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Samsung Pay: Drahtloses Bezahlen made in Südkorea

Neben den beiden neuen Premium-Phablets Samsung Galaxy S6 edge+ und dem Samsung Galaxy Note 5 hatte der Konzern aus Südkorea auf dem Galaxy unpacked Event 2015 in New York noch eine weitere Überraschung in Petto und das war der Bezahldienst Samsung Pay. Nach Apple und dem angekündigten Neustart von Google nimmt nun der dritte Große im Bunde seine Pläne für ein Bezahlsystem via Smartphone in Angriff.

Das bargeldlose Bezahlen mit dem Smartphone – egal welche Plattform – ist zwar bei Leibe keine neue Erfindung, aber mit Samsung steigt nun Apples größter Rivale dieser Branche in den Ring. Auf dem gestrigen Samsung Unpacked Event hat der Konzern den Start von Samsung Pay für den 21. August in Südkorea und am 28. August in den USA angekündigt. Erstmals vorgestellt wurde es Anfang März mit dem Samsung Galaxy S6 Flaggschiff-Duo (zum Beitrag).

So funktioniert Samsung Pay

Seitdem hat sich an der Realisierung der Plattform nichts großartig geändert. Das Bezahlsystem setzt neben NFC auch auf eine spezielle Technologie von LoopPay (zum Beitrag), womit sich ein Samsung Pay kompatibles Android Smartphone auch mit einem einfachen Kassensystem für Karten mit Magnetstreifen nutzen lässt. Die Funktionsweise für sich genommen ist von technischer Seite sehr spannend. Durch eine kleine Magnetspule wird das Magnetfeld des Kassenterminals so verändert, als ob man eine ganz normale Magnetstreifenkarte durchziehen würde.

Damit hat Samsung Pay einen erheblichen Vorteil gegenüber den anderen Standards: Es braucht keine extra NFC-tauglichen Terminals. Leider kommt hier wieder ein weiteres Problem zum Tragen, denn die dafür nötige Magnetspule ist offiziellen Angaben zufolge bisher ausschließlich in den Modellen Samsung Galaxy S6, Samsung Galaxy S6 edge sowie den beiden gestern vorgestellten Modellen Samsung Galaxy S6 edge+ und Samsung Galaxy Note 5 verbaut. Ein nicht zu verachtender Stolperstein für Samsung Pay, auch wenn alternativ NFC genutzt werden kann.

Sicherheit wird groß geschrieben

Wie das große Vorbild Apple Pay nutzt auch Samsung Pay ein Token, um die einzelnen Transaktionen abzusichern. Heißt konkret, dass nicht die tatsächlichen Daten der Kreditkarte wie Kartennummer, Sicherheitscode und dergleichen übermittelt wird. Die jedes Mal neu generierten Token werden dabei an die Kreditkarten-Partner übermittelt, wo sie schließlich dem jeweiligen Kundenkonto zugeordnet werden. Die zur Generierung der Token nötigen Daten für Kreditkarten werden in einem speziellen und vom Rest des Systems abgekapselten Sicherheitselement gespeichert. Etwas, das Android Pay (zum Beitrag) nicht kann, wie Samsung betont.

Um einen Bezahlvorgang mit Samsung Pay zu initiieren, muss man lediglich eine Wischgeste vom unteren Bildschirmrand nach oben ausführen. Daraufhin öffnet sich die App Samsung Wallet, in welcher alle Kreditkarten und selbst Kunden- sowie Prämien-Sammelkarten gespeichert werden können. Das sich Samsung an dieser Stelle einige Gedanken über die Umsetzung gemacht hat merkt man daran, dass sich Samsung Pay auf diese Weise nicht nur vom Homescreen aus starten lässt, sondern auch aus dem Standby heraus.

Das ist zudem ein weiterer Unterschied zwischen Samsung Pay und der Konkurrenz von Apple sowie Google: Während Apple Pay sowie Android Pay automatisch loslegen sobald sie ein NFC-Terminal erkennen, muss man bei Samsung Pay die ganze Sache mit besagter Swype-Geste manuell anstoßen. Ein cleverer Schachzug, um ungewollte Bezahlvorgänge effektiv zu vermeiden. Nur mit Google Now könnte die Aktivierungsgeste in Konflikt geraten, weswegen dieser Punkt noch sehr interessant werden dürfte.

Breite Unterstützung? Nur bedingt

Zu den Partnern von Samsung Pay gehören mit MasterCard, VISA und American Express natürlich die größten Kreditkartenunternehmen der Welt, sowie etliche Banken wie Citi, Chase oder auch die Bank of America. Am 21. August fällt in Südkorea der Startschuss für Samsung Pay, bevor am 28. August die USA folgen. Kurz darauf geht es auch in Großbritannien, Frankreich und Spanien los, aber die DACH-Region – Deutschland, Österreich und die Schweiz – bleiben vorerst außen vor. Laut einem Samsung-Manager ist der Start von Samsung Pay in Deutschland für „irgendwann in 2016“ geplant.

Der Grund dafür sind die deutschen Banken, die sich gegen die Plattform wehren. Ihrer Meinung nach sind die Kosten zu hoch, obwohl Samsung für Transaktionen über Samsung Pay keinerlei Gebühren gegenüber den Ausstellern der jeweiligen Kreditkarte erhebt. Man fungiert lediglich als Zwischenstation für die zu übertragenden Daten, ohne dabei selbst welche zu sammeln. Einzig der Sparkassen-Verbund ist in Deutschland an der Thematik des mobilen Bezahlens via Smartphone ernsthaft interessiert.
Nur ist Samsung Pay nicht mit dabei: Der Bankenverbund favorisiert Apple Pay.

[Quelle: Tom’s Hardware]
Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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Veröffentlicht von
Stefan

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