Moto G5 und G5 Plus im Test – gute Qualität zu fairem Preis

Auf dem MWC 2017 stellte Lenovo bereits die fünfte Generation ihrer Budget-Reihe Moto G vor. Im Gegensatz zu den Vorjahres-Modellen besteht nun auch ein sicht- und fühlbarer Unterschied zwischen dem Moto G5 und dem Moto G5 Plus. Mehr davon aber in unserem Test.

Auf einem Event in Berlin, in Kooperation mit McFit hat uns Lenovo Das Moto G5 und das Moto G5 Plus leihweise überlassen. Wer nämlich ein Moto G kauft, bekommt automatisch eine dreimonatige Mitgliedschaft bei einem McFit Fitnesscenter seiner Wahl (noch bis zum 15.08.). Dies unterstützt Lenovos fokussierung auf eine junge und dynamische Zielgruppe. Es ist inzwischen die fünfte Generation der G-Reihe, welche viel Smartphone für wenig Geld anbieten möchte. Bereits in den Vorjahren ist ihnen das gelungen, doch die Konkurrenz schläft nicht. So hat man sich nochmals ordentlich ins Zeug gelegt und die Geräte verbessert.

Moto G5 – Design und Verarbeitung

Im Moto G5 ist deutlich mehr Aluminium verarbeitet. In Zeiten, in denen ein Aluminium-Unibody-Gehäuse auch in der Preisklasse unter 300 Euro zum Standard wird, ein durchaus wichtiger Schritt. Das G5 besteht jedoch nicht komplett aus Alu. Dies ist unter anderem der abnehmbaren Rückseite geschuldet. Diese lässt sich unter anderem entfernen, um den Akku zu tauschen oder auch, um an die Dual-Sim-Kartenplätze und den microSD-Karten-Slot zu kommen. Versteht mich nicht falsch. Ich finde dies absolut fantastisch, dass man den Akku tauschen kann. Dies verlängert die Lebensdauer erheblich, sofern die hervorragende Verarbeitungsqualität das hält, was sie auf den ersten und zweiten Blick verspricht.

Die neue G-Reihe nimmt die Designsprache der Moto Z Geräte auf, was vollkommen legitim ist. Optisch macht das Moto G5 richtig was her. Die bereits erwähnte qualitativ hochwertige Verarbeitung tut ihr übriges dazu. Das Gerät liegt gut in der Hand und trotz abnehmbarer Rückseite, welche aus Kunststoff und Aluminium besteht, knarzt da gar nichts. Auf der rechten Seite finden wir sowohl die Laut- Leisewippe als auch den Power Button. Auf der Unterseite ist lediglich der micro-USB-Anschluss. Der 3,5 mm Klinkenanschluss befindet sich oben. Linker Hand ist nichts außer dem Kunststoffteil der Rückseitigen Abdeckung. Auf der Rückseite, welche ein Inlay aus Aluminium besitzt, ist das auffälligste Merkmal die 13 Megapixelkamera mit einem einfachen LED-Blitz, welche in einer runden Einfassung sitzt. Auch dieses Designmerkmal erinnert am die Moto Z Geräte. Die Kamera wird komplett von der Abdeckung eingefasst, was gut ist, da die Linse so nicht so leicht verkratzen kann. Auch liegt das Moto G5 stabiler auf einer gerade Fläche.

