Xiaomi reagiert auf Datenschutzvorwürfe und bietet Funktion zum Abschalten

Am Wochenende haben wir über die schweren Datenschutzvorwürfe Seitens des US-Wirtschaftsmagazins Forbes berichtet, die gegenüber den chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi erhoben wurden. Nach einer ersten Stellungnahme mit teilweise erheiternden Passagen, gibt es eine Ergänzung, die auf Einsicht hinweist. Das Unternehmen will in ihre Browser in Zukunft eine Option zum Ein- und Ausschalten der Datensammlung bieten. Xiaomi könnte wie Huawei ein US-Embargo drohen.

Xiaomi wird vorgeworfen den Verlauf von unterschiedlichen Web-Browsern, inklusive der URL und Suchanfragen, sowie konsumierten News-Artikeln auswerten und zu eigenen Servern versenden. Schockierend an der Situation ist, dass das Unternehmen auch nicht vor dem „Inkognito Mode“ der Browser-Daten Halt macht. In einem Statement hat man dies sogar mehr oder weniger zugegeben, beteuert aber nicht gegen die Gesetze der jeweiligen Länder verstoßen zu haben. Weiterhin gab man bekannt, die Daten anonymisiert zu versenden. Bei der Auswertung werden keine persönlichen Nutzerdaten ausgewertet. Auch die angefertigten Statistiken vom System und der Benutzeroberfläche allgemein, den Einstellungen und Performance-Auswertungen, sowie Absturzberichte nutzt Xiaomi ausschließlich zur Verbesserung der Soft- und Hardware.

Xiaomi reagiert auf Datenschutzvorwürfe mit Browser-Update

Im pausierenden Handelskrieg zwischen den USA und China, könnten die Datenschutzvorwürfe des Forbes, ein gefundenes Fressen für die Trump-Regierung sein. Noch sind keine Maßnahmen gegen Xiaomi bekannt, aber durchaus möglich. So hat das chinesische Unternehmen heut früh Einsicht gezeigt und ein Update für den eigenen Mi Browser, Mi Browser Pro (v12.1.4) und dem Mint Browser (v3.4.3) ausgeliefert. Das Statement wurde wie folgt ergänzt:

Diese Software-Updates enthalten eine Option im Inkognito-Modus, mit der alle Benutzer beider Browser die aggregierte Datenerfassung ein- und ausschalten können.
Wir glauben, dass diese Funktionalität in Kombination mit unserem Ansatz, aggregierte Daten in nicht identifizierbarer Form zu verwalten, über alle gesetzlichen Anforderungen hinausgeht und das Engagement unseres Unternehmens für die Privatsphäre der Benutzer demonstriert.
Wie immer heißt Xiaomi Benutzer willkommen, an unserer Produktentwicklung und -entwicklung teilzunehmen. Das Feedback von Benutzern zu hören und sie an der Zukunft von Xiaomi teilnehmen zu lassen, war von Anfang an das Kernstück unseres Unternehmens.

Ist jetzt alles wieder gut?

Was haltet ihr von der Maßnahme? Hat sich Xiaomi so noch einmal aus der Affäre gezogen und euer Vertrauen zurückgewonnen? Unwahrscheinlich. Prinzipiell ist ja gar nichts gegen diese Art der Datensammlung zu sagen. Denn machen wir uns nichts vor: Apple und Google werden ähnliche Daten von ihren Nutzern erheben. Es ist halt nur mehr Transparenz gefragt. Erst zu reagieren wenn man bei dem Griff in die Keksdose erwischt wurde, gibt der Angelegenheit den faden Beigeschmack. Wir sind gespannt ob und wie die US-Regierung auf die aktuelle Situation reagiert. Mit etwas Glück kommt Xiaomi aufgrund der aktuellen Pandemie mit einem blauen Auge davon.

[Quelle: Xiaomi]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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