Honor hat uns gerade erst mit dem Magic 6 Pro im Test begeistert, da präsentiert uns die ehemalige Huawei-Tochter die Honor 200 Series. Nachdem das Honor 200 Pro mit seinem speziellen „Studio Harcourt“-Foto-Modus in der GO2mobile-Redaktion angekommen ist, habe ich mir das für knapp 700 Euro satt ausgestattete Android-Smartphone mit zu meinem Kurzurlaub mit nach Mallorca genommen. Hier mein erstes Hands-On. Viel Spaß beim lesen.
Inhaltsverzeichnis
Das 163,3 x 75,2 x 8,2 Millimeter große und 199 Gramm leichte Honor 200 Pro kam in Ocean Cyan zu uns in die GO2mobile-Redaktion. Ich würde es als Mintgrün bezeichnen. In der Glasrückseite spiegelt sich im angerauten Muster der Wellengang des sogenannten „Ocean-Design“ erneut wieder und sorgt effizient für einen Wiederstand gegen Fingerabdrücke.
Honor liefert ein erfrischendes Design mit ovalem Triple-Kamera-Array auf der Rückseite. Fingerabdrücke gibt es keine, aber wirklich rutschfest ist die angeraute Glasrückseite auch nicht. Bei der IP65-Zertifizierung (in China IP55) hätte es auch gern IP68 sein dürfen.
Das maximal 4.000 Nits helle Panel bietet eine Auflösung von 2.700 x 1.224 Pixel und eine maximale Bildwiederholrate von 120 Hertz. Ihr könnt diese aber auch als Stromsparmaßnahme auf 60 Hertz fixen.
Auffällig die ovale Punch-Hole, welche nicht nur zwei Kameras (50 MP/2 MP), sondern auch die sogenannte Magic Capsule beherbergt. Was das ist, dazu mehr in der Kategorie Software.
Das AMOLED-Display überzeugt nicht zuletzt durch seine seitlichen Abrundungen die es nahezu randlos erscheinen lassen und der hohen, schnellen Bildwiedergabe.
Das Honor 200 Pro ist mit einem Snapdragon 8s Gen 3 SoC (System on a Chip) ausgestattet. Ein Prozessor den ich gern als Semi-Flaggschiff-Chip bezeichne. Er bietet mit seiner maximalen Taktrate von 3.0 GHz auf dem X4-Prime-Core eine hervorragende Performance bei einer optimalen Energie-Effizienz. Benchmarks folgen im ausführlichen Test.
Doch erste Spiele wie Real Racing 3 oder PUBG bereiten dem Smartphone keine Probleme. Auch mit ungewöhnlichen Hitze-Entwicklungen hatte ich auf Position des Prozessors nicht zu kämpfen.
Bei der gesamten Nutzung des Smartphones gab es zu keinem Zeitpunkt Einschränkungen in Sachen Performance.
Unser Testgerät ist mit 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internen und nicht erweiterbaren Programmspeicher ausgestattet. Das sollte für das Gros an Nutzer völlig ausreichen und den fehlenden Speicherkarten-Support kompensieren. Während es in anderen Ländern auch Speicheroptionen mit 12/256, 16/512 und 16/1.024 GB Speicher gibt, beschränkt man sich in Deutschland auf diese eine Variante.
Der Snapdragon 8s Gen 3 hat sich als preiswerter Prozessor mit Flaggschiff-Tendenzen herauskristallisiert. Auch in unserem ersten Hand-On konnte die Speicher-Konfiguration samt Antrieb auf ganzer Linie überzeugen.
Kommen wir zu dem wohl spannendsten Teil des Honor 200 Pro. Schließlich wirbt der Konzern mit seiner Kooperation mit dem für seine Schwarz-Weiß-Portraits bekannten und weltberühmten Pariser Fotostudio Harcourt. Das setzt unsere Ansprüche gleich auf ein neues Level.
Die Hauptkamera bietet eine Auflösung von 50 Megapixel bei einer Blende von f/1.9. Basis dafür ist der 1/1.3 Zoll große Omnivision OV50H Image-Sensor. Kommt Euch bekannt vor? Klar, der Light Hunter 9000 kommt auch in dem Honor Magic 6 Pro zum Einsatz, das wir gegen das Oppo Find X7 Ultra im Kameravergleich haben antreten lassen. Die Optik bietet eine optisch stabilisierte (OIS) äquivalente Brennweite von 23 Millimeter samt Laser- und Phasenerkennungs-Autofokus (PDAF).
Mittig links in dem Oval gibt es eine 50-MP-Telezoom-Kamera, basierend auf einem Sony IMX856 Bildsensor. Diese bietet einen optisch stabilisierten und verlustfreien 2,5-fachen Zoom, hoch bis zur beworbenen 50-fachen digitalen Vergrößerung mit PDAF. Die Maximalblende beträgt hier typische f/2.4.
