Facebook schluckt WhatsApp – Bei uns die ganze Wahrheit!

Es ist die wohl größte und gleichzeitig überraschendste Übernahme der gesamten Branche: Facebook kauft den Messenger-Konkurrenten WhatsApp für gigantische 19 Milliarden US-Dollar. Auch wenn sich zunächst nichts ändern soll bei WhatsApp selbst, gibt es etliche versteckte Risiken im Messenger selbst. Und das wird ge­flis­sent­lich nicht erwähnt.

Diese Nacht verkündeten sowohl Facebook via Mark Zuckerberg und WhatsApp im hauseigenen Firmenblog, dass der Messenger mit mehr als 450 Millionen aktiven Nutzern im Monat vom größten sozialen Netzwerk der Welt geschluckt wurde. Ganze 19 Milliarden US-Dollar lässt sich der Konzern von Mark Zuckerberg die Übernahme kosten und das obwohl WhatsApp-Gründer und CEO Jan Koum vor Kurzem noch die Unabhängigkeit des Messengers betonte als auch verteidigte. Gegen 4 Milliarden US-Dollar in Bar, 12 Milliarden US-Dollar in Form von Facebook-Aktien mit Stand vom Börsenschluss am 18. Februar und weitere 3 Milliarden US-Dollar an Aktien für Jan Koum und seine Mitarbeiter sind am Ende wohl doch zu verlockend gewesen.

Facebook, WhatsApp und verschwiegene Fakten

Aber ist wirklich alles so Eitel Sonnenschein wie Mark Zuckerberg in seinem Facebook-Posting zu der Übernahme schreibt? Er sieht die Akquisition von WhatsApp als einen weiteren Schritt in seiner Mobil-Strategie, die man selbst nicht hat aufbauen können. Also wird kurzerhand mit WhatsApp der erfolgreichste Mitbewerber übernommen und schon hat man nicht nur zur restlichen Konkurrenz ein Stück weit aufgeholt, nein Facebook hat auch noch etwas anderes erfolgreich erworben. Mark Zuckerberg äußert sich persönlich wie folgt:

WhatsApp ist auf dem besten Weg zu einer Milliarde Nutzern. Ein Dienst der diesen Meilenstein erreicht ist unglaublich wertvoll. Ich kenne Jan nun schon sehr lange und ich bin ganz aufgeregt mit ihm und seinen Team zusammenzuarbeiten um die Welt offener und stärker zu vernetzen.

Fakt ist jedoch, dass der blaue Gigant mit einem Schlag die wertvollen Daten der über 450 Millionen Nutzer von WhatsApp hat: Telefonnummern, gespeicherte Konversationen und die Adressen als auch Geburtsdaten der jeweiligen Kontakte. Für ein Unternehmen in der Online-Werbebranche sind diese ein Vermögen wert, schließlich können die genannten Datensätze gewinnbringend an Werbetreibende weiterverkauft werden. Ebenso eigene Zwecke sind für das soziale Netzwerk sehr attraktiv. Denkbar sind hier der Verkauf von exklusiven Werbeflächen im aktuell beliebtesten Messenger.
Zwar ändert sich laut aktuellen Aussagen an der Mitarbeiter und Führungsebene von WhatsApp nichts, doch bleibt die berechtigte Frage wie lange Mark Zuckerberg an dieser Aussag nach der Übernahme durch Facebook nach festhalten wird.

Probleme mit der Sicherheit

In der Vergangenheit hatte die Nummer Eins in Sachen Messenger schon das ein oder andere mal mit eklatanten Sicherheitsproblemen zu kämpfen. Solche Sicherheitslücken werden nicht selten erst nach Monaten geschlossen. Und wenn überhaupt – dann auch nur wenn sich die Öffentlichkeit via Blog und Foren mit Kritik zu einer kritischen Masse aufbauschen – so geschehen bei der Thematik um die unverschlüsselten Nachrichten. Gerne denken wir auch zurück an die in Klartext übertragenen Passworte für den eigenen Account, der mit wenig Aufwand ausgelesen und dann missbraucht werden konnte.
Ebenso ungerne redet man im Hause WhatsApp über das ungefragt übertragen des kompletten Telefonbuch vom Smartphone auf die Server von WhatsApp.

Die sehr zurückhaltende Kommunikation mit offiziellen Anfragen wirft alles andere als ein gutes Licht auf das Unternehmen, das trotz der Übernahme so weitermachen soll wie bisher. Eine Veränderung soll es nicht geben nur wird diese früher oder später dennoch kommen. Spätestens wenn die Nutzer in Massen zu eine der zahlreichen Alternativen mit mehr Sicherheit abwandern.

Im Grunde bleibt nur ein mehr als fadenscheiniger Beigeschmack zurück und das Wissen, sich spätestens jetzt mit dem Thema der Alternativen auseinander setzen zu müssen.

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Stefan

Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Gedanke zu „Facebook schluckt WhatsApp – Bei uns die ganze Wahrheit!

  • 20. März 2014 um 9:52
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    Alternative gab es ja schon immer, aber diese bringen nicht viel, wenn im eigenen Bekannten- bzw. Freudeskreis immer noch alle auf Whatsapp zurückgreifen. Hier muss man schon vor einem Wechsel auch viele andere überzeugen, damit es sich überhaupt lohnt, Alternativen in Anspruch zu nehmen.

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