Gigaset GS5: Made in Germany mit Bedenken!

Das deutsche Unternehmen Gigaset versucht seit einigen Jahren mehr oder weniger erfolgreich Android-Smartphones zu verkaufen. Heute nun stellt der „Hersteller“ mit prominenter Unterstützung des Gesangskünstler Sascha das Gigaset GS5 unter dem Motto „Made in Germany“ vor. Warum wir das Smartphone nicht ganz so bedenkenlos empfehlen, sei neben den Fakten zum eigentlichen Device an dieser Stelle kurz erklärt.

 

„Made in Germany“ – really?

Das in Bocholt ansässige Unternehmen Gigaset ist hauptsächlich bei älteren Menschen beliebt. Das erklärt sich hauptsächlich durch seine Entstehungsgeschichte. Die Gigaset Communications GmbH ist aus der Siemens AG entstanden und mit dem Verkauf von DECT-Telefonen (Digital European Cordless Telephony) groß geworden. Ende Mai 2018 hatte man begonnen in China produzierte Bauteile hier in Deutschland final „zusammen zu bauen“. Das ermöglicht dem Unternehmen mit dem seit dem zweiten Weltkrieg sehr beliebten „Made in Germany“ zu werben und Reparatur arbeiten auch hierzulande ausführen zu können.

Das Osterfest brachte Gigaset einen Malware-Angriff

Doch diese Art von Werbung ist – wenngleich eine Täuschung am Kunden – nicht der Grund unserer Bedenken. Das Unternehmen hatte im April 2021 einen schweren  Malware-Angriff auf den hauseigenen Update-Server zu verkraften. Kunden beklagten selbstständig öffnende Browser mit dubioser Werbung oder Glücksspiel-Seiten bis hin zur Sperrung ihres WhatsApp-Accounts. Das Unternehmen reagierte umgehend. Jedoch nicht zwingend im Interesse des Kunden. Unsere Fragen und die Antworten des Unternehmens könnt ihr in unserem folgenden Beitrag nachlesen.

Gigaset antwortet auf konkrete Fragen zum Malware-Angriff

Das Gigaset GS5 kostet 299 Euro

Wir können unter diesen Umständen das Gigaset GS5 nicht empfehlen. Sehen uns aber in der Pflicht die technischen Daten des Smartphones euch näher zu bringen. Vielleicht ist der ein oder andere unter euch, der dem Unternehmen erneut eine Chance geben möchte. Das Smartphone ist ab Mitte/ Ende November 2021 in den Farben Dark Titanium Grey und Light Purple für 299 Euro erhältlich.

Dafür bietet das deutsche Unternehmen ein 6,3 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel und einer Helligkeit von mageren 450 nits. Die Bildwiederholrate beträgt noch standardisierte 60 Hertz. Auch die Notch im Display für eine 16 Megapixel auflösende Frontkamera (f/2.0) zeugt nicht von modernster Technik. Ebenso wenig wie eine verbaute Benachrichtigungs-LED und ein austauschbarer Akku mit einer Kapazität von 4.500 mAh. Dieser lässt sich zu unser Überraschung auch kabellos Laden (max. 15 Watt).

Gigaset GS5

Als Antrieb dient ein MediaTek Helio G85 Octa-Core-Prozessor, dessen maximale Taktrate bei 2 GHz endet. Ihm steht eine ARM Mali-G52 GPU (Graphics Processing Unit) für grafische Arbeiten zur Seite. Speichertechnisch werden 4 GB RAM und 128 GB interner Programmspeicher zur Verfügung gestellt. Dieser lässt sich mithilfe einer microSD-Karte bis zu 512 GB optional erweitern. BTW zusätzlich zu zwei Nano-SIM-Karten. Natürlich gibt es bei soviel Nostalgie euch eine 3,5 Millimeter große Klinkenbuchse für analogen Musikgenuss. Der USB-Port ist dann aber doch schon ein Typ-C-Anschluss.

Auf dem 157,5 x 75 x 10,4 Millimeter großem und 210 Gramm schweren Gigaset GS5 ist Android 11 vorinstalliert (Updategarantie auf Android 12). Einen Fingerabdrucksensor gibt es auch, aber Achtung nicht unter dem Display oder an der Seite, sondern auf der Glasrückseite. Gleich neben der 48-Megapixel-Dual-Kamera (f/1.8) mit 8-Megapixel Ultra-Weiwinkel-Unterstützung.

[Quelle: Pressemitteilung]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

4 Gedanken zu „Gigaset GS5: Made in Germany mit Bedenken!

  • 18. November 2021 um 16:06
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    Vielen Dank für den ehrlichen Beitrag.
    Ich bin einer von den tausend Betroffenen die zu Ostern plötzlich bei WhatsApp gesperrt wurden.
    Gefolgt von selbsständig geführten kostenpflichtigen Anrufen ins Ausland.
    Von der aufploppenden Werbung will ich gar nicht anfangen.

    Nach dem das DEUTSCHE Unternehmen *lächerlich* sich aus jeder Verantwortung gezogen hat ist mein Gigaset Smartphone in der Elektroschrotttonne gelandet und ich bin auf einem Schaden von 450 Euro sitzen gelassen worden.
    Ich kann nur jeden vor diesem Verbrecherunternehmen warnen! Kauft euch bloß kein Smartphone von denen!!!

    Danke das ihr euch nicht wie die anderen Lemminge an der Berichterstattung beteiligt ohne diese unhaltsamen Umstände zu benennen.

    Antwort
  • 18. November 2021 um 16:16
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    hatte meinem opa ein gs195 wegen der benutzeroberfläche zum geburtstag geschenkt. mein größer fehler ever. mein opa litt ebenfalls unter dem hackerangriff. gigaset ist schmutz. nie wieder. lieber 100 euro mehr und nen samsung smartphone.

    Antwort
  • 21. November 2021 um 0:10
    Permalink

    Ich habe seit einigen Jahren ein GS280 und kann mich damit nicht beklagen. Klar ist das kein Highend Gerät und beim GS5 ist sicher auch Luft nach oben. Aber ich bin nicht bereit 4stellige Summen für Hightech aus Fernost und Sllicon Valley auszugeben, den ich gar nicht nutze.
    Das Preis/Leistungsverhältnis bei Gigaset ist absolut in Ordnung und wenn dann noch ein Teil in Deutschland produziert wird, um so besser.
    Gigaset für den Malwareangriff verantwortlich zu machen und von einem ´Verbecherunternehmen´ zu sprechen, ist nicht nur weit unter der Gürtellinie gepöbelt, es ist auch völlig an der Realität vorbei…

    Antwort
  • 21. November 2021 um 20:02
    Permalink

    Es freut mich zu hören das du nicht von dem Malwareangriff betroffen warst. Wärst du es gewesen und auf 400 Euro Schaden sitzen gelassen worden, würdest du vermutlich auch anders reden.
    Wen außer Gigaset soll ich denn zur Rechenschaft ziehen? Frau Merkel? Andere Hersteller bekommen das ja auch seit Jahren gebacken.
    Und nur zu deiner Information: In Deutschland wird gar nichts produziert, hier werden nur die Teile aus China zusammengebaut. Ein großer Fake! Und wer sich so aus der Verantwortung zieht ist ein Verbrecher.
    Danke das es noch einen Techblog gibt der sich nicht hat kaufen lassen.

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