Das Triple macht eine 12-MP-Ultra-Weitwinkel-Kamera voll, welche ein Sichtfeld von 112 Grad und einen festen Autofokus bietet. Leider kein OIS, was gerade bei der Verwendung von Makroaufnahmen (ab 2,5 cm) von Vorteil hätte sein können.
Tagesaufnahmen mit der Hauptkamera gelingen durch die Reihe. Wen wundert es? Schließlich hat das Honor Magic 6 Pro bei den Kamera-Experten von DxOMark mit dem gleichen OmniVision Bildsensor den zweiten Platz vom Start weg erlangt. Allerdings bot das Flaggschiff-Smartphone gegenüber unserem heutigen Mittelklasse-Kandidaten eine Optik mit einer variablen Blende. Das wird sich vermutlich noch bei den Nachtaufnahmen bemerkbar machen.
Okay, die Ultra-Weitwinkel-Aufnahmen machen was sie sollen: einen möglichst weites Sichtfeld. Auffällig ist aber, dass die Software das Farbmanagement zwischen den unterschiedlichen Image-Sensoren nicht gut justiert wurde. Die Unterschiede sind aber tatsächlich minimal und somit auch in der Preisklasse akzeptabel.
Makroaufnahmen werden bei dem Honor 200 und 200 Pro mit der Ultra-Weitwinkel-Kamera erstellt. Bereits ab einer Entfernung von 2,5 Zentimeter kann die Welt von Ant-Man fotografiert werden. Die „geringe“ Auflösung von 12 Megapixel lässt die Kamera schnell an Ihre Grenzen kommen. Es bedarf schon zwei drei Versuche um die richtige Entfernung und Einstellung für die perfekte Aufnahme zu finden.
Es ist mit den Zoomaufnahmen wie bei fast allen Android-Smartphones (Ausnahmen bestätigen die Regel): Der maximale Zoom – in unserem Fall die 50-fache Vergrößerung – ist nur für Spionagezwecke zu gebrauchen. Auf keinen Fall um sich ein Foto ins Album zu tackern. Auch die 10-fache Vergrößerung halte ich nur auf dem Smartphone-Display als sehenswert. Der 2,5-fache Zoom und somit auch die verlustfreie Vergrößerung gefällt.
Ich war tatsächlich überrascht wie gut das Honor 200 im Nacht-Modus abliefert. Nicht nur das Zoomstufen bis zum 10-fachen möglich sind, auch die Aufnahmen wissen rundum zu gefallen. Schauen wir uns allein das Foto von der Dachterrasse runter auf die leeren Liegen und Palma bei Nacht im Hintergrund.
Auch die Detailtreue bei den Aufnahmen in meiner Bibliothek oder der Coves del Drac (Tropfsteinhöhle) auf Mallorca haben mich schwer beeindruckt.
Selfie-Aufnahmen können im Normal- und Weitwinkel-Modus aufgenommen werden. Aufgrund der Qualität gehe ich nicht davon aus das dafür auch die 2-MP-Kamera verwendet wird.
Was bei Tage durchweg gefällt, wirft bei schlechten Lichtverhältnissen, bzw. bei Nacht seine sprichwörtlichen Schatten auf die Aufnahmen. Sprich bei den letzten beiden Nachtaufnahmen hat es einfach nicht mehr für gute Fotos gereicht. Gerade das letzte Foto zeigt die Palme mit starken Bildrauschen, wo besagte KI einfach versagte, wenngleich ich genau genommen perfekt abgelichtet wurde.
Klar, drei Fotos habe ich auch im speziell angeteaserten Hardcore Harcourt-Modus erstellt, von denen das Honor 200 Pro drei an der Zahl bietet (Klassisch, Farbe und Dynamisch). Ich habe Euch einmal drei Aufnahmen mit in die Galerie gepackt.
Zu der Qualität möchte ich mich noch nicht äußern da ich aktuell stark zwischen Marketing und echtem Know-How schwanke. Honor verspricht Aufnahmen mit der Telekamera mit 2-facher Vergrößerung und Unterstützung der künstlichen Intelligenz. Ja ein ReizBuzzwort aktueller Zeiten. Nix geht ohne KI. Aber ersetzt eine Schwarz/Weiß-Aufnahme mit angeblicher KI einen renommierten Fotografen samt Fotostudio wie das Studio Harcourt in Paris? Licht, Make-up und Motiv machen schon viel aus, doch wenn man sich einmal mit einem Fotografen unterhält, gehört noch weit mehr dazu.
Das Honor 200 Pro kann mit seinen Kameraqualitäten durchaus mit der Oberklasse mithalten. Nicht einmal bei den Nachtaufnahmen spürt der Nutzer den Unterschied zu den Flaggschiffen. Lediglich Weitwinkelaufnahmen sind die Verlierer des Honor 200 Pro. Da nutzt auch die KI nix. Kleiner Spoiler: Ich hatte auch das Google Pixel 8a mit auf der spanischen Insel, sodass Euch hier noch ein Kameravergleich erwartet!
