Vor mittlerweile ziemlich genau zwei Monaten stellte NVIDIA mit dem Tegra K1 seinen diesjährigen SoC (System-on-a-Chip) für mobile Geräte vor. Was sich mit der Kepler-Architektur schon zur CES 2014 andeutete, bestätigen die ersten AnTuTu-Benchmarks: Die Dual-Core-Version mit 64 Bit schlägt selbst einen Snapdragon 805 Quad-Core.
Benchmarks scheinen heute eine etwas größere Rolle zu spielen, denn schon wieder dreht sich ein Thema um die sehr fragwürdigen Leistungsvergleiche. Zwar kann man die Sinnhaftigkeit solcher Apps stark in Zweifel ziehen und dergleichen aber zum direkten Vergleich von verschiedenen Hardware-Plattformen sind sie dann doch recht nützlich. Außerdem werden durch die Einträge in solchen Datenbanken hin und wieder ein paar Details zu kommenden Smartphones oder Tablets bekannt, siehe das noch namenlose Budget-Tablet von Xiaomi heute Mittag. Oder um zu zeigen, was der Wechsel einer technologischen Generation ausmacht.
Einer der neusten Vertreter bei AnTuTu ist der Tegra K1 von NVIDIA, der mindestens einmal sein Potential in Sachen Leistung gezeigt hat. Auch wenn die 43.617 Punkte im AnTuTu-Benchmark die versammelte Konkurrenz deklassieren, einschließlich Snapdragon 801 und Snapdragon 805, muss man einen kleinen Blick auf die Details legen. Zum einen hat NVIDIA als Maximaltakt für den Tegra K1 in seiner Variante eines 64 Bit Dual-Cores mit 2,5 GHz angegeben. Das getestete Gerät wurde jedoch mit deutlich höheren 3 GHz betrieben. Außerdem kommt ein nicht unerheblich großer Anteil im Bereich der RAM-Performance, wo der Chip mit den Denver-Kernen mehr als das Doppelte im Vergleich zum „normalen“ Quad-Core mit 32 Bit erzielt.
Jetzt könnte man fast davon ausgehen, dass sich hier das Potential der 64-Bit-Ära abzeichnet, wo NVIDIA mit seinem Tegra K1 gehörig mitspielen will. Aber um das auch wirklich bestätigen zu können, müssen sich erst noch weitere 64 Bit Prozessoren der ARM-Welt die Ehre geben, bevor in dieser Hinsicht Rückschlüsse möglich sind. Was allerdings noch weitaus wichtiger ist: Wie hoch ist eigentlich der Energieverbrauch des Testsystems gewesen, wo der Tegra K1 zum Höhenflug ansetzte? Das und noch mehr dürften die ersten Geräte beantworten, die frühestens im zweiten Halbjahr erwartet werden.
Witzig übrigens das gerade NVIDIA mit dem 64 Bit Tegra K1 auf einen Dual-Core setzt: Schließlich eröffnete NVIDIA mit seinem Tegra 3 das Quad-Core-Rennen.
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