Huawei wird nun auch aus Großbritannien verbannt

Huawei steht in den USA auf einer sogenannten Entity List. Bis dato kämpft das Unternehmen gegen die Spionagevorwürfe ohne Erfolg an. Nun scheint auch Premierminister Boris Johnson eine Kehrtwende zu vollziehen. Konnte sich Huawei in Großbritannien beim Ausbau der 5G-Infrastruktur mit gewissen Einschränkungen beteiligen, so ist dies ab sofort komplett untersagt. Schlimmer noch, bereits gelieferte und montierte Netzwerk-Komponenten müssen wieder entfernt werden.

Seit über einem Jahr steht Huawei nun unter US-Bann, der es dem Unternehmen unmöglich macht, Geschäfte mit US-Unternehmen zu betreiben und schon gar nicht am 5G-Netzausbau teilzunehmen. Bisher haben sich andere Länder gegen die massiven Warnungen von US-Präsident Trump gewehrt, mit Huawei geschäftliche Beziehungen einzugehen. Einige Länder, wie Frankreich und Großbritannien, beteiligen das chinesische Unternehmen am Ausbau der 5G-Infrastruktur, jedoch nur unter gewissen Auflagen. Darunter zählen ein maximaler Marktanteil von nicht mehr als 35 Prozent und dem Ausschluss am Ausbau des Kernnetzes sowie sicherheitsrelevanten Orten. Dazu zählen hauptsächlich Militär-Einrichtungen oder Kraftwerke. Doch nun scheint bei Boris Johnson eine Kehrtwende der noch im Januar zugesicherten Vereinbahrungen stattgefunden zu haben, wie die New York Times berichtet.

Nun sind für Huawei auch britische Märkte in Gefahr

Das Unterhaus fordert schon länger eine härtere Gangart von Premierminister Boris Johnson im Umgang mit China. Vermutlich resultierend aus der umfassenden Gesetzesänderung in Peking vergangenen Monat. China hat weitreichende Maßnahmen in der ehemalige britischen Kolonie Hongkong eingeleitet, um die halbautonome Stadt besser in den Griff zu bekommen. Zu den nun folgenden britischen Gegenmaßnahmen zählen der Ausschluss von Huawei bis Dezember 2020 von jeglichem 5G-Netzausbau. Es darf ab sofort keine 5G-Equipment mehr aus China gekauft werden. Bis zum Jahre 2027 muss sämtliche 5G-Infrastruktur von Huawei aus Großbritannien wieder entfernt werden. Bestehende 2G-, 3G- und 4G-Infrastrukturen, als auch der Handel mit Huawei-Smartphones sind von dem Ausschluss nicht betroffen.

„Da sich die Fakten geändert haben, hat sich auch unser Ansatz geändert. Dies war keine leichte Entscheidung, aber es ist die richtige für die britischen Telekommunikationsnetze, für unsere nationale Sicherheit und unsere Wirtschaft, sowohl jetzt als auch auf lange Sicht“, so Oliver Dowden, Regierungsminister der Telekommunikation.

Huawei äußerte sich sinngemäß, dass dies der größte Fehler für jeden britischen Smartphone-Besitzer sei. Liu Xiaoming, chinesischer Botschafter, warnte Großbritannien vor Konsequenzen. Vermutlich waren damit die Finanzierungen durch Huawei an Universitätsforschungen und Wohltätigkeitsorganisationen gemeint. Erst letzten Monat kündigte Huawei Pläne an, eine Milliarde Pfund für ein neues Forschungszentrum in Cambridge zu investieren. Jetzt wohl nicht mehr. Fraglich wie sich nun die restlichen europäischen Länder verhalten werden.

[Quelle: New York Times | via Caschy]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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