Apple Pay: US-Handelsketten planen eigene Lösung

Eigentlich hätte es der große Durchbruch für ein landesweites Zahlungssystem per Smartphone werden können, als Apple zusammen mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus die Plattform Apple Pay vorstellte. Einfach das NFC-fähige Smartphone auf das Terminal halten, per Touch ID die Identität bestätigen und die Zahlung durchführen. Allerdings spielen die ganz großen US-Handelsketten da nicht mit.

Stattdessen blockieren die größten Handelsketten wie Best Buy, Wal Mart oder Wendy’s das System von Apple, indem NFC-fähige Terminals Apple Pay ganz einfach nicht unterstützen. Damit man allerdings mit seinem iPhone 6 in dem Geschäft bezahlen kann, muss neben einem NFC-fähigen Terminal der Ladenbetreiber selbst auch noch Partner von Apples Bezahl-Plattform sein und genau das ist bei den großen Ketten nicht der Fall. Somit hat Apple zwar die US-Banken auf seiner Seite, nicht aber die ebenso wichtigen großen Handelsketten.

Apple Pay ist nicht lukrativ

Stattdessen wollen die Unternehmen ein eigenes Bezahlsystem auf die Beine stellen, welches man auf den Namen CurrentC getauft hat. Der Grund ist sogar denkbar einfach: Bei Apple Pay verdienen die Handelsketten selbst nichts, da lediglich Apple und die Banken bzw. Kreditkarten-Herausgeber etwas von den erhobenen Transaktionsgebühren erhalten. Wer Tausende Filialen hat in denen täglich jeweils Hunderte wenn nicht gar Tausende Kunden per Smartphone bezahlen und man nichts verdient, dann überlegt man sich das schon. Also plant und realisiert man ein eigenes System, wo man anders als bei Apple Pay selbst dran verdienen kann.

Anfang 2015 soll CurrentC live gehen und in den unterstützenden Handelsketten 7-Eleven, Banana Republic, Bed Bath & Beyond, BestBuy, Dunkin’ Donuts, Gap, Kmart, Kohls, Lowes, Old Navy, Sam’s Club, Sears, Stop & Shop, Wal-Mart und Wendy’s online gehen. Ob allerdings die Akzeptanz ebenso groß sein wird auf Seiten der Kunden wie bei Apple Pay darf bezweifelt werden.

Krieg der Bezahlsysteme?

Der Bezahlvorgang wird durch einen QR-Code auf dem Display des Smartphones ausgelöst und per Bankeinzug oder Gutscheinkarte bezahlt. Allerdings kommt hier wiederum ein nicht unerheblicher Nachteil für die CurrentC-Unterstützer hinzu. Zwar muss man als Händler keine Transaktionsgebühren an die Banken abführen, aber anders als bei Apple Pay können Händler nicht vorher überprüfen, ob das Konto für den Bezahlvorgang überhaupt gedeckt ist. In einem Land wo die Kreditkarte allgegenwärtig ist im täglichen Leben sowieso eine schwere Vorstellung.

Insofern wird es wirklich spannend werden, welches System sich letzten Endes durchsetzen kann. Apple Pay mit der Macht der US-Banken im Rücken sowie der traditionell starken Verbreitung durch Apple-Hardware, oder die Ambitionen der US-Handelsketten?

Zumal Wal-Mart und BestBuy bereits gegenüber dem Wall Street Journal bestätigt haben, dass die NFC-Funktion der in den Geschäften genutzten Terminals nach und nach deaktiviert wird. Damit schließen die Unternehmen allerdings nicht nur Apple Pay aus: Auch NFC-fähige Kreditkarten und Google Wallet – quasi das Apple Pay für NFC-fähige Android-Smartphones – funktionieren nicht mehr. Auch CVS Pharmacy bestätigt das Abschalten der NFC-Funktion und nennt in einem Memo sogar explizit Apple Pay als den Grund. Es wird also spannend wie der „Krieg der mobilen Bezahlsysteme“ in den USA ausgeht und ob das irgendwelche Auswirkungen auf Deutschland haben wird.

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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