Apple University: Seltene Einblicke in den Konzern

Es gibt nur relativ wenige wirklich tiefer gehende Einblicke in das Erfolgsunternehmen aus Cupertino, mit denen die Funktionsweise und das Handeln des Konzerns besser erklärt werden kann. Die New York Times hat nun einen solchen tiefblickenden Bericht veröffentlicht über die Apple University, eine Konzern-eigene Einrichtung für Mitarbeiter, um die Apple-DNA an die Mitarbeiter besser zu vermitteln.

Der Journalist Brian X. Chen der New York Times hat einen dieser seltenen Momente und durfte tief in das Innere von Apple blicken. Zentrales Thema seines wirklich interessanten Artikels ist die sogenannte Apple University, eine Einrichtung zur Konzern-internen Fortbildung auf verschiedenen Bereichen, die für Apple besonders wichtig sind. Das interne Fortbildungsprogramm wurde noch zu Lebzeiten von Steve Jobs zusammen mit Joel Podolny – Vice President of Human Ressources – ins Leben gerufen und mit Eifer vorangetrieben, wie Chen in seinem Artikel schreibt.

Ein Blick in die Apple University

Dass das Projekt keinesfalls halbherzig verfolgt wurde, dürfte angesichts des Charakters von Steve Jobs und dessem Streben nach Perfektion nicht verwundern. So lehren in speziell auf die Bedürfnisse von Apple ausgerichteten Kursen Dozenten namhafter Universitäten wie Yale, Harvard oder Stanford und selbst das M.I.T. ist vertreten.

Gelehrt wird in Räumen des Apple Campus in Cupertino, der Zentrale des Weltkonzerns und Interessierte können sich auf einer Unternehmens-internen Website für bestimmte Kurse einschreiben. Diese Kurse werden basierend auf der Position dem Arbeitsumfeld der interessierten Mitarbeiter angeboten. So wird an der Apple University beispielsweise ein Kurs über die Geschäftsentscheidungen Apples angeboten, wie Beispielsweise die Entscheidung von Steve Jobs, den iPod und iTunes auch für die Windows-Welt zu öffnen.

Hilfe nach der Übernahme

Ein weiterer Kurs richtet sich ganz speziell an Gründer von durch Apple aufgekauften Unternehmen und StartUps wo gelehrt wird, wie man die Mitarbeiter bestens in Apple integrieren kann. Es geht das Gerücht um, dass es sogar einen speziellen Kurs für Beats-Mitarbeiter gebe, in denen selbst Dr. Dre und Jimmy Iovine mit drin sein sollen. Weder Beats Electronics noch Apple haben dazu Stellung bezogen.

Einer der wohl wichtigsten Kurse der Apple University dürfte jedoch der des Dekan sein, Dr. Randy Nelson. In diesem Kurs wird anhand der 11 Schritte umfassenden Lithographie mit dem Titel „Der Stier“ von Pablo Picasso veranschaulicht, wie Apple das Design und die Funktion seiner Geräte möglichst simpel und einfach gestalten will. Ausgehend von einer naturgemäßen Zeichnung mit allen Details wird der Stier mit jeder weiteren Zeichnung weiter vereinfacht, bis nur noch eine Strichzeichnung übrig bleibt, die dennoch deutlich als Stier zu erkennen ist. Ein anderer Kurs der Apple University beschäftigt sich mit dem Thema, was Apple eigentlich erst zu Apple macht.

Letztlich könnte man die Apple University als einen Ort bezeichnen, wo Apple seine Vorstellungen und seinen Geist auf die effektivste Art und Weise ausgewählten Mitarbeitern vermitteln kann. Aber nur wenn man die Kurse machen will und überhaupt dazu qualifiziert ist in seiner Tätigkeit.

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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