[Kurztest] Samsung Gear Fit – SmartWatch oder Fitness-Tracker?

Mit der Gear Fit präsentierte Samsung auf dem MWC 2014 in Barcelona, neben dem Samsung Galaxy S5 Smartphone, der Gear 2 und der Gear 2 Neo SmartWatch, eine kleine echte Sensation. Die Samsung Gear Fit sieht mit dem gewölbte Super AMOLED Touchscreen-Display nicht nur toll aus, auch bei dem Umfang ihrer Funktionalität ist man sich unsicher eine SmartWatch oder einen Fitness-Tracker vor sich zu haben. Toll das wir auf Einladung von Samsung die Gear Fit bei dem DFB-Pokalendspiel einmal testen durften.

DFB-Pokalendspiel und die Gear ist Fit

Am vergangenen Samstag waren auf den Straßen Berlins die dominierenden Farben gelb/schwarz und rot/blau anlässlich des DFB-Pokalendspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München.  Da Samsung seit 2010 Partner von Bayern München ist, durfte ich auf Einladung von Samsung an dem Endspiel gemeinsam mit Steffen Herget von Areamobile und Fabien Röhlinger von TechStage dem Spiel beiwohnen. Eine gute Gelegenheit den Herzfrequenzsensor der Samsung Gear Fit – ohne sich selber anstrengen zu müssen – zu testen.
Ohne hier das Ende vorweg nehmen zu wollen,  kann ich wohl getrost berichten, dass Bayern in der Nachspielzeit 2 Tore geschossen hat und so den Pokal mit nach München nehmen durfte.

Gear Fit Optik

Die Samsung Gear Fit war und ist von der ersten Sekunde an eine Augenweide. Gerade für das schlankere Handgelenk macht sich rein von der Optik her, die etwas über 2 cm breite SmartWatch hervorragend. Durch ihr gebogenes Display wirkt sie noch einmal ein Stück dezenter.
Die Samsung Gear Fit ist nach IP67 Staub und Wasser geschützt und muss so auch nicht bei jedem Hände waschen ab genommen werden. Ein weiteres Kaufkriterium ist die Wahl der Farbe einer Uhr, schließlich soll die ja auch zu den restlichen Klamotten passen. Hier hat Samsung eine simple wie auch einfache Lösung. Das Armband lässt sich einfach in 5 weiteren Farben (ca 18,-€) auswechseln, indem man das Uhrengehäuse aus dem Kautschuk-Armband drückt.

Technische Daten

  • Gewölbtes 4,67 cm Super AMOLED-Display
  • Staub- und wassergeschützt nach IP67*
  • Pulssensor, Bewegungssensor, Lagesensor
  • Akku: 210 mAh
  • Akkulaufzeit: Normale Nutzung: 3-4 Tage, geringe Nutzung: bis zu 5 Tage
  • Maße: 23,4 x 57,4 x 11,9 mm – 27 Gramm
  • Bluetooth® 4.0 L
  • UVP: 199,- €

Gear Fit Funktionsumfang

Wie schon in der Überschrift festgehalten, stellte sich mir schnell die Frage ob die Gear Fit von Samsung nun als SmartWatch oder Fitness-Tracker gedacht ist? Denn vom Funktionsumfang bietet das kleine Ding weitaus mehr, als man ihm so von außen ansehen mag.
Neben der Uhrzeit kann man wie von anderen SmartWatches bekannt, die „Watchfaces“ individuell gestalten. In Zusammenarbeit mit „natürlich“ einem Samsung Smartphone wie dem Galaxy S5 und dem Gear Fit Manager oder eben einfach direkt in den Einstellungen der Uhr, kann man sein eigenes Wallpaper und Kombinationen zwischen Uhrzeit und Datum, Wetter, Ereignis oder Schrittzähler wählen.
Anfangs ein großer Kritikpunkt war die umständliche Ansicht im Quermodus der Uhr. Hier hat aber Samsung mit der wählbaren Option zum Hochformat schnell Abhilfe geschaffen.
Wischen wir uns nun also mit Hilfe des Touchscreen durch die einzelnen Menüs, sehen wir hier den Umfang der zusätzliche Applikationen die zur Auswahl stehen:

  • Schrittzähler
  • Personal Trainer
  • Stoppuhr
  • Benachrichtigungen
  • Schlaf-Tracker
  • Timer
  • Mediensteuerung
  • Pulsmesser
  • Smartphone Suche

Wenn wir nun wirklich einmal pingelig sein wollen, fehlt uns ein GPS-Sensor und eventueller Speicherplatz für Musik, um via Bluetooth Kopfhörer diese konsumieren zu können. Denn ein Lautsprecher oder gar ein Mikrofon hat die Samsung Gear Fit nicht. Sie meldet sich bei eingehenden Nachrichten durch Vibration. Und von diesen kann sie in Verbindung mit dem Samsung Smartphone wirklich so gut wie alles verarbeiten. Angefangen von eingehenden Anrufen, über Kalendertermine, E-Mails, Facebook, WhatsApp, Google+ und Twitter und und und. Hier scheinen schier keine Grenzen gesetzt zu sein.

