[Test] Pebble SmartWatch – E-Paper-Display für ein langes Leben

Spätestens mit der im großen Stil beworbenen Galaxy Gear im letzten Jahr ist das Thema SmartWatch auch im Massenmarkt angekommen. Dabei ist die Geräteklasse mit den intelligenten Uhren schon etwas länger vorhanden, denn eines der ersten Geräte war Anfang 2013 die Pebble SmartWatch. Ob sich das Urgestein der Wearable Devices auch heute noch gegen die Konkurrenz behaupten kann, soll unser Test zeigen.

Wer sich schon einmal mit dem Thema SmartWatch auseinander gesetzt hat, wird schnell bemerkt haben das die Auswahl in Zusammenarbeit mit dem Android Betriebssystem – na sagen wir einmal überschaubar ist. Ob Sony SmartWatch 2 oder Samsung Galaxy Gear, sie haben alle etwas gemeinsam: Ein geringe Funktionalität mit einer Akkuladung. In der Regle sprechen wir hier von maximal 3 Tagen aufgrund ihres TouchDisplays. Hier macht das Kickstarter Projekt Pebble SmartWatch etwas völlig anderes – sie ist erstens nur via Hardwareknöpfe zu bedienen, also kein Touchdisplay und sie arbeitet mit einem E-Paper-Display und garantiert so mit nur einer Akkuladung eine Funktion von gut und gerne 7 Tagen.

Technische Daten der Pebble SmartWartch

  • 1,26 Zoll E-Paper Display mit 144 x 168 Pixel Auflösung
  • ARM Cortex M3 MCU mit 120 MHz
  • Bluetooth 4.0
  • 32 MB Flash-Speicher
  • 52 x 36 x 11,5 mm
  • 38 Gramm
  • 140 mAh Akku
  • PebbleOS

 

Optik und Verarbeitung

Die Pebble unterscheidet sich eigentlich kaum von anderen SmartWatches: Auch sie zeigt Benachrichtigungen vom via Bluetooth verbundenen Smartphone an, auf ihr lassen sich Apps installieren und auch die aktuelle Uhrzeit ist zu sehen. Und dennoch unterscheidet sie sich durch das verwendete E-Paper-Display deutlich von anderen Uhren. Zwar handelt es sich nicht um ein E-Ink-Display, aber eine Schwarz-Weiß-monochrome Anzeige und entsprechend lange Laufzeiten von bis zu einer Woche ohne Aufladung sprechen für sich.

Packt man die Pebble aus, dann fällt das im Vergleich zum Gehäuse recht kleine Display als Erstes auf. Dennoch fühlt sie sich am Handgelenk wesentlich weniger störend an als manch andere SmartWatch – siehe Sony SmartWatch 2. Auf der rechten Seite sind drei Tasten mit einem guten Druckpunkt verbaut und eine vierte befindet sich auf der linken Seite. Diese einzelne Taste ist mit der Zurück-Funktion belegt, womit man jederzeit einen Schritt zurück gelangt in PebbleOS. Menüs werden mit der rechten oberen Taste aufgerufen, die mittlere Taste bestätigt Eingaben oder eine Auswahl und die unterste rechte Taste ist schließlich zum herunter scrollen in den Menüs. Abhängig von der gerade genutzten App kann sich die Tastenbelegung auch ändern, was besonders gut im Musikplayer zu sehen ist.

Ein erfreulicher Punkt für die Pebble ist deren Wasserfestes Gehäuse, welches Tauchtouren in bis zu 50 Meter Wassertiefe (5atm) ermöglicht. Die Uhr einfach mal mit unter die Dusche zu nehmen ist also problemlos möglich. Aufgrund dieser Eigenschaft findet sich kein gewöhnlicher Anschluss für ein Ladekabel wieder: Die Pebble wird mit einem magnetisch gehaltenen Adapter aufgeladen.

Ansonsten kann sich die Verarbeitung der Uhr wirklich sehen lassen, was man angesichts eines Preises von knapp 200 Euro auch erwarten kann. Das Gehäuse selbst besteht aus Polycarbonat, während das (wechselbare!) Armband aus einem Gummiartigen Material besteht. Und leicht ist die Pebble! Verdammt leicht, man merkt kaum dass man die SmartWatch um sein Handgelenk trägt und das ist wirklich angenehm.

 

Ersteinrichtung

Die Inbetriebnahme der Pebble ist denkbar einfach. Bevor es losgeht muss eine App zur Kommunikation auf dem Smartphone installiert sein, die es kostenlos im Google Play Store gibt. Nun muss lediglich Bluetooth am Smartphone aktiviert werden und schon sollte die Pebble SmartWatch zum koppeln gefunden werden. Das war es schon und die Uhr ist grundsätzlich einsatzbereit. Clou ist das sie sowohl mit Android als auch iOS funktioniert, eine kleine weitere Sensation im Sortiment der SmartWatches.

