[Test] Wileyfox Swift – günstiger geht Cyanogen OS kaum

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Wileyfox Swift Test

Preiswerte Android Smartphones müssen nicht immer aus Asien kommen, wie das britische Unternehmen Wileyfox mit seinem ersten Modell Wileyfox Swift nun unter Beweis stellen will. Das Gerät ist genau genommen das erste von zwei Smartphones, womit man den Markt erobern will. Ob das Gesamtpaket aus niedrigem Preis, solider Technik und einem Cyanogen OS was taugt, soll unser nun folgender Test zeigen.

Wenn es um günstige Smartphones geht, denken die meisten vermutlich an die bekannteren chinesischen Hersteller wie Xiaomi, Meizu, Ulefone oder auch ZUK. Vielleicht noch Wiko oder ARCHOS aus Frankreich, aber das war es dann auch schon. Kaum einer wird Wileyfox auf dem Schirm haben, dabei kann das Unternehmen aus Großbritannien – ähnlich wie KAZAM – durchaus auf einiges an Erfahrung blicken. Immerhin sind die Gründer mit Nick Muir und Victoria Denman von Microsoft keine Neulinge im Smartphone-Geschäft.

Trotzdem oder gerade deswegen will man mit dem Wileyfox Swift mit einem kleinen Knall auftreten und mit einem vergleichsweise niedrigen Preis den Markt aufmischen. Bei 179,99 Euro liegt die unverbindliche Preisempfehlung für den deutschen Markt und wir schauen uns an, was man für dieses Geld erwarten darf.

 

Technische Daten des Wileyfox Swift

Technische Daten


Prozessor

Snapdragon 410 Quad-Core mit 4x 1,2 GHz und 64-Bit
GPU: Adreno 306

Betriebssystem

Cyanogen OS 12.1 mit Android 5.1.1 Lollipop

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (erweiterbar per MicroSD)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

Wileyfox Swift

Display

5 Zoll IPS Display mit 1.280 x 720 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Gyroskop, Annäherung, Licht und E-Kompass

Abmessungen (HxBxT mm)

141,15 x 71 x 9,37 mm

Gewicht

135 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

13 Megapixel Kamera, 5 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Wechselbarer Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.500 mAh

Gesprächszeit

bis zu 10 Std. (2G) / 8 Std. (3G)

Standby-Zeit

bis zu 200 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 179 Euro
Besonderheit Cyanogen OS 12.1, Dual-SIM, Privacy Guard, Themes Engine, LiveDisplay, Status LED, wechselbarer Akku, separater MicroSD-Slot

 

Zubehör

Bereits mit der Verpackung hebt sich das Wileyfox Swift aus der Masse der Android Smartphones hervor, denn diese ist in schlichtem Orange gehalten mit einem in Silber eingestanzten Firmenlogo nebst Namen. Lediglich auf einer Seite ist der Hinweis auf das vorinstallierte Cyanogen OS zu finden und sonst nichts.

Nachdem die Pappschachtel herausgezogen wurde, taucht auch schon das Wileyfox Swift in einem kleinen semi-transparentem Kunststofftütchen auf. Erst darunter kommen der Akku nebst dem Papierkram zum Vorschein und das weiße MicroUSB Flachband-Kabel. Mehr ist in dem Karton nicht zu finden: Weder ein Kabel-Headset noch ein USB-Netzteil. Irgendwo muss man halt sparen als Neueinsteiger im Smartphone-Geschäft, wenn man preiswerte Geräte herausbringen will.

 

Design und Verarbeitung

Bei einem Android Smartphone für weniger als 200 Euro erwartet man nicht unbedingt viel Qualität. Das es tatsächlich anders geht zeigt das Wileyfox Swift schon beim ersten anfassen: Die Rückseite ist mit einer Art Raufaser bestückt, wie sie schon das OnePlus One und dessen Nachfolger OnePlus 2 verwendet. Ganz so rau fühlt es sich zwar nicht an, aber dennoch hebt es sich damit deutlich vom Einheitsbrei der Einsteiger-Klasse ab – auf positive Weise. Auch liegt es durch seine leicht geschwungene Rückseite bestens in der Hand. Zusammen mit der rauen Rückseite ist das Wileyfox Swift ein enormer Handschmeichler, der zudem auch sicher in der Handfläche liegt.