Moto G5 Plus – Design und Verarbeitung

Im Gegensatz zum Moto G5 besteht das Moto G5 Plus auf der Rückseite komplett aus Aluminium. Dies hat leider den Nachtteil, dass es nicht zu öffnen und der Akku somit nicht zu wechseln ist. Eine Unsitte, die sich leider immer mehr durchsetzt. Sicherlich ist die durchschnittliche Lebenszeit heutzutage und bei dem großen Angebot in der Regel nicht lang genug, doch kann es immer mal sein, dass ein Akku eine Fehlfunktion aufzeigt, oder das entfernen des Akkus das Smartphone retten kann. Optisch passt das G5 Plus zu seinem kleineren Bruder. Auch hier ist das Aluminium als Inlay ausgeführt, was das Ganze etwas auflockert. Die 12 Megapixelkamera mit Dual-LED-Blitz befindet sich ebenfalls in einer runden Einfassung. Leider steht diese gut einen Millimeter hervor und und begünstigt somit KRatzer auf der Linse, sofern der Untergrund nicht ganz glatt ist. Weiterhin liegt es dabei nicht so stabil, wie das G5. SUf der lnken Seite befinden sich, wie beim G5, die Laut- Leisewippe und der Powerknopf. Die 3,5 mm Klinkenbuchse ist auf die Unterseite, neben den micro-USB-Anschluss gewandert. Auf der Oberseite finden wir den Einschub für die Dual-Sim-Karten und die microSD-Karte. Im Gegensatz zu den meisten chinesischen Dual-Sim-Geräten, ersetzt diese nicht eine der SIms, sonder die Funktion steht immer zur Verfügung.

 

Der Fingerabdrucksensor wurde überarbeitet

Während der Fingerabdrucksensor beim Moto G4 und G4 Plus kleiner war und lediglich als Scanner zu nutzen war, hat Lenovo beim Moto G5 und G5 Plus eine sinnvolle Erweiterung eingebaut. Statt den üblichen Hardware-Tasten, die vorher gar nicht vorhanden waren, lässt sich nun der Fingerabdruckscanner um Wischgesten erweitern, die die Onscreen-Tasten obsolet machen. Dies klappt nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch ganz gut, obwohl die Position nicht immer ganz vorteilhaft ist. Wer nicht aufpasst, dem fällt das Gerät dabei aus der Hand. Befindet man sich auf dem Startbildschirm, öffnet ein Wisch nach rechts die zuletzt geöffneten Apps. Ein weitere öffnet die zuletzt aktive. Ansonsten bedeutet ein Wisch nach links zurück und ein Wisch nach rechts vor. Erfreulicherweise reagiert der Fingerabdrucksensor immer recht flott und zuverlässig. Bis zu fünf Abdrücke lassen sich einrichten.

Moto G5 – Hardware und Kamera

Im Inneren des Moto G5 schlägt ein Qualcomm Snapdragon 430 Octacoreprozessor, der auf 1,4 GHz getaktet ist. Das Ganze sorgt im Zusammenspiel mit 2 Gigabyte RAM und 16 Gigabyte internem Speicher für genug Kraft, um die täglichen Aufgaben zu bewältigen. Im Antutu Benchmarktest kommt er auf 44659 Punkte. Der interne Speicher ist leider etwas knapp bemessen, vor allem weil nur knappe 8 Gigabyte neben dem Betriebssystem zur Verfügung stehen. Eine microSD-Karte sollte also Pflicht sein. Glücklicherweise lässt sich diese als interner Speicher formatieren, sodass dieses Problem etwas in den Hintergrund rückt. Jedoch sollte man bedenken: Versagt die microSD-Karte ihren Dienst, wird das Smartphone unbrauchbar. Ein komplettes Neu aufsetzen wird dann zur Pflicht.

Als Hauptkamera kommt ein 13 Megapixelsensor zum Einsatz, der für Schnappschüsse allemal ausreicht. Die Bilder an sich können sich sehen lassen, insbesondere, wenn man die Preisklasse des Moto G5 bedenkt. Doch haben andere Hersteller bei gleicher UVP teilweise bessere Ergebnisse erzielt. Für Selfies ist die 5 Megapixel-Kamera auf der Vorderseite ebenfalls vollkommen ausreichend.

