CovPass-App: Was ist nun mit dem digitalen Impfpass Herr Spahn?

Eigentlich waren wir der Meinung, dass der Gesundheitsminister Jens Spahn uns gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut diese Woche mit der CovPass-App endlich den so dringend benötigten digitalen Impfpass liefert. Und obwohl die App bereits mit eigener Homepage komplett fertig ist, dem Apple- und Google App-Store bereits vorliegen und Ärzte, Impfzentren und Gesundheitsämter diese ausführlich getestet haben, steht sie uns nach wie vor nicht zur Verfügung. Was ist los Herr Spahn?

Endlich nun nimmt das Impfen gegen den COVID-19-Virus und seine Mutationen auch in Deutschland Fahrt auf. Aktuelle Zahlen gehen von knapp 45 Millionen verabreichte Impfdosen aus (Stand 22. Mai 2021). Das bedeutet knapp 40 Prozent der deutschen Bevölkerung haben mindestens eine Impfung erhalten. Als Beleg dafür bekommen sie ein Schreiben und einen Aufkleber samt Unterschrift in den DIN A5 großen gelben Impfpass. Wer an dem täglichen Leben ohne große Einschränkungen teilnehmen möchte, ist also nach aktueller Lage auf einen Nachweis angewiesen, der eine vollständigen Impfung (außer Johnson & Johnson sind zwei Impfungen notwendig), einen negativ erfolgten Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder eine vollständige Genesung nach einer COVID-19-Erkrankung dokumentiert.

CovPass-App sollte als schneller digitaler Impfpass dienen

Hier sollte ab Beginn der Sommerferien die Corona-Warn-App eine digitale Hilfestellung geben. Da diese aber erst Ende Juni 2021 beginnen, und jetzt Millionen von Menschen geimpft werden, initiierte Gesundheitsminister Jens Spahn in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut die CovPass-App. Diese wurde durch den US-Technologiekonzern IBM bereits realisiert und am vergangenen Sonntag offiziell vorgestellt.

CovPass-App

Die CovPass-App soll eben jene drei Punkte (Impfschutz, Schnelltest oder Genesung) digital und fälschungssicher nachweisen können und als Legitimation in Verbindung mit einem Lichtbild-Nachweis funktionieren. Einsicht in den Programmcode der Homepage dokumentieren auch schon eine Verlinkung zu dem Apple App- und Google Play-Store. Doch nach wie vor gibt es keinen Release der Anwendung als digitalen Impfpass.

Ärzte sind weder informiert noch bereit

Wie eine Recherche der GO2mobile-Redaktion ergeben hat, wissen die meisten Hausarztpraxen noch gar nichts von einer CovPass-App. Geschweige denn, was zu tun ist um einen entsprechenden QR-Code zu erstellen und die erfolgte Impfung entsprechend zu digitalisieren. Hier mangelt es an einer einheitlichen Software die zur zentralen Aufnahme der Daten in der Lage ist. Es herrscht ein Chaos was die Verarbeitung digitaler Patientenakten bei knapp 400 Gesundheitsämtern anbelangt. Erschwerend kommt hinzu, dass bislang auch noch keine einheitliche Digitalisierung der COVID-19-Impfungen in Deutschland stattgefunden hat. Bereits Geimpfte müssen sich nachträglich einen QR-Code beschaffen. Doch wer soll das realisieren? Arztpraxen geben schon jetzt zu verstehen, dass ihnen hierzu die Zeit fehlt und die regulären Behandlungen als auch Untersuchungen unter der aktuellen Situation leiden.

Vermutlich doch erst Ende Juni 2021

Dennoch könnte man ja rein theoretisch schon einmal die App freigeben, damit zumindest die ab sofort Geimpften den digitalen Impfpass nutzen können. Hier kommt erschwerend hinzu, dass die CovPass-App auch als grünes EU-Zertifikat dienen soll. Geimpften, Genesenen und frisch Getesteten soll also das Reisen in andere EU-Staaten erleichtert, beziehungsweise mit der App überhaupt erst ermöglicht werden. Doch auch hier mangelt es nach wie vor an der digitalen Infrastruktur. Aktuell heißt es aus dem Gesundheitsministerium sei ein Start für spätestens Ende Juni 2021 geplant. Nicht umsonst ist Deutschlands Digitalisierung unter den G7-Staaten auf dem vorletzten Platz. Nur Italien schneidet aktuell noch schlechter ab.

[Quelle: Robert-Koch-Institut]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

4 Gedanken zu „CovPass-App: Was ist nun mit dem digitalen Impfpass Herr Spahn?

  • 23. Mai 2021 um 10:23
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    Die globale Identität ID2020.org wird weiter ausgerollt werden, sie ist (wie im Namen zu erkennen) derzeit etwas hinter dem Zeitplan, aber das stört nicht, die zugehörige Agenda läuft schon Jahrzehnte, da kommt es auf ein paar Monate nicht an. In Deutschland werden dafür in diesen Tagen spät nachts noch einige Gesetze angepasst, die man als Grundlage dafür benötigt, inkl. zentralisierte Biometriespeicher, für aufmerksame Beobachter gut mitzuverfolgen, wohin die Reise geht.

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  • 24. Mai 2021 um 10:19
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    Es ist in ein Trauerspiel in Deutschland. Ist ja nicht so, dass man es hätte erahnen können das man die Impfdaten auch digital braucht. Die Regierung ist so peinlich.

    Antwort
  • 16. Juni 2021 um 19:37
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    Ein Tipp aus Hamburg:
    Möglicherweise muss die erste und die zweite Impfung einmal auf der Cov App und die zweite Impfung auf der Corona Warn App per QR-Code gescannt werden. Ich hatte damitder in der normalen Apotheke
    schnellen Erfolg und habe nun meine Impfung auf dem Handy.Zeitaufwand: 10 Minuten

    Antwort
    • 17. Juni 2021 um 7:26
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      Beide Anwendungen machen aber im Bezug auf den digitalen Impfnachweis das Gleiche.
      Wenn sie also die Corona-Warn-App benutzen, können sie die CovPass-App getrost deinstallieren. Sie benötigen sie einfach nicht.

      Antwort

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