Vergangenen Mittwoch hatte unser geschätzter Blogger-Kollege Sascha Pallenberg einen Artikel veröffentlicht, welcher in den wenigen Tagen wie großes Lauffeuer seine Runden im Netz macht. Selbst große Nachrichten-Seiten und Medienanstalten greifen das Thema mittlerweile auf und berichten darüber. Die an den Pranger gestellten Personen hinter dem kostenlosen Browser-AddOn wehren sich.
In seinem sehr lesenswerten (und verdammt langen) Artikel deckte unser Kollege Sascha ein Werbe-Netzwerk auf, welches aus einer kleinen aber unscheinbaren Funktion ein riesiges Kapital herausschlägt. „Acceptable Ads“ nennt sich die Funktion, über welche „strategische Partner“ erlaubte Werbung ausliefern können. Laut dem Entwickler des AddOns, welches unter anderem für Firefox und Chrome angeboten wird, wird die Liste der „Acceptable Ads“ von der Community in einem öffentlichen Abstimmungsverfahren gepflegt. Transparenz so weit das Auge reicht könnte man meinen aber nicht ganz unberechtigt stellt Sachsa dieses Konzept in Frage:
Fuenfzehn Mitarbeiter, davon zwei Geschaeftsfuehrer, weitere Stellenanzeigen sind geschaltet, Bueros im Koelner Clusterhaus? Und das einzige Produkt ist eine kostenlose Browser-Erweiterung? Wie kann das funktionieren?
In seiner Recherche hat Sascha einige dubiose Verbindungen der Geschäftsführer von Eyeo GmbH aufgedeckt, jene Firma die sich für die Weiterentwicklung von Adblock Plus verantwortlich zeichnet. Geschäftsführer Till Fayda unterhalte einige Kontakte zu etlichen Werbe-Unternehmen, welche sich sogar in die White-List der Acceptable Ads eingekauft hätten und das passe schließlich nicht so ganz in die Darstellung der Community-basierten Listenpflege. Zudem könnten die Macher des Browser-Plugins relativ einfach Werbung auf bestimmten Seiten blockieren, die Haupteinnahmequelle von kostenlosen Angeboten im Netz wie Blogs. Gegen eine Beteiligung in Höhe von 30% an den erzielten Erlösen aus der Werbung würde man die Sperre wieder aufheben bzw. gar nicht erst schalten. Man könnte das durchaus als Erpressung bezeichnen. Das Ganze scheint übrigens über Yieldkit realisiert zu werden, wo besagter Till Faida investiert hat.
Es stimmt und dann doch wieder nicht
Wie zu erwarten lässt sich die Eyeo GmbH die Vorwürfe nicht gefallen und hat kurz nach Saschas Blog-Artikel eine Stellungnahme veröffentlicht. Interessanterweise bestätigt Till Faida im Großen und Ganzen die Erkenntnisse von Sascha, insbesondere die Zusammenarbeit mit den genannten Partner-Unternehmen. In einigen Punklten widerspricht Faida dennoch unserem geschätzten Blogger-Kollegen und sieht keine Gewissenskonflikte in besagter Zusammenarbeit. Überhaupt moniert Faida, dass weder er noch die anderen Beschuldigten wie Tim Schumacher und der ursprüngliche Entwickler von Adblock Plus, Wladimir Palant, im Artikel von Sascha Pallenberg zu Wort kommen durften. Faida meint einfach nur, dass man Adblock Plus in den Dreck ziehen wolle.
Wir persönlich glauben das nicht aber dennoch ist es einfach nur erschreckend, was für ein riesiges Werbe-Netzwerk hinter Adblock Plus bzw. den Entwicklern bei der Eyeo GmbH steckt. Ob die Vorwürfe von Sascha Pallenberg nun wirklich stimmen oder nicht, die Möglichkeit besteht definitiv. Den Artikel von Sascha könnt ihr im Übrigen an dieser Stelle finden und eines sei euch ans Herz gelegt: Ihr braucht einiges an Zeit, um auch wirklich alles zu lesen. Die Stellungnahme von Till Faida ist ähnlich ausführlich und gibt es an dieser Stelle.
Die gesamte Thematik hat innerhalb kürzester Zeit so hohe Wellen geschlagen das bereits das ARD Nachtmagazin sich dessen angenommen hat. Bitte entschuldigt die geringe Auflösung, die ARD Mediathek gibt zum download nicht mehr her. Wer es in einer höheren Qualität sehen möchte kann dies ab 12:28 Minuten unter folgendem Quelllink: ARD Mediathek
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=5RGKy34K3xE[/youtube]Aber wie Sascha Pallenberg schon so schön sagte: Es ist euch überlassen, welchen Adblocker ihr nutzt und ob ihr überhaupt einen nutzt. Dennoch würden wir uns sehr freuen, wenn ihr für uns eine Ausnahme in eurem Adblocker erstellen könntet, denn auch wir sind auf die Einnahmen aus Werbe-Anzeigen angewiesen. Nebenbei erwähnt ist die Android-App von Adblock Plus nicht von diesem Werbe-Netzwerk betroffen, wie es scheint. Dennoch wurde die App von Google aus dem Play Store geschmissen, allerdings nur weil es Werbung blockieren kann.




















Kuckuck
An sich habe ich nichts gegen Werbung, ich möchte nur nicht, dass die mikrigen 150 MB Internetflate im Monat dafür verbraucht werden. Wenn dann mit der Option „nur über wlan“.