Gear Fit im Einsatz

Wie eingangs erwähnt, durfte ich die Gear Fit in Kombination mit dem Galaxy S5 und auf Einladung von Samsung zum DFB-Pokalendspiel einmal unter idealen Bedingungen testen. Dachte ich zumindest… Schwachpunkt an der Aktion war, dass ich weder Fan von Bayern München noch von Borussia Dortmund bin. Ganz im Gegenteil zu Fabien, der nahezu vor dem Spiel als eingetragenes Bayern Mitglied, schon hyperventilierte. Mehrfache Puls-Messungen assistierten mir einen etwas erhöhten aber konstanten Puls vor, im und nach dem Spiel.
Eines ist mir jedoch aufgefallen was es noch einmal zu überprüfen gilt: Auf meinen Weg zum Sitzplatz war ich aufgrund eines weit entfernten Parkplatzes etwas zur Eile verpflichtet, sodass die natürliche Schweißbildung auch am Arm einsetzte. Allem Anschein nach kann die Gear Fit unter diesen Umständen keine genauen Puls-Messungen vornehmen. Das wäre natürlich mehr als nur ungünstig, da sie ja auch aufgrund der Personal Trainer App genau hierfür gedacht ist.
Ebenfalls als Kritikpunkt zu nennen ist, wie wahrscheinlich bei jeder SmartWatch – außer der Pebble (zum Test) – die geringe Akkulaufzeit. Samsung gibt zwischen 3-5 Tagen mit einer Akkuladung an. Bei mir waren es eher zwischen 1-2 Tage, wohin gegen ich gestehen muss natürlich Displayhelligkeit auf Anschlag und aufgrund meines angeborenen Spieltriebes die Gear Fit rund um die Uhr beschäftigt zu haben.
Das schließt die Nacht nicht aus, denn auch der Schlaf-Tracker will getestet werden. Diese Daten können im übrigen seit vergangener Woche auch mit der  im Samsung App Store erhältlichen Zusatzsoftware „Sleep“ auf dem Smartphone via Samsung  „S Health“ ausgewertet werden. Da die Gear Fit aufgrund ihrer IP67 Zertifizierung keinen Micro-USB-Anschluss hat, wird diese mit Hilfe eines kleinen anklippbaren Gehäuse dazu verdonnert zum Laden abgenommen werden zu müssen. Ungünstig über Nacht, wenn man den Schlaf-Tracker nutzen möchte.

Pro und Contra

+ Design
+ Super AMOLED Touchscreen
+ Staub und Wasser geschützt nach IP67
+ austauschbare Armbänder
+ Benachrichtigungs-Kompatibilität (in Kombination mit dem Smartphone)
+ hoher Funktionsumfang (in Kombination mit dem Smartphone)

– Akkulaufzeit
– Anschaffungspreis
– Inkompatibilität zu anderen Android Geräten außer Samsung (Anleitung: Wie es doch geht!)
– Fehlfunktionen des Pulssensor bei Feuchtigkeit
– fehlender GPS-Empfänger

Fazit der Gear Fit

Eines wird bei Nutzung der Samsung Gear Fit von Anfang an deutlich – sie ist ein Kompromiss zwischen einem professionellen Fitness-Tracker und einer typischen SmartWatch. Sie macht von allem etwas – aber eben nicht an der Grenze der technischen Möglichkeiten.
Das mag auf den ersten Blick ein Kritikpunkt sein, doch weit gefehlt: Die Samsung Gear Fit ist für den Durchschnitts-Anwender konzipiert und nicht für den Leistungssportler. Eventuell ist der Preis mit 199 Euro um 50 Euro zu teuer angesetzt aber bei genaueren hinsehen erkennt man doch das umfangreiche Potential in Zusammenarbeit mit einem Samsung Smartphone.
Wenn man sich mit der Akkulaufzeit arrangieren kann und einen guten Laderhythmus gefunden hat, bietet die Gear Fit seinem Anwender aufgrund der vielen Funktionen lange Freude.

Zumindest fühle ich mich durch den Kurztest der Samsung Gear Fit dermaßen angefixed, dass ich mich mit Hilfe der Samsung Produkte dem Thema Fitness etwas ausgiebiger widmen werde. Ihr dürft also gespannt sein was da als Nächstes kommen wird!

MaTT

Mit dem Palm groß geworden und dem Qtek 1010, sowie HTC Hero die unstillbare Lust an dem OS Android bis zum heutigen Tage entdeckt. Als Gründer von Android TV (heute GO2mobile), pflasterten Meilensteine bei Areamobile (Head of Video Content) oder NextPit (Senior Editor) den Weg von Bestenlisten, News, Tests und Videos. Auch heute noch Spezialagent für alles Kreative.

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