Preis: Kostenlos

Diese Software wird auch in Zukunft für Einstellungen, Watchfaces oder zu installierende Apps verwendet.

Software

Auf der Pebble kommt das eigens entwickelte PebbleOS zum Einsatz, welches voll auf die Uhr und die Hardware abgestimmt ist. Das Betriebssystem beschränkt sich wirklich nur auf das Nötigste, der ganze Rest wird über die mittlerweile zahlreichen verfügbaren Apps nachgeliefert. Da der Speicher der Pebble mit 32 MB ziemlich klein ist, können maximal acht Apps gleichzeitig auf der Uhr installiert werden. Ist aber auch kein Beinbruch, schließlich wird man eh nicht so viele Apps auf einer Uhr nutzen wollen, einfach wegen des kleinen Displays und der eingeschränkten Bedienung.

Welche Apps auf der Pebble SmartWatch landen wird mit dem zugehörigen App-Manager bestimmt, den es kostenlos für iOS und Android gibt. Interessanterweise können Apps direkt in den Manager heruntergeladen werden, ohne das diese direkt auf der Uhr selbst landen.

Von Haus unterstützt PebbleOS die Anzeige von Anrufen, Nachrichten und E-Mails. Wer Benachrichtigungen für weitere Apps haben will wie beispielsweise WhatsApp oder einen anderen der vielen Messenger, der braucht zusätzlich den Pebble Notifier. Ansonsten sind im System ein Wecker vorhanden und ein Mediaplayer zum Steuern der Musikwiedergabe am Smartphone.

Da die Entwickler der SmartWatch diverse Sensoren in das Gehäuse integriert haben, lässt sich die Pebble sehr gut als Schlaf-Tracker einsetzen oder als Pedometer. Entsprechende Apps gibt es zur Genüge im App Store für die Pebble.

 

Sonstiges

Zur CES 2014 Anfang des Jahres kündigten die Entwickler mit der Pebble Steel ein neues Modell an, welches sich lediglich durch ein eleganteres Stahl-Gehäuse von der originalen Uhr unterscheidet.
Leider ist die Beschaffung für uns in Deutschland die größte Hürde. Obwohl seit mehr als einem Jahr frei verkäuflich, haben es die Macher nach wie vor nicht geschafft ein CE-Zertifikat zu beantragen und den für Europa bestimmten Modellen beizulegen. Wer sich also auf das Abenteuer einlässt muss damit rechnen, dass seine Uhr am deutschen Zoll hängen bleibt. Es sei denn man kauft sich die Pebble wie wir bei dem Online Händler MobileFun.de. Hier gibt es alle Farben und Materialien. Selbst ein extra Original Ladekabel (eines ist immer dabei) gibt es entgegen mancher Foren hier.

 

Fazit zur Pebble SmartWatch

Die Pebble war eine der ersten SmartWatches überhaupt und kann sich auch mit den aktuellsten Vertretern noch messen. Vor allem die auf das wirklich Wesentlichste reduzierten Funktionen und die sehr gute Ausdauer von mindestens einer Woche selbst bei starker Nutzung sprechen einfach für sich. Es gibt Unmengen an Apps und was es noch nicht gibt wird es Dank der großen Community und Menge an Entwicklern in Kürze geben. Ob Spotify steuern, das Licht zu Hause einschalten oder einfach nur den Schlafrhythmus kontrollieren, mit der Pebble SmartWatch sind keine Grenzen gesetzt. Sofern man auf ein Farb-Display mit Touch-Funktion verzichten kann. Aber sonst gibt es wohl kaum eine bessere smarte Uhr auf dem Markt.

Wertung
Bedienung 4/5
Funktionalität 5/5
Tragekomfort 5/5
Verarbeitung 4/5
Preis 4/5

Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Zeige Kommentare

  • Die pebble ist die neste Uhr die man im mom bekommen kann.
    Ich habe meine auch von mobifun.de

  • Mich überzeugt die Pebble vor allem auch durch die farblichen Variationen. Nicht jeder möchte seine Uhr in schwarz oder Metall. Das der Akku so lange hält ist ebenfalls top, reicht schon, dass ich für's Smartphone immer ein Ladekabel mit mir herumtrage. Im Vergleich zu Apple und Co. ist auch der Preis absolut konkurrenzfähig.

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Veröffentlicht von
Stefan

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