixel und der Clear-Pixel-Technologie, was für bessere Fotos sorgen soll. Beim Telefonieren durchaus angenehm ist das Motorola-Logo, das als kleine Kuhle in die Rückseite eingelassen ist: Der Finger wandert irgendwie immer fast schon automatisch in diese Kuhle.
Die hohe Qualität der Verarbeitung merkt man aber auch bei den seitlich angebrachten Tasten, bei denen sich Motorola lediglich auf die Power-Taste und Lautstärke-Wippe beschränkt. Weitere Tasten sind nicht zu finden, das Moto X wird komplett über das Display bedient. Aber zurück zu den Tasten, die wirklich sehr gut gelungen sind, sowohl was das blinde Erfühlen betrifft als auch den Druckpunkt der Tasten selber. Die Tasten selbst befinden sich auf der rechten Gehäuse-Seite des Moto X, auf der linken Seite ist lediglich der SIM-Tray für die NanoSIM, die bisher bei sehr wenigen Smartphones überhaupt zum Einsatz kommt. Kurioserweise unter anderem bei dem Giganten Acer Liquid S2, das in unserem Test überraschend gut abgeschnitten hat.
Auf der Oberseite des Gehäuses findet sich lediglich die Audio-Buchse wieder, wo Headsets oder Kopfhörer mit 3,5mm Klinkenstecker ihren Platz finden. Ein solches Zubehör liegt dem Smartphone wie schon erwähnt nicht bei. Auf der Unterseite des Moto X befindet sich nur noch der MicroUSB-Anschluss, üb welchen das Smartphone Daten mit einem PC oder USB-Stick austauschen kann und worüber es geladen wird. Jedoch ist die Rückseite nicht abnehmbar, wie es beispielsweise beim kleineren Moto G der Fall ist. Dementsprechend ist der Akku fest verbaut und auch einen MicroSD-Speicherkarten-Slot gibt es nicht bei diesem Motorola-Flaggschiff.
Die Auflösung liegt bei vergleichsweise geringen 1.280 x 720 Pixel aber mehr braucht es auch nicht, sagt Motorola. Betrachtet man das eingeschaltete Display des Moto X dann kann man dem eigentlich nur zustimmen, denn trotz 720p Auflösung wirkt die Darstellung sehr scharf. Auch die Blickwinkel fallen erfreulich hoch aus, sodass es hier eigentlich nix zu meckern gibt und wenn dann nur auf sehr hohem Niveau. Das AMOLED-Panel ist zudem zentraler Bestandteil einer sinnvollen Erweiterung von Motorola aber dazu später mehr.
Nur beschränkt sich Motorola nicht auf einen klassischen S4 Pro Dual-Core: Die ehemalige Google-Tochter hat bei Qualcomm zwei zusätzliche Applikationsprozessoren bestellt und auf den X8 Mobile bauen lassen. Diese beiden zusätzlichen Prozessoren sind spezialisiert auf das Erkennen sowie Verarbeiten von Sprachkommandos und zur Verarbeitung der Daten von den vielen Sensoren die im Moto X stecken. Das verhilft dem Moto X zu einer ungeahnten Ausdauer und speziellen Features, die im Bereich Software näher beleuchtet werden.
Abseits davon bietet das Moto X mit Bluetooth 4.0 LE den aktuellen Bluetooth-Standard, der weniger Energie als die vorherigen Standards verbraucht. Ist beispielsweise für spezielles Fitness-Zubehör notwendig wie Herzfrequenz-Messgeräte oder Pulsmesser am Handgelenk. Weiterhin sind natürlich GPS und das russische System GLONASS vorhanden. Selbst NFC spendiert Motorola seinem Moto X, obwohl sich die Technik eher spärlich durchgesetzt hat bisher.
Da sei zunächst einmal die Geste mit dem zweimaligen Drehen des Handgelenks zu nennen, mit welcher die Kamera gestartet wird. Innerhalb von vielleicht ein bis zwei Sekunden ist die Kamera zur Aufnahme bereit. Die Kamera-Oberfläche selbst ist sehr spartanisch eingerichtet, wie das gesamte System überhaupt und das weiß durchaus zu gefallen. Schließlich konzentriert man sich damit nur auf das Fotografieren bzw. Filmen und nicht auf die vielen (nutzlosen) Spielereien, die manch andere Hersteller ihren Smartphones spendieren. Mittels einer Wischgeste von rechts nach links wird übrigens die Galerie aufgerufen, in welcher man sich die letzten Aufnahmen anschauen kann. Diese Funktion hat sich Motorola bei der Stock-Kamera des Vanilla-Android von Google abgeschaut aber um eigene Gesten für die tiefer gehenden Kamera-Einstellungen erweitert.