Das Honor 200 Pro hat einen 5.100 mAh starken Akku verbaut. Dieser lässt sich kabelgebunden mit bis zu 100-Watt-HyperCharge, kabellos bis maximal 66 Watt SuperCharge und gibt auch im Reverse-Charge-Verfahren 5 Watt seiner Energie an andere Geräte weiter.
Wie bei Honor allgemein üblich, gibt es kein Netzteil mit im Lieferumfang. Ich hatte aber schon das „Geschenkpaket“ erwähnt, bei dem es in jedem Fall ein 100-Watt-SuperCharger gratis dazu gibt.
Auch wenn wir als Tester kein Netzteil dazu bekommen, hatte ich glücklicherweise noch eines in der Redaktion. Mit der maximalen Leistung bekommt Ihr nach 5 Minuten 11 Prozent, nach 20 Minuten 43 Prozent und nach einer halben Stunde 65 Prozent der maximalen Kapazität in den Akku geladen. Nach satten 50 Minuten ist der Akku vollgetankt.
Die Woche, in der ich das Smartphone auf Mallorca getestet habe, würde ich den Verbrauch als „normal“ bezeichnen. Eine Stundenangabe bekommt Ihr aber erst beim finalen Test, da der Gebrauch mit permanenten Fotosessions zu intensiv war.
Der Akku ist gut dimensioniert und macht auf den ersten Eindruck einen durchschnittlichen Eindruck. Sehr erfreulich ist die Schnellladefunktion, als auch dass kabellose Laden, bzw. Beladen anderer Wireless-Geräte.
Das Honor 200 Pro kommt mit MagicOS 8.0 auf Basis von Android 14 zu Euch. Der Google Sicherheitspatch ist vom 1. Mai 2024 – also nicht top aktuell, aber im Rahmen. Ob Honor auch bei den beiden 200er-Modellen vier Jahre lang System- und 5 Jahre lang Sicherheits-Updates garantiert, können wir noch nicht beantworten, da uns das Unternehmen die Antwort noch schuldig geblieben ist. Wird aber spätestens zum ausführlichen Test nachgereicht!
Das Magic Portal ist ein bemerkenswertes Feature, das auf der rechten Seite des Bildschirms erscheint und als äußerst effizientes Tool fungiert. Dieses Tool kann Adressen, Texte und Bilder automatisch erkennen. Anschließend ermöglicht es den Benutzern, diese erkannten Elemente nahtlos in passende Anwendungen wie Gmail, Notizen oder Google Maps zu öffnen oder zu verschieben.
Honor führt die Magic Capsule zunächst nur für bestimmte Apps und Benachrichtigungen wie dem Music Player ein. Das bedeutet, dass nicht alle Anwendungen sofort von diesem neuen Feature profitieren können, sondern nur eine ausgewählte Anzahl. Eine vollständige Umstellung der gesamten Navigation auf Eye-Tracking erscheint momentan als zu aufwendig und komplex.
In der Software-Kategorie begeistert das Honor ebenfalls durch KI-Features. Wie sollte es auch anders sein. Diese Kategorie hatte aber in unserem ersten Hands-On wenig Aufmerksamkeit genossen, mea culpa!
Doch in unserem ersten Eindruck kann das Pro-Modell von Honor durchaus überzeugen. Wir sind sogar geneigt zu behaupten, dass die Kameraqualität dem deutlich teureren Honor Magic 6 Pro ebenbürtig ist. Und das hat aktuell Platz Zwei bei den DxOMark-Spezialisten inne.
Wir hätten uns eine Lederimitat-Rückseite gewünscht, das matte Glasdesign verhindert aber zumindest Fingerabdrücke. Der Snapdragon 8s Gen 3 ist eine geniale Entscheidung, da der Prozessor nicht nur sehr schnell ist, sondern auch preiswert.
Display, Akku und Software geben nach unserem ersten Hands-On keinen Grund zu klagen und wissen zu gefallen. Ob unser erster Eindruck dem ausführlichen Test standhält?
Produktname: Honor Magic 200 Pro
Marke: Honor
Angebotspreis: 699.90
Währung: Euro
Verfügbarkeit: InStock
Vorläufige Kurzfassung
Das Honor Magic 200 Pro ist eine kleine Überraschung. Die Hauptkamera scheint auf den ersten Blick der des Honor Magic 6 Pro ebenbürtig. Unser Tipp: Habt Ihr noch ein wenig Zeit, wartet unseren finalen Test ab und ein Preis unter 600 Euro. Dann sehen wir keinen Grund der gegen einen Kauf spricht!
Pro
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