
Mit Windows 10 Mobile wollte Microsoft das große Comeback im Smartphone-Sektor feiern, jedoch haben sich die Bemühungen bisher noch nicht so recht ausgezahlt. Trotz neuer Geräte und einzigartigen Funktionen, ist das Geschäft mit den Windows Smartphone regelrecht eingebrochen. Können da Funktionen wie Windows Continuum noch etwas retten, wenn man sich die aktuellen Verkaufszahlen vor Augen hält?
Wenn man sich die jüngst veröffentlichten Verkaufszahlen von Microsoft anschaut, dann hat Windows 10 Mobile einen denkbar schlechten Start hingelegt. Das Microsoft Lumia 550 ist der preisgünstige Einstieg in die Welt der Windows 10 Smartphones und am anderen Ende stehen die Modelle Microsoft Lumia 950 und Lumia 950 XL. Gerade das Flaggschiff-Duo ist technisch gesehen mehr als nur verlockend, aber das Betriebssystem und auch das verwendete Gehäusematerial, haben immer mal wieder für Kritik und sogar einen kurzzeitigen Verkaufsstopp gesorgt (zum Beitrag).
Windows 10 Mobile im Absturz?
Das zeigt sich auch in den Verkaufszahlen, denn im vergangenen vierten Quartal 2015 hat Microsoft trotz des Weihnachtsgeschäfts lediglich 4,5 Millionen Smartphones der Lumia-Marke verkaufen können. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 2014 und dessen über 10,5 Millionen verkaufter Geräte ist das ein Rückgang von satten 57 Prozent. Die Grafik zur Entwicklung der Verkaufszahlen seit dem großen Neustart mit Windows Phone 7 spricht daher Bände für die Windows-Phone-Plattform an sich.
Sorry, Windows Phone. 110m lifetime sales – 4.5bn iOS & Android phones sold in the same period pic.twitter.com/CO03XWhYJg
— Benedict Evans (@BenedictEvans) January 28, 2016
Erste Branchen-Experten und Analysten bringen diese Entwicklung mit dem Fehlen einer breiteren Modellpalette in Verbindung, denn abgesehen von den beiden Top-Smartphones und dem untersten Einsteiger-Modell gibt es nichts dazwischen. Die Absatzstarke Mittelklasse im Bezug auf die Verkaufszahlen und damit den Marktanteilen – Windows Phone (Windows Phone 7, Windows Phone 8.1 und Windows 10 Mobile) selbst hat aktuell gerade mal 2 Prozent Marktanteile insgesamt – ist noch von älteren Lumia-Modellen besetzt, die wiederum nach wie vor auf das offizielle Windows 10 Mobile Update warten (zum Beitrag).
Umso wichtiger ist da der Schritt für Redmond, dass man Windows Continuum als einzigartige Funktion offiziell auch für die Mittelklasse freigegeben hat, sofern ein Snapdragon 617 Octa-Core-Prozessor verbaut ist. Erst damit lässt sich ein Windows 10 Mobile Smartphone mit dem passenden Dock zu einem quasi vollwertigen Windows PC umfunktionieren, welcher über eine Desktop-Ansicht verfügt mit einfachem Multi-Tasking und Desktop-ähnlichen Apps. Insbesondere die Office-Suite von Microsoft ist damit gemeint, als eine der ersten Universal-Apps überhaupt.
Gerade wenn Microsoft Einblicke in die Entwicklung und Entstehung solcher Funktionen gewährt, wird es spannend, wie der nachfolgende Artikel zeigt:
Windows Continuum: So entstand der Desktop-Modus für Windows 10 Mobile
Damit sind Apps gemeint, die sowohl auf Windows 10 für Desktop-PCs sowie Notebooks funktioniert, als auch mit Windows 10 Mobile Smartphones. Der nahezu identische Systemkern der beiden Betriebssysteme macht dies erst möglich und ist abgesehen von Ubuntu Touch einzigartig in der Smartphone-Branche.
Erneut bevorstehender Wandel
Dennoch hat all das in der Summe nicht geholfen, um das neue Windows für Smartphones aus einer Nische hervor zu holen. Neben den fehlenden attraktiven und preiswerten Modellen für die Mittelklasse ist es auch das Angebot an Apps, welches in regelmäßiger Schönheit als Argument gegen Windows Phone gebraucht wird. Von der Hand zu weißen ist dies nicht, da viele namhafte Apps von iOS oder Android nach wie vor fehlen oder die verfügbaren Alternativen qualitativ fragwürdig sind. Bestes Beispiel ist Google, welche die Smartphone-Plattform von Microsoft vehement ignorieren.
Die Kollegen von t3n haben daher in einem Kommentar einen interessanten Vorschlag gemacht: Redmond sollte auf Android als Haupt-Plattform setzen um Gewinn mit der Smartphone-Sparte zu machen und Windows 10 Mobile nebenbei als eine Art Plattform für Enthusiasten weiter voran bringen, bis es wirklich eine ernsthafte Alternative in jeder Hinsicht ist.
Das eine solche Strategie funktioniert beweist der kanadische Konzern BlackBerry, dessen BlackBerry PRIV die Smartphone-Sparte wieder profitabel gemacht hat, ohne dabei BlackBerry OS 10 aufgeben zu müssen (zum Beitrag).
Das es größere Veränderungen geben wird ist nicht zu übersehen. So soll das demnächst startende Microsoft Lumia 650 das vermutlich letzte Lumia überhaupt sein, damit Microsoft mit einem Surface Phone und Intel x86-Prozessor der Atom-Z-Familie neu durchstarten kann und die Verschmelzung von Smartphone mit dem Desktop auf eine ganz neue Ebene heben kann.
Mehr Umsatz und mehr Gewinn
Nur gut das die Software-Sparte rund um die Cloud-Dienste und Office besser denn je dasteht. Deren Umsätze und auch Gewinne haben kräftig zugelegt, wobei prozentual gesehen der größte Zuwachs in der Hardware-Sparte und da insbesondere den Tablet-Modellen der Surface-Familie zu verzeichnen ist. Von 9,4 Milliarden US-Dollar auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft mit den Software-Lizenzen hat von 6,3 Milliarden US-Dollar auf 6,7 Milliarden US-Dollar zugelegt und im Cloud-Bereich sind es von 5,9 US-Dollar auf 6,4 Milliarden US-Dollar geworden.




















Hans
Genau das isses. Es nutzt nix den Desktopmode zu bringen wenn das System keine Apps hat. MS hat meiner Meinung die Geduld vieler User einfach verzockt. Wer will schon nen Smartphone welches nur ein rudimentäres stagnierendes App Angebot hat. Es wurde Besserung versprochen mit Wp10 via universal Apps. Es wurde versprochen ALLE Lumias bekommen das update. Es bekommen jetzt nicht alle, schlimmer noch das update wird seit Monaten verschoben. Dieses rumgeeiere schauen sich die meisten Leute doch nicht lange an. Da wird nen googlephone gekauft und gut. Ms hat den ganzen hype um Windows 10, welcher sich ein Stück auf WP hätte ausweiten können verpatzt.