Gewissermaßen als kleine Design-Spielerei kann man den Rahmend es Wileyfox Swift bezeichnen. Denn zwischen der Front und der Rückseite ist eine Art Hochglanz-Kunststoff verbaut, um dem Android Smartphone ein etwas edleres Aussehen zu geben. Der Übergang zu der Glasscheibe der Front ist nahtlos, die Spaltmaßen sehr klein und vor allem gleichmäßig. Man merkt förmlich, dass Wileyfox möglichst viel Qualität in die Einsteiger-Klasse bringen will.

Die Front für sich genommen ist wenig spektakulär: Mehr als das 5 Zoll große Display, die Frontkamera plus Lautsprecher und die üblichen Sensoren gibt es nicht auf der Vorderseite. Bedient wird das Wileyfox Swift komplett über den Touchscreen. Das bedeutet wiederum, dass auf dem breiten unteren Rahmen keinerlei kapazitiven Sensor-Tasten vorhanden sind.
Interessantes Detail am Rande: Der Lautsprecher für Telefonate ist rund anstatt ein länglicher Streifen wie bei den meisten anderen Smartphones. Außerdem gibt es auch eine mehrfarbige Status-LED.

Als etwas zwiespältig erweisen sich die Hardware-Tasten des Wileyfox Swift: Auf der rechten Seite des Rahmens sind diese verbaut und können mit einem knackigen sowie direkten Druckpunkt aufwarten. Allerdings sitzen sie etwas locker im Rahmen selbst und lassen sich lediglich durch ihre Größe voneinander unterscheiden. Eine leicht geriffelte Oberfläche wie bei anderen Smartphones mittlerweile üblich ist bei dem Wileyfox Swift nicht vorgesehen.

Der Rest ist Smartphone-typisch aufgeteilt: Auf der Stirnseite des Gerätes sitzt eines der beiden Mikrofone nebst der 3,5 mm Audio-Buchse und auf der Unterseite des Rahmens findet sich der MicroUSB-Anschluss wieder.

Rein vom Aspekt des Designs ist die Rückseite trotz allem das Highlight des Gerätes und das nicht nur wegen der Sandstone-Oberfläche. Denn das Logo in Form eines stilisierten Fuchses ist nicht einfach nur aufgedruckt oder eingestanzt: Vielmehr ist es plastisch hervorgehoben und gerade deswegen ein echter Hingucker.
Ebenso die Kamera, welche von einem Orange-farbenen metallischen Ring eingefasst ist.

Nimmt man die Rückseite ab, kommen der wechselbare Akku zum Vorschein und die drei einzelnen Slots für zwei Micro-SIM-Karten und eine MicroSD-Speicherkarte. Denn in der Einsteiger-Klasse ist es nach wie vor üblich, dass zwei separate SIM-Slots anstelle eines hybriden SIM-Schlitten zum Einsatz kommen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die knapp 180 Euro für das Wileyfox Swift zumindest für das Gehäuse nur schwer zum Vorschein kommen. Vielmehr hat man das Gefühl ein Smartphone der 300-Euro-Klasse in der Hand zu halten, so wertig wie es sich anfühlt.

Zumal man gegen Aufpreis von 14.99 Euro pro Jahr eine Art Display-Versicherung dazu bekommt. Das bedeutet, dass bei Selbstverschulden das Display einmal komplett ausgetauscht wird. Gegen weitere 14,99 Euro kann man zudem die gesetzlich vorgeschrieben Garantie von 2 Jahren auf ganze 3 Jahre erweitern.

