Letztes Jahr im Oktober stellte Apple mit Apple Pay den Versuch vor, das iPhone 6, iPhone 6 Plus und die Apple Watch zur digitalen Geldbörse zu machen. Zur Google I/O 2015 kündigte Google schließlich mit Android Pay den eigenen Konkurrenten an, welcher mit Millionen von Android Smartphones funktioniert und lediglich NFC (Near Field Communication) voraussetzt. Auch wenn noch nicht allzu viele Details genannt wurden, ist bereits etliches zu dem Dienst bekannt.
Die Nutzung des Bezahldienstes ist denkbar einfach: Nach Start eines Bezahlvorgangs bei einem teilnehmenden Händler, muss man sein Android Smartphone einfach entsperren, NFC aktivieren und dieses dann an ein bereitstehenden NFC-Terminal halten. Android Pay kümmert sich um alles weitere und zeigt bei erfolgreichem Vorgang eine Zusammenfassung des Kauf auf dem Display des eigenen Android Smartphone an, inklusive der Details zu dem Kaufvorgang.
Bei diesem Vorgang werden zudem laut Google automatisch aktivierte Rabatte und Treue-Punkte mit eingelöst, sobald man mit Android Pay bezahlt. Das beschreibt Pali Bhat, Googles Director of Product Management in einem Blog-Beitrag zu dem neuen Bezahlsystem. In diesem verrät er weiter, dass Android Pay unter anderem Rabatt-Programme von Händlern unterstützt, was anhand eines Beispiels mit Coca Cola erklärt wurde: Bezahlt man mit seinem Android Smartphone das braune Kult-Erfrischungsgetränk mit aktivierter Pay-Funktion, werden automatisch die MyCokeRewards in die Bezahlung integriert.
Wichtig für den zu erzielenden Erfolg sind jedoch neben der Einfachheit zwei andere Dinge und das ist zum einen die Akzeptanz und zum anderen die Sicherheit. In ersterem Fall kann Google schon jetzt mit über 700.000 Partnern zum Start von Android Pay aufwarten, was frühestens mit Android M im Herbst diesen Jahres passieren soll. Diese sind allerdings vorerst nur auf die USA beschränkt. Denn wie bei fast allen neuen Google Diensten, wird dieser eine Zeit lang exklusiv im Heimatmarkt genutzt.
Auf Seiten der Kreditinstitute kann sich Google ebenfalls der breiten Unterstützung sicher sein. Neben Mastercard, VISA, American Express und Discover, haben auch etliche große US-Banken ihre Unterstützung für Android Pay zugesagt. Gerade letztere sind nicht ganz unwichtig, da sie in der Regel die Konten der Kunden verwalten und für den Bezahlvorgang unerlässlich sind.
Und genau hier kommt ein weiterer Punkt in den Fokus des Interesses und das ist die Sicherheit für einen Vorgang zum Bezahlen mittels Android Pay. Wie es in dem Beitrag von Google heißt, erfolgt der Kauf völlig sicher, indem eine einmalige Nummer beziehungsweise ein Token für den Verkauf generiert und übertragen wird, sodass die eigentlichen Kreditkarteninformationen bei einem Kaufvorgang unangetastet bleibt. Im Prinzip ist es dasselbe System welches Apple bei seinem Bezahlsystem Apple Pay nutzt.
Heißt im Klartext, dass weder die Nummer der Kreditkarte, noch persönliche Informationen bei einem Kauf übertragen werden. Lediglich die virtuelle Kontonummer findet Verwendung und das ist auch die einzige Information, welche auf dem NFC-fähigen Android Smartphone für Android Pay gespeichert wird.
Und: Android Pay braucht keinen Fingerabdruck zur Autorisierung einer Zahlung.
Neben der Bezahlfunktion vor Ort per NFC, soll der neue Dienst über kurz oder lang auch für andere Dinge genutzt werden. Google arbeitet mit seinen Partnern derzeit daran, Entwicklern eine API-Schnittstelle zur Implementation von Android Pay in ihren Apps zu ermöglichen. Das bedeutet letzten Endes nichts anderes, als das Google Wallet in seiner jetzigen Form durch das neue System abgelöst und in einigen Monaten komplett neu ausgerichtet wird.
Wie genau das aussieht wird sich vermutlich frühestens mit dem Start von Android M und Android Pay zeigen, wobei schon jetzt feststeht, dass In-App-Käufe künftig komplett über Android Pay abgewickelt werden sollen.
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