Microsoft HoloLens 3: Aus für die AR-Brille oder nicht?

Vergangene Woche wurde durch einen Medienbericht das Gerücht hochgekocht, Microsoft hätte die Arbeiten ein der HoloLens 3 gestoppt und eingestellt. Angeblich soll man sich in Redmond auf keine Richtung einigen können wohin es mit der AR-Brille in Zukunft weiter gehen soll. Nun kommt ein großes Dementi vom Hauptentwickler der Smartglasses via Kurznachrichten Dienst Twitter: „Der HoloLens geht es großartig“.

 

Microsoft HoloLens 3 vor dem Aus?

Microsofts ambitionierte Augmented-Reality-Brille – die HoloLens 3 – scheint laut einem Medienbericht des „Business Insider“ ins stocken geraten zu sein. So will die New Yorker Nachrichtenagentur 20 aktuelle und ehemalige Microsoft-Mitarbeiter interviewt haben, die alle mit dem Projekt HoloLens 3 beteiligt waren. Einhellig sei zu vernehmen, die Arbeiten an der Mixed-Reality-Brille der dritten Generation seien ad acta gelegt worden. Als Hauptgrund wird Uneinigkeit bei der Ausrichtung der Entwicklung genannt. Die eine Seite will weiterhin das Businesskonzept mit primärer medizinischer Orientierung nachgehen, die anderen sehen den Fokus im Metaverse bei dem Endverbraucher.

Für diesen Part soll bereits eine Kooperation zu Samsung abgeschlossen sein, die im Großen und Ganzen vorsieht, dass der südkoreanische Konzern sich um die