Beispielbilder Moto G5 Plus

Beispielbilder Moto G5

Moto G5 Plus – Hardware und Kamera

Dem Moto G5 Plus hat man den etwas stärkeren Qualcomm Snapdragon 625 mit 2.0 GHz Taktung spendiert. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Leistung aus. Der Antutu Benchmarktest bringt 63993 Punkte auf die Uhr, was einen fast 100 Euro teureren Verkaufspreis legitimieren soll. Im Alltag merkt man davon aber ehrlich gesagt wenig. Wie beim G5, stehen beim G5 Plus 3 Gigabyte RAM  zur Verfügung, lediglich die 32 Gigabyte interner Speicher runden das Gerät ab. Wie beim G5 lässt sich dieser per microSD-Karte erweitern, auch entsprechend zu formatieren, mit den gleichen Bedenken. Von den 32 GB stehen immerhin 24 GB zur freien Verfügung. Dies sollte selbst für Whatsapp-Messies ausreichen.

Beim Moto G5 Plus hat die Hauptkamera zwar “nur” 12 Megapixel, doch ist der Sensor der aus dem Samsung Galaxy S7 und somit qualitativ eine andere Liga. Leider schafft es Lenovo jedoch nicht, damit die gleiche Qualität wie Samsung zu liefern.

Der Sound ist akzeptabel – die Positionierung hervorragend

Positiv bemerken möchte ich die Position der Mono-Lautsprecher. Auch wenn die Qualität nicht sonderlich hervorragend ist, was bei Smartphones dieser Preisklasse auch nicht weiter verwunderlich ist, so sind diese nach vorn gerichtet. Sie befinden sich sowohl beim Moto G5 als auch beim Moto G5 Plus in der Ohrmuschel. Der Klang ist etwas blechern und neigt bei voller Lautstärke zum übersteuern, doch das ist verschmerzbar. Die meisten Smartphones haben die Lautsprecher nach unten gerichtet, also genau da, wo man das Gerät normalerweise hält, während man sich ein Video anschaut. So kommt es, dass man entweder den Lautsprecher verdeckt oder man eine ungemütliche Haltung annehmen und die Handfläche als Reflektor für die Schallwellen nutzen muss. Dies ist ebenso nicht sonderlich vorteilhaft für die Soundqualität. Somit erhalten beide Geräte von mir eine hohe Punktzahl

Moto G5 und G5 Plus – Software

In punkto Software unterscheiden sich beide Geräte nicht voneinander. Sowohl das Moto G5, als auch das Moto G5 Plus werden von Werk aus mit Android 7.0 Nougat ausgeliefert, leider auf Sicherheitspatchebene vom Januar. Hier würde ich mir ein baldiges Update wünschen. Ansonsten ist das Betriebssystem nahezu unverändert, sondern nur mit ein paar mehr oder weniger nützlichen Tweaks zur Bedienung angepasst. So muss man unter anderem nur das Gerät schütteln, um die Kamera zu starten. Nett, aber nicht unbedingt notwendig.

Ein kleines und nützliches Gimmick ist die Tatsache, dass das Moto G5 und das G5 Plus bereits zum starten das Muster oder die Pin abfordern. Dies hindert Langfinger daran, überhaupt weit genug zu kommen, um an die Daten zu kommen.

Moto G5 und G5 Plus – Display und Akku

Die Displays des Moto G5 und Moto G5 Plus lösen bei 5 Zoll respektive 5,2 Zoll in HD Qualität auf. Beide stellen Full HD mit 1.980 x 1.080 Pixeln dar. Dis sorgt für eine klare und sehr scharfe Darstellung, die man in diesem Preissegment normalerweise vergeblich sucht. Die Farb- und Kontrastwerte sind, ebenfalls gemessen an der Preisklasse, durchaus vernünftig. Lediglich bei der Helligkeit könnte man noch nachlegen. Bei Sonnenschein sind die Displays nicht mehr gut ablesbar, auch wegen der recht verspiegelten Oberfläche. Dies macht Fototouren in der freien Natur zu einem Glücksspiel, wie ich leider feststellen musste.

