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Schufa angeblich kurz vor US-Übernahme

Man mag es kaum glauben, aber die Schufa ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, welche sich als Schutzgemeinschaft  für die allgemeine Kreditsicherung sieht. Inzwischen gehen die Interessen der datensammelnden Aktiengesellschaft viel weiter. Kein Mobilfunk- oder Wohnungsmietvertrag wird in Deutschland ohne eine Schufa-Auskunft abgeschlossen. Und jenes Unternehmen soll nun samt 68 Millionen deutscher sensibler Personendaten an ein US-Unternehmen verkauft werden.

 

Nichts geht ohne die Schufa

Vermutlich hat in Deutschland die Schufa mehr Daten über private Personen als das Finanzamt. In beiden Fällen handelt es sich um Institutionen bei denen so manch einer automatisch in Schockstarre verfällt. Doch während das Finanzamt eine staatliche Behörde ist, handelt es sich bei der Schufa um einen ehemaligen eingetragenen Verein, inzwischen eine Aktiengesellschaft. Keine Kontoeröffnung bei der Bank, kein Kredit, kein Mobilfunkvertrag und kein Wohnungsmietvertrag ohne Auskunft und gleichzeitige Eintragung bei der Schufa. Selbst die Wohnadresse und wie häufig ihr den Strom- und Gas-Anbieter wechselt wird zu dem lebenswichtigen Schufa-Score (Bonität) verwendet.

So verfügt die Auskunftsdatei inzwischen knapp 68 Millionen Datensätze zu privaten Personen und 6 Millionen zu Unternehmen. In der Wirtschaft ist ein solches Konvolut an Daten bares Geld wert. Wie nun das Handelsblatt erfahren hat knapp 2 Milliarden Euro, welche von einem US-Investor wohl bereits geboten wurden. Die Verhandlungen sollen demzufolge von der Deutschen Bank und der Commerzbank geführt werden. Die aktuellen Anteile der Schufa AG sind zu 35 Prozent an Kreditbanken, 26 Prozent an Sparkassen und 18 Prozent an private Banken verteilt. Den Rest teilen sich Genossenschaftsbanken, der Handel und Andere auf.

Und die deutsche Datenschutz-Grundverordnung?

Da es in Deutschland ja mit die besten Datenschutzgesetze gibt, wie man ja bei jedem Besuch auf eine Webseite mitbekommt und auch die Corona-Warn-App aktuell heftig darunter zu leiden hat, stellt sich die berechtigte Frage, was denn mit den Millionen von sensiblen Datensätzen passiert. Schließlich wäre die Schufa ohne diese Daten nichts wert. Doch dürfen diese so einfach in die USA verhökert werden?

[Quelle: Handelsblatt | via Caschys Clubhouse]
MaTT

Mit dem Palm groß geworden und dem Qtek 1010, sowie HTC Hero die unstillbare Lust an dem OS Android bis zum heutigen Tage entdeckt. Als Gründer von Android TV (heute GO2mobile), pflasterten Meilensteine bei Areamobile (Head of Video Content) oder NextPit (Senior Editor) den Weg von Bestenlisten, News, Tests und Videos. Auch heute noch Spezialagent für alles Kreative.

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