 

Display

Mit dem 5 Zoll großen Display und dessen einfacher HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel bleibt das Wileyfox Swift auf den ersten Blick im üblichen Rahmen der 200-Euro-Smartphones. Die Pixeldichte von 294 ppi reißt heutzutage niemanden mehr vom Hocker – die Helligkeit hingegen sehr wohl. Auf der höchsten Helligkeitsstufe ist das Swift dermaßen hell, dass es mühelos mit den Top-Modellen des Marktes mithalten kann wie dem Samsung Galaxy S7 zum Beispiel. Da muss die Konkurrenz in der ähnlichen Preisregion sich deutlich hinten anstellen.

Zumal bereits ab Werk eine Display-Folie zum Schutz vor unschönen Kratzern auf dem Smartphone angebracht ist.

Leider trifft das nicht unbedingt auf den Kontrast zu, denn dieser fällt etwas niedrig aus. Dafür können Farben mit einer sehr natürlichen Farbwiedergabe begeistern, während wiederum die Blickwinkelstabilität mit zunehmend spitzerem Winkel deutlich von einem Grauschleier befallen wird. Wenn man den Spruch „Licht und Schatten“ verwenden will, dann definitiv bei dem Display des Wileyfox Swift.

Punkten kann das Android Smartphone zudem bei den Einstellungen für das Display selbst. Cyanogen OS 12.1 ist auf dem Gerät vorinstalliert und bietet neben vorgefertigten Farbprofilen auch die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen bei der Kalibrierung des Displays des Wileyfox Swift.

 

CPU und GPU

Die meisten preiswerten Android Smartphones setzen auf einen Prozessor der Mark MediaTek, nicht so das Cyanogen-Smartphone aus Großbritannien. Im Wileyfix Swift kommt ein mit 1,2 GHz getakteter Vierkern-Prozessor vom Typ Snapdragon 410 zum Einsatz, was sich im synthetischen Benchmark AnTuTu mit 24.977 Punkten bemerkbar macht.

Das ein Benchmark-Ergebnis nicht immer auch zwangsläufig Aussagen darüber zulässt, wie sich ein Smartphone im Alltag benutzen lässt, sollte mittlerweile zur Genüge bekannt sein.
So kann man die Bedienung als durchweg flüssig beschreiben mit nur gelegentlichen Rucklern, die vor allem bei größerem Multitasking mit mehreren offenen Apps auftreten. Verantwortlich dafür ist der für den Preis durchaus als großzügig zu bezeichnende RAM von 2 GB.

Ermöglicht wird das unter anderem mit einem kleinen Trick: Die Darstellung wird in der App-Übersicht und dem Multitasking-Menü kurzerhand reduziert, sodass der Aufwand zum Rendern des Bildschirminhaltes signifikant sinkt. Einzig längere Ladezeiten bei größeren Apps und das Scrollen auf Websites zeigen, dass man es mit einem Einsteiger-Smartphone zu tun hat.

Das bedeutet aber auch wiederum, dass sich das Wileyfox Swift mit seinem Snapdragon 410 Quad-Core-Prozessor nicht für Spiele eignet. Zumindest keine aufwändigeren, denn auch bei einfachen Casual Games kann der Adreno 306 Grafikchip mitunter schon ins leichte Straucheln geraten.

 

Akku

Bei Einsteiger-Modellen haben im Gegensatz zu vielen Oberklasse-Modellen wechselbare Akkus nach wie vor ihren festen Stammplatz. Das Wileyfox Swift setzt aber auch hier ein Ausrufezeichen, denn besagter Akku ist mit 2.500 mAh nicht nur auf dem Datenblatt erfreulich groß, sondern kann diesen theoretischen Pluspunkt auch in die Realität umsetzen.

Zwei Tage bei normaler Nutzung bestehend aus Chatten per Hangouts und WhatsApp, knappe 3 Stunden Musikhören über ein Bluetooth-Headset am Tag, Push Notifications für die Google-Apps, Telefonate, ein bisschen mobiles Surfen und spontanes Fotografieren sind keine Seltenheit. Die Kombination aus Energiesparsamen Prozessor und niedrig auflösenden Display zahlt sich im Wileyfox Swift mehr als deutlich aus.

