Der vermutlich größte Hersteller mobiler Prozessoren für Smartphones und Tablets aller Art, dürfte das kalifornische Unternehmen Qualcomm sein. Gefühlt jedes Oberklasse-Smartphone wird von einem Quadcore aus Kalifornien angetrieben, so auch das neue Nexus 7 von ASUS und Google. Allerdings gibt es bei genau diesem Tablet richtig Knatsch, auch wenn sich in einer Sache Licht am Horizont auftut.
Dieser Tage ist das neue Nexus 7 von ASUS und Google in den USA im Handel angekommen und die ersten Nutzer erfreuen sich an einem günstigen aber verdammt gut ausgestatteten Tablet (abgesehen von den Problemen, die derzeit auftauchen). 229 US Dollar für ein Tablet mit 7″ FullHD IPS Display, ein Snapdragon 600 im Schafspelz, 2 GB RAM, 16 GB interner Speicher und das neuste Android, das ist schon eine echte Kampfansage an die Mitbewerber. Für 40 US Dollar mehr gibt es den doppelten Speicher und für weitere 40 US Dollar sogar LTE. Wenn da nicht die Sache mit Qualcomm und den GPU-Treibern wäre.
Denn Qualcomm will verständlicherweise seine Innovationen in Sachen Prozessor- und Grafikarchitektur geschützt wissen, daher veröffentlicht das Unternehmen nur unzureichend Quellcode und proprietäre Binaries für seine Prozessor-Plattformen. Wegen der vermutlich rechtlichen Probleme war das Factory Image des diesjährigen Nexus 7 nicht im Netz verfügbar gewesen aber das hat sich erfreulicherweise relativ schnell geändert. Nützt dennoch nichts, denn AOSP-Chef Jean-Baptiste Quéru hat dennoch seinen Posten als Verantwortlicher des Android Open Source Projektes an den Nagel gehängt. Eben wegen der sehr restriktiven Politik Qualcomms.
Leidtragende sind in der Regel Nexus-Nutzer und AOSP-Liebhaber, da diese mit Workarounds für Treiber und bestimmte Hardware-Funktionen und dergleichen arbeiten müssen. Gerade die fehlenden proprietären Binaries für den AOSP-Quellcode verhindern das kompilieren einer funktionstüchtigen Firmware, was wie gesagt JBQ zu seinem Schritt getrieben haben. Denn als Chef der AOSP-Abteilung ist er dafür verantwortlich, dass genau das für die Nexus-Geräte möglich ist. Nur kann JBQ bei Qualcomm-basierenden Nexus-Geräten wie dem neuen Nexus 7, Nexus 4 und Nexus One nichts tun. Eben wegen Qualcomm.
Nun ja, ist zwar wirklich schade, dass JBQ auf diese Weise zu seiner Entscheidung getrieben wurde aber das Leben geht auch ohne ihn weiter. Denn das Factory Image und die proprietären Binaries sind nun endlich verfügbar und der AOSP-Spaß kann beginnen.
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