Das mobile Betriebssystem von Google und der Open Handset Alliance hat gut 4 Jahre auf dem Buckel, seit es mit dem T-Mobile G1 aka HTC Dream das Licht der Welt erblickt hat. Seit Android 1.1 hat sich das Bedienkonzept nur marginal geändert, wozu sollte man auch etwas gut Funktionierendes ändern? Dennoch bastelt Google nebenher an größeren Neuerungen, wie ein Patentantrag offenbart.
Wir alle wissen wie das Bedienkonzept von Android aussieht. Im Homescreen werden Shortcuts und Widgets abgelegt, im App Drawer tauchen alle installierten Apps auf (ab Android 4.0 zusätzlich Widgets) und in der Notification Bar sind Benachrichtigungen aller Art zu finden. In seinen Grundzügen seit Android 1.1 nahezu unverändert, höchstens in der optischen Präsentation. Diese Art der Bedienung hat sich in uns festgesetzt, wir beherrschen diese quasi wie im Schlaf. Wer neue Arten der Bedienung seines Smartphones haben will, der wird im Google Play Store fündig, immerhin ist das einer der großen Vorteile von Android: Alles was programmiertechnisch umsetzbar ist, ist machbar. Zum Beispiel die Nutzung von mehreren Benutzer-Konten, wie wir erst gestern berichteten.
Der im dritten Quartal 2011 von Google eingereichte Patentantrag erweitert allerdings die Art der Bedienung, wie es ähnlich bereits in Windows 8 RT genutzt wird: Verschiedene sensitive Bereiche für spezielle Aktionen. Die Actionbar verschwindet dabei komplett und Aktionen werden durch Wischgesten ausgeführt. Beispielsweise vom unteren Rand über das Display mit dem Finger wischen und es öffnet sich der App Drawer. Das folgende Bild veranschaulicht ganz gut die Vorstellungen, die Google mit der neuen Art der Bedienung verfolgt. Immerhin kann damit der komplette Bildschirm-Inhalt für Apps und Informationen genutzt werden und Hardware- sowie Software-Tasten entfallen.

Bildquelle: PatentBolt
Von Vorteil könnte das auch für die Ein-Hand-Bedienung für Smartphones sein, denn theoretisch könnte es egal sein, von welcher Seite man „rein-swyped“. Fakt ist, dass damit eine ganz neue Benutzererfahrung ermöglicht wird, welche die Natur von Touchscreen-Geräten noch stärker zu Tage führt. Fraglich bleibt nur, ob und wann Google eine derartige Oberfläche integrieren wird oder will. Denn wie heißt es doch so schön: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Zählt ihr euch auch eher zu den Gewohnheitstieren oder würdet ihr solch ein Bedienkonzept gerne mal in Natura ausprobieren? Teilt uns eure Meinungen zu dem Patent mit und ob das überhaupt erfolgreich sein kann.
Übrigens kann man bereits jetzt schon einige dieser Dinge umsetzen, wie die Apps GMD GestureControl und Sudo QuickLaunch beweisen. GMD GestureControll setzt ein gerootetes Gerät voraus und erlaubt euch, bestimmte Aktionen diversen Wischgesten zuzuordnen. Das funktioniert sogar bei einem gesperrtem und im Standby befindlichem Gerät mal mehr und mal weniger zuverlässig. Selbst über den Rand hinaus werden Gesten unterstützt. Zum Testen ob das eigene Gerät unterstützt wird, ist die Lite-Version auszuprobieren. Und Sudo QuickLaunch schließlich verwandelt die Home-Taste beim Nexus in einen Schnellstarter für Apps, wo sonst Google Now per Wischgeste gestartet wird. Funktioniert nur mit Android 4.1 Jelly Bean oder höher und braucht Software-Tasten wie beim Nexus 7 sowie Galaxy Nexus.




















Christian
Wow… ein völlig Neues Bedienkonzept, dass sich die Android-Ing. da augedacht haben… man könnte Sagen: Respekt! Wenn das Swipe-Konzept nicht von Nokia (N9/MeeGo) gestohlen wäre…
VG, Christian