Wie die Berliner Nachrichtenagentur „Die Welt“ am Wochenende berichtet, „droht Deutschland eine Flut an chinesischer Staatspropaganda“ durch Huawei. Grund ist der geplante Aufbau einer Nachrichtenzentrale mit Sitz in Berlin. Ist dies nun der lang erwartete Gegenangriff von Huawei?
Bei der Firma Aspiegel Limited handelt es sich um ein Huawei Tochter-Unternehmen, welches im Jahre 2015 in der irischen Hauptstadt Dublin gegründet wurde. Auf der eigenen Homepage heißt es:
Aspiegel Limited bietet digitale Dienste für Benutzer von HUAWEI- und HONOR-Geräten in Europa, Kanada, Australien und Neuseeland.
Zu den programmierten Anwendungen gehören beispielsweise die Huawei AppGallery, Huawei Music, Huawei Video und Mobile Cloud. Also die Anwendungen, die Huawei gezwungener Maßen ins Leben rufen musste, da das US-Handelsministerium die Zusammenarbeit mit Google untersagt hatte. Noch werden die Anwendungen in Deutschland, die auf Basis von den Huawei Mobile Services (als äquivalent zu den Google Mobile Services) agieren, nicht mit dem gewünschten Interesse vom Endverbraucher angenommen. Wie unser Test des Huawei Mate 30 Pro und zuletzt dem Huawei P40 Pro (zum Test) gezeigt haben, ist das App-Angebot für europäische Interessen ein zu großer Flickenteppich.
Im Zusammenhang mit den zusätzlichen Einschränkungen, was die Beschaffung von HiSilicon Kirin Prozessoren anbelangt, hatte ich persönlich vermutet, dass sich Huawei nun aus Europa zurück zieht. Ein derartiger „Gegenangriff“ mit einer Nachrichtenagentur in Berlin ist schon ein sehr ungewöhnlicher Weg.
Von der deutschen Presse wird dieser Schritt als sehr kritisch angesehen. Zwar ist Huawei kein wirkliches Staatsunternehmen, habe sich aber in der Vergangenheit immer wieder durch staatliche Kredite finanziert und somit in eine gewisse Abhängigkeit manövriert. „Gegenüber Huawei besteht ein hohes Misstrauen“, sagt Christian Mihr, Geschäftsführer der RSF (Reporter ohne Grenzen) gegenüber der Welt am Sonntag. „Denn zwischen der chinesischen Staatsführung und der Pressefreiheit besteht ein genereller Grundkonflikt.“
Ich würde vorschlagen erst einmal abwarten was aus der Berliner Huawei-Nachrichtenzentrale wirklich für Texte kommen. Dann können wir immer noch entscheiden, ob es sich in der Tat um sogenannte „Staatspropaganda“ handelt.
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