Beispielsweise wird digital gezoomt mit einer vertikalen Wischgeste, während die Geste von links nach rechts die Kamera-Optionen aufruft. In diesem Ringmenü wird zwischen verschiedene Aufnahme-Modi gewechselt, darunter Panorama, Zeitlupe und HDR. Letzteres trägt übrigens wirklich deutlich zu einer Verbesserung der sowieso nicht allzu schlechten Aufnahmen bei, was keine Selbstverständlichkeit ist. Für Aufnahmen im dunkleren Umgebungen steht auch hier ein LED-Blitzlicht zur Verfügung, dass manchmal zur Verbesserung von Aufnahmen beitragen kann. Die häufigste Nutzung eines LED-Blitzes dürfte jedoch als Taschenlampe sein.
Die Tonqualität des rückseitig verbauten Lautsprechers ist allerdings bestenfalls als dürftig zu bezeichnen, der schnell blechern und übersteuert klingt. Die Beschallung der Umgebung sollte also tunlichst vermieden werden. Stattdessen ist der Griff zum Kopfhörer zu empfehlen, denn die Klangqualität ist wirklich sehr gut und der Preisklasse mehr als angemessen.
Das die Kamera etwas taugt, zeigt euch das übliche Testfoto im Vergleich zur Sony SmartShot QX10, der Canon EOS 600D und dem LG G2:
Eine dieser Erweiterungen sind die ActiveNotifications, bzw. auf unserem deutschen Gerät Aktive Benachrichtigungen genannt. Dabei handelt es sich um die klassischen Benachrichtigungen über neue SMS-Nachrichten, E-Mails, Kalender-Erinnerungen, Uhrzeit, verpasste Anrufe und dergleichen. Hier kommt das AMOLED-Display ganz besonders zum Tragen, dass Strom lediglich zum Beleuchten einzelner Pixel verbraucht. Motorola setzt also abseits der speziellen Applikationsprozessoren auch bei Display und Feature-Implementation konsequent auf den Gedanken des Energie-Einsparen. Die ActiveNotifications sind auch beim Einschalten des Moto X zu sehen und der Entsperrring öffnet direkt die jeweils hinterlegte Anwendung. Sowas nennt man in der Tat äußerst nützlich und ist eines der Argumente für das Moto X.
Eine nützliche App zum Umziehen vom alten Smartphone hin zum Moto X ist Motorola Migrieren. Die App gibt es kostenlos im Google Play Store und sogar für das iPhone, falls jemand mal von der einen Plattform zur anderen wechseln will. Übertragen lassen sich SMS-Nachrichten, Multimedia-Dateien (Musik, Fotos, Videos), SIM-Kontakte, die Telefon-Protokolle sowie Einstellungen von Display und der Lautstärke. Ganz bequem wird das via WiFi Direct schnell und in der Theorie auch unkompliziert sowie schnell erledigt. Hier hat sich Motorola wahrlich Gedanken gemacht.
Ansonsten beschränkt sich Motorola in Sachen Software auf die volle Bandbreite der Google Apps, die über den Play Store aktualisiert werden. Aber auch Motorola-eigene Apps wie die Galerie oder die Kamera-App werden über den Google Play Store aktualisiert, was zumindest diesen Teil der Software nahezu komplett unabhängig von einem Firmware-Update macht. Eine sehr interessante Entwicklung, die gerne Standard für alle Hersteller werden darf.
Fazit vom Motorola Moto X
Das Motorola Moto X ist das Flaggschiff der US-Amerikaner und bietet einige wirklich sehr durchdachte Features. Alleine Touchless Control, ActiveNotifications, das wirklich gute AMOLED-Display oder die hohe Ausdauer würden das Moto X zu einer echten Empfehlung machen, wenn da nicht die Sache mit den Negativ-Punkten wären. Dazu gehört definitiv der zu gering ausgefallene Speicher von 16 GB, erst Recht wenn es sich um ein Flaggschiff-Smartphone handeln soll. Das kann sich bestenfalls Google mit seinen Nexus-Geräten erlauben aber selbst da sind 32 GB mittlerweile im Angebot. Außerdem funktioniert die Sprachsteuerung zwar wirklich gut aber hierzulande ist diese nur eingeschränkt nutzbar. Das hat aber weniger was mit Motorola oder der Technologie dahinter zu tun sondern mit Google Now, was zentraler Bestandteil des Moto X ist. Wer sich mit dem geringen Speicher arrangieren kann, der bekommt mit dem Moto X einen wirklich guten Allrounder vorgesetzt, der ab 349 Euro ohne Vertrag zu haben ist. Für manch einen für das technisch Gebotene allerdings schon wieder zu teuer, auch wenn die Umsetzung mit der Software von Motorola als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Trotzdem wird es das Moto X in Europa schwer haben, dazu ist es einfach zu spät auf den Markt gekommen.
| Wertung | |
|---|---|
| Geschwindigkeit | 5/5 |
| Display | 5/5 |
| Funktionalität | 4/5 |
| Verarbeitung | 5/5 |
| Preis | 3/5 |
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