Dafür muss man auf Quick Charge als auch drahtloses Aufladen verzichten. In der Preisklasse des Swift allerdings kein Beinbruch und in gewisser Weise auch zu erwarten. Einzig das ein Netzteil fehlt könnte man dem britischen Hersteller ernsthaft ankreiden.

 

Konnektivität

Wo man prinzipiell immer Abstriche bei einem Einsteiger-Smartphone machen muss, sind die verfügbaren Schnittstellen zur Kommunikation. Mit Singleband-WLAN nach dem Standard 802.11n, Bluetooth 4.0 mit Low-Energy-Profil, GPS inklusive russischem GLONASS sowie dem chinesischen BeiDou und einem integrierten LTE Ct4 Modem, deckt das Wileyfox Swift so ziemlich alle Standard-Funktionen der Einsteiger-Klasse ab. Auf extravagante Merkmale wie zum Beispiel NFC muss man bei diesem Modell verzichten.
Zumindest lässt sich sagen, dass WLAN und LTE einigermaßen flott die Daten herunterladen, entsprechende Gegenstelle – WLAN-Router oder LTE-Funkmast – vorausgesetzt.

Auch Dual-SIM beherrscht das Wileyfox Swift wie es sich mittlerweile für Einsteiger-Smartphones gehört. Dabei können zwei SIM-Karten parallel im Micro-Format verwendet werden, wovon wie so oft nur SIM Nummer 1 im LTE-Netz funken kann. Für die zweite SIM-Karte muss man sich mit maximal EDGE (=220 kbit/s im Download) begnügen.

Gespräche sind in der Regel recht ordentlich von der Sprachqualität her. Beide Gesprächspartner verstehen sich klar und deutlich, auch wenn ein gewisses Grundrauschen immer mal wieder hervor kommt.

 

Kamera

Wenn man ein Smartphone der Einsteigerklasse kauft, erwartet man keine sonderlich guten Ergebnisse der verbauten Kameras. Das es auch gänzlich anders geht beweist das Wileyfox Swift mit einer 13 Megapixel Kamera auf der Rückseite. Bei diesem Sensor handelt es sich im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern um ein Fabrikat von Samsung, genauer gesagt einen Samsung S5K3M2 Sensor.

Was sich zunächst eher nüchtern anhört, überzeugt mit scharfen und detailreichen Fotos, deren Farbwiedergabe unter optimalen Lichtbedingen zu überzeugen wissen. Jedoch greift die Kamera-Software des Wileyfox Swift mitunter etwas zu stark ein was die Belichtung anbelangt. In Folge dessen wirken Fotos manchmal etwas blass. In diesem Fall ist der Wechsle auf den HDR-Modus die bessere Wahl, denn dann haben Fotos der 13 Megapixel Kamera sichtlich mehr Pepp.

Ärgerlich ist mal wieder, dass die volle Auflösung von 13 Megapixel nur im 4:3 Kleinbildformat zur Verfügung steht. Breitbildaufnahmen mit 16:9 sind sogar nur in maximal 8,8 Megapixel möglich.

Um die Bildqualität des Wileyfox Swift besser einschätzen zu können, folgt hier nun der Testfoto-Vergleich zur Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und einem HUAWEI P8.

Die Frontkamera knipst zwar Bilder mit bis zu 5 Megapixel und nimmt auch FullHD-Videos auf, aber für mehr als die üblichen sozialen Netzwerke reicht die Bildqualität kaum aus. Jedoch ist die Bildschärfe insbesondere im Vergleich zur Hauptkamera auf der Rückseite sichtlich schlechter.
Videos werden bis maximal FullHD aufgezeichnet mit einer passablen Bildqualität und Farbwiedergabe. Kleine Wackler verzeiht die Software des Wileyfox Swift nur bedingt: Verzerrte Bildartefakte sind keine Seltenheit bei schnelleren Schwenks.

Typisch für Cyanogen OS ist die Kamera-App selbst: Sie beschränkt sich auf die wesentlichen Tasten zur Aufnahme von Bild und Film, während man per Wischgeste nach oben oder unten durch die verschiedenen Aufnahme-Modi wie HDR, Party, Sonnenuntergang oder Software-gestützter Bildstabilisierung. Über die vier kleinen Icons am rechten Bildschirmrand kann man die Einstellungen aufrufen, Live-Filter aktivieren oder zwischen den Kameras wechseln sowie den Blitz ein- oder ausschalten.

Kurz gesagt richtet sich die Kamera-App auf das schnelle Schnappschuss-Foto, ohne dabei den Zugriff auf mehr Optionen unnötig zu verkomplizieren.
Das resultiert meistens in Fotos, die man einem 200-Euro-Smartphone kaum zutrauen würde. Hier haben die Entwickler des Wileyfox Swift wirklich gute Arbeit geleistet.

 

Multimedia

Lobenswert ist, dass das vorinstallierte Cyanogen OS 12.1 mit keinerlei Bloatware ausgeliefert wird und sich dementsprechend auch viel vom intern verbauten Speicher nutzen lässt. Konkret sind es mehr als 11 GB, die dem Nutzer von den verbauten 16 GB frei zur Verfügung stehen. Wer mehr braucht kann eine MicroSD-Speicherkarte mit offiziell bis zu 32 GB verwenden.

Wie von Cyanogen OS gewohnt kommt zur Musikwiedergabe Google Play Music zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Nexus-Modellen kann man allerdings den Klang mit der AudioFX-App den eigenen Vorstellungen nach noch anpassen. Neben vorgefertigten Presets erfolgt dies über einen 5-Band-Equalizer sowie separat einstellbaren Bass-Verstärker und einen Raumklang-Virtualisierer.

Jedoch sollte man den intern verbauten Lautsprecher meiden: Er klingt tatsächlich wie man es von preiswerten Smartphones her kennt und das ist zum Teil sehr schrill sowie blechern. Für Musikfreunde empfiehlt sich ernsthaft ein Headset oder ein anderer externer Lautsprecher.

 

Software

Womit das Wileyfox Swift in seiner Preisklasse aufwarten kann, ist das vorinstallierte Betriebssystem. Anstatt sich auf ein einfaches Android zu beschränken, kommt das stark angepasste und erweiterte Cyanogen OS in der Version 12.1 zum Einsatz. Das bedeutet: Stock-Look mit enorm vielen Zusatzfunktionen und Einstellmöglichkeiten.

Womit die auf Android basierende Android-Alternative aufwarten kann, sind extrem umfangreiche Möglichkeiten zur optischen Anpassung. Neben komplett vorgefertigten Themes lassen sich App-Icons, Farben, Wallpaper, Bootanimationen, Töne, die Navigationstasten, Statusleiste und sogar die Steuerelemente komplett einzeln anpassen. Falls man also eine Mischung aus verschiedenen Themen kreieren will, ist dies kein Problem. Man kann sowohl aus kostenlosen als auch sehr aufwändigen und kostenpflichtigen Themenpaketen bei Bedarf auswählen.
Jedoch sollte auch erwähnt werden, dass diese Vielfalt an Möglichkeiten erschlagend wirken kann.

Dies gilt insbesondere für die Einstellmöglichkeiten von Cyanogen OS 12.1 insgesamt. Sprichwörtlich bis ins hinterste Detail kann man das Betriebssystem auf den eigenen Geschmack hin einrichten.

Neben den umfangreichen Möglichkeiten bei der Optik ist es jedoch das umfangreiche Repertoire an Sicherheitsfunktionen, womit sich Cyanogen OS 12.1 auf dem Wileyfox Swift von anderen Android Smartphones abheben kann.
Was Google erst bei Android 6.0 Marshmallow eingeführt hat, kommt bei CyanogenMOD und eben auch Cyanogen OS als „Datenschutz“ schon länger zum Einsatz: Das nachträgliche Entziehen von Berechtigungen einzelner Apps. Im Unterschied zu Android 6.0 Marshmallow kann dies sogar auf System-Apps ausgeweitet werden.

Jedoch muss die Funktion erst manuell über Einstellungen -> Datenschutz -> Datenschutz (-> Menü -> erweitert) aktiviert werden. An dieser Stelle noch den Schalter für „Standardmäßig aktivieren“ einschalten und schon ist die Funktion für mehr Datenschutz aktiv.

Ebenfalls Standardmäßig implementiert ist das sogenannte PIN-Scrambling, wo die Ziffern-Tasten zur PIN-Eingabe bei jedem Einschalten zufällig platziert werden. Man kann so auch durch Beobachtung aus der Ferne die korrekte PIN zum Entsperren des Wileyfox Swift nicht abschauen.
Außerdem kann man einzelne Apps oder komplette Ordner auf dem Homescreen mit einer PIN vor unbefugtem Zugriff schützen.

Witzig im Bezug auf den Datenschutz ist, dass man auf Wunsch die sogenannte TrueCaller-Funktion aktivieren kann. Dabei greift de Telefon-App auf eine Online-Datenbank mit über 2 Millionen Rufnummern zu, um mögliche Spam-Anrufe herausfiltern zu können.
Das Dilemma dabei: TrueCaller muss auf die persönlichen Kontakte und andere private Daten zugreifen, die wiederum an die Server des Dienstes übertragen werden. Der Datenschutz wird somit in gewisser Weise wieder ausgehebelt. Glücklicherweise muss man die Nutzung erst manuell aktivieren.

Nicht unerwähnt lassen sollte man an dieser Stelle, dass zwar ein aktuelles Cyanogen OS 12.1.1 installiert ist, die Sicherheitspatch-Ebene aber noch auf den November 2015 datiert. Das Wileyfox Swift ist also in diesem Punkt mehr als nur zurückhängend. Eventuell wird dies ja mit Cyanogen OS 13 schon behoben, welches in den kommenden Monaten als Update für das Wileyfox Swift erscheinen soll.

Denn jedes offizielle Cyanogen OS Smartphone soll mindestens zwei Jahre lang Updates erhalten. Alleine dadurch dürfte das Swift für so manchen interessant werden. Damit werden auch die sogenannten MODS für Cyanogen OS Einzug halten (zum Beitrag).

 

Fazit zum Wileyfox Swift

Mit 179 Euro unverbindlicher Preisempfehlung erwartet man auf den ersten Blick nicht sehr viel an hochwertiger Technik, was schlussendlich mit der leicht schwächelnden Snapdragon 410 CPU auch unter Beweis gestellt wird. Dennoch ist das Wileyfox Swift aber ein preiswertes und vor allem auch unerwartet hochwertiges Android Smartphone. Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau, die Rückseite kann mit etlichen Besonderheiten die Blicke auf sich ziehen und Cyanogen OS bietet mit vielen Funktionen und Möglichkeiten zur optischen Anpassung sein Übriges.
Wer einen zuverlässigen und dabei auch noch ausdauernden Begleiter ohne Spielpausen sucht, muss das Wileyfox Swift ernsthaft in die engere Auswahl nehmen. Lediglich das Motorola Moto G von 2014 kann da noch vom Preis-Leistungsverhältnis mithalten. Günstiger gibt es Cyanogen OS derzeit einfach nicht.

Positiv
  • Cyanogen OS
  • Datenschutz
  • Gehäuse
  • Akku
  • Dual-SIM mit LTE
  • Separater MicroSD-Slot
  • Kamera
  • Optionaler Service
Negativ
  • Kein Netzteil
  • CPU
  • Usability
Wertung
Geschwindigkeit 2/5
Display 4/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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