Apple WebTV: Sender sollen Inhalte selbst bereitstellen

Dieses Jahr stehen die Zeichen gut für eine neue Apple TV Set-Top-Box, die zudem mit einem Apple WebTV genannten Dienst versehen sein könnte. Dabei handelt es sich um ein Online-Angebot für Streaming-Inhalte, welche von TV-Sendern zur Verfügung gestellt werden sollen. Allerdings könnte sich genau da einiges an Streitpotential anbahnen.

Denn wie Peter Kafka von re/code erfahren hat, will Apple seine Partner aus der TV-Senderlandschaft dazu animieren, nicht nur die Sender und Inhalte anzubieten, sondern auch für deren Ausstrahlung über Apple WebTV zu sorgen. Kurzum: Apple möchte, dass die Sendeanstalten die Kosten für die Bereitstellung selbst übernehmen und Apple mit dem Web-Angebot selbst nur als Plattform-Betreiber auftritt. Für den US-Konzern aus Cupertino finanziell eine durchaus lohnende Sache.

Apple WebTV als Plattform-Betreiber

Wie es aus Insider-Kreisen heißt, sei Apple an die jeweiligen Sender herangetreten und habe sie gebeten, die im Monat anfallenden Kosten als auch die Verantwortung für das Streaming der Apple WebTV Inhalte selbst zu übernehmen. Über die Reaktionen ist nichts bekannt, aber die Gespräche an sich sind ein wichtiger Teil des geplanten Dienstes. Diesen will Apple Gerüchten zufolge zur WWDC 2015 erstmals vorstellen und diesen Herbst schließlich offiziell starten. Nur braucht es dazu auch Inhalte, an deren Bereitstellung für Apple WebTV der Konzern derzeit arbeitet.

Da die meisten TV-Sender schon jetzt über eigene Apps ihre Inhalte auf iPhone, iPad und iPod Touch in Eigen-Regie streamen, kommt der Vorstoß von Apple für den geplanten Streaming-Dienst nicht allzu unwahrscheinlich. Man könnte also behaupten, dass Apple TV-Sendern wie Fox, CBS oder Disney lediglich eine zusätzliche Plattform anbieten will.

Man will bei dem bleiben, was man kann

Als Verhandlungspartner für Apple WebTV selbst tritt Eddy Cue auf, Senior Vice President of Internet Software and Services bei Apple und damit einer der Haupt-Verantwortlichen für das Projekt. Seiner Meinung nach solle sich Apple auf das beschränken was es am besten kann: Das Bereitstellen der Hardware und Software, während Inhalte und die Infrastruktur von den Partnern verwaltet werden.

Eine andere Theorie könnte aber auch der Grund sein, warum Inhalte für Apple WebTV von den jeweiligen Anbietern verwaltet werden sollten. Internet-Provider wie Comcast oder Verizon, die ihre eigenen Streaming-Pakete verkaufen, könnten auf diese Weise Apple nicht netzpolitisch torpedieren, wenn die jeweiligen Anbieter der Inhalte selbst für deren Ausstrahlung sorgen. Diese Vermutung basiert auf einen Vorfall vom letzten Jahr, wo Netflix sich über kommerzielle Verträge mit Comcast und Verizon beschwerte, damit diese nicht die Verbindungen zu dem Dienst künstlich ausbremsen.

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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