Apple vor Huawei: US-Embargo trägt merkwürdige Früchte

Das US-Embargo gegenüber Huawei trägt inzwischen merkwürdige Früchte. Denn die in Sachen 5G-LTE-Technologie ins Hintertreffen geratene USA, sieht sich gezwungen, Apple um Hilfe zu bitten. Im Detail ist es der noch amtierende US-Präsident Donald Trump, der Tim Cook beim Netzausbau um Hilfe bittet. Jedoch ist Apple kein Netzwerk-Ausrüster sondern ein Hersteller von Smartphones, Tablets und anderen Wearables. Allen Anschein nach Neuland für Trump.

Kein Tag an dem uns der amtierende US-Präsident Donald Trump nicht überrascht. Wenn es für Huawei nicht so unsagbar traurig wäre, könnte man sogar drüber lachen. Denn bekannterweise hat Trump alles in seiner Macht stehende unternommen, im Handelskrieg mit China, Huawei bluten zu lassen. Zu sehr haben die Republikaner Angst um ihre Sicherheit, wenn Huawei sich als Experte auf dem Gebiet, an dem 5G-LTE-Ausbau beteiligt. Alles ohne Beweise – aber Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung.

Nationalen Notstand wegen US-Embargo

Wohl aber nicht in diesem Fall. Denn nun fällt dem 45th. US-Präsidenten auf – oder er wurde aufmerksam gemacht – das die einstige Weltmacht in Sachen 5G-Technologie deutlich zurück fällt. Die Rede ist von einem „nationalen Notstand“. Nun scheint Donald Trump Kenntnis von 5G-Smartphones zu haben und folgert dem entsprechend, dass auch Smartphone-Hersteller wie Apple über das entsprechende Know-how verfügen, den 5G-Netzausbau zu übernehmen. Mal davon abgesehen, dass Apple noch kein 5G-taugliches iPhone auf den Markt gebracht hat.

Also bittet Trump kurz nach seinem Besuch eines Apple Produktionsstandortes in Austin, Texas via Twitter um Hilfe.

Auf Deutsch:

Während meines gestrigen Besuchs in Austin, Texas, zum Start des neuen Mac Pro und der Diskussion über einen neuen Campus in Höhe von einer Milliarde US-Dollar, ebenfalls in Texas, fragte ich Tim Cook, ob er Apple dazu bringen könne, 5G in den USA zu integrieren. Sie (Apple) haben alles – Geld, Technologie, Vision & Tim Cook!

Apple ist selbst Bittsteller

Tim Cook sah sich seinerseits jedoch nicht gezwungen den US-Präsidenten zu korrigieren, so Reuters. Den weder sei es ein Apple-Werk, sondern ein Auftragsfertiger der unter anderem den Apple Mac Pro produziere, noch verfüge das Unternehmen über derartige Technologie, um den 5G-Netzausbau voran zutreiben. Die freundliche Zurückhaltung lässt sich auch damit erklären, dass Tim Cook im Augenblick als Bittsteller Trump gegenüber tritt. Denn Apple möchte gern von den US-Strafzöllen auf Waren aus China befreit werden. Dabei verlangt der CEO keine Sonderbehandlung. Samsung – der wohl größte Konkurrent – ist von diesen Zöllen befreit.

Dabei könnte für die USA alles so einfach sein. Huawei Gründer und CEO Ren Zhengfei hat bereits seine Bereitschaft bekundet, alle 5G-Technologien an ein US-Unternehmen zu lizenzieren. Natürlich in der Hoffnung, das US-Embargo damit vom Tisch zu haben. Damit könnte die USA den LTE-Netzwerk-Ausbau in eigener Hand voran treiben und hat zusätzlich noch die Freiheit, die Huawei-Technologie zu modifizieren. Aber aus unerfindlichen Gründen, scheint dahingehend kein Interesse zu bestehen. Vielleicht einer der Gründe, warum Huawei nun beginnt das Mate 30 ohne Google-Dienste und Anwendungen in Europa zu verkaufen?

[Quelle: Reuters]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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