Bei der Displaygröße geht Lenovo übrigens einen anderen Weg als seine Mitbewerber. Statt noch größer zu werden, reduzieren Sie die Displaydiagonale gegenüber den Vorgängern. Dies mag dem einen gefallen, dem anderen nicht. In Zeiten, in denen 5,5 Zoll nahezu zum Standard gehören, ist ein kleineres Smartphone manchmal recht erfrischend. Gerade das Moto G5 ist angenehm kompakt und auch für kleinere Hände gut zu handhaben. Die Screen to Body Ratio ist bei beiden Geräten nicht gerade berauschend, doch kann nicht jeder dem Mi Mix Konkurrenz machen wollen.

Obwohl der Akku des Moto G5 mit 2.800 mAh ganze 200 mAh kleiner als der des Moto G5 Plus mitseinen 3.000 mAh ist, kommt es bei der kleineren Displaygröße beinahe so lange damit aus. Der Akku bei beiden Geräten reicht in der Regel für einen ganzen Tag, vorausgesetzt,  man schaut nicht die ganze Zeit Videos. Drei bis vier Stunden DisplayOn Zeit sind immer möglich. Beide

Technische Daten

Technische Daten Moto G5 Moto G5 Plus
Display 5 Zoll HD Display 1.980 x 1.080 Pixel 441 ppi 5,2 Zoll HD Display 1.980 x 1.080 Pixel 424 ppi
Prozessor Qualcomm Snapdragon 420 8-Kerne 1,4 GHz Qualcomm Snapdragon 625 8-Kern 2 GHZ
Arbeitsspeicher 2/3 GB 3 GB
interner Speicher 16 GB / 8 GB verfügbar 32 GB / 24 GB verfügbar
microSD-Karte ja, bis 128 GB als interner Speicher zu formatieren
SIM Dual-Sim
Betriebssystem Android 7.0 Nougat
Akku 2.800 mAh 3.000 mAh
Kamera 5 MP vorne f/2.2 Blende, 13 MP hinten f/2.0 Blende LED-Blitz 5 MP vorne f/2.2 Blende, 12 MP hinten f/1.7 Blende Dual-LED-Blitz
Konnektivität 4G LTE (Cat 4), UMTS, GSM, Edge, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.2 4G LTE (Cat 6), CDMA, UMTS, GSM, Edge, WLAN 802.11 a/b/g/n (2.4 und 5 GHz), Bluetooth 4.2, NFC
LTE Band 20 Ja Ja
Anschlüsse micro-USB, 3.5 mm Klinke
Maße 144,3 x 73 x 9,5 mm 150,2 x 74 x 7,7 (9,7 bis Kamera) mm
Gewicht 144,5 Gramm 155 Gramm

Fazit

Mit dem Moto G5 und G5 Plus hat Lenovo erneut gezeigt, dass gute Komponenten und ausgezeichnete Verarbeitung kein Privileg von Highend Smartphones mehr ist. Man hat sich mit jeder Generation verbessert. Der Unterschied zwischen dem normalen und dem Plus Modell ist zwar offensichtlicher als bei dem Vorgänger, doch rechtfertigt er in meinen Augen nicht den Mehrpreis von knapp 100 Euro. Sicher ist das G5 Plus komplett aus Aluminium, hat dafür aber den Nachteil des nicht wechselbaren Akkus. Der stärkere Prozessor ist nett, aber nicht ausschlaggebend. Im Grunde kann man mit beiden Geräten nichts falsch machen.

Beitrag teilen:

Andreas Voetz

Seit 1997 im Internet unterwegs, habe ich vor einigen Jahren meine Leidenschaft für das bloggen entdeckt. Als ich 2010 mein erstes Android-Handy in Händen hielt, war es um mich geschehen. Mein Thema war gefunden und man kann diverse Beiträge auf einigen Seiten, als auch meinem privaten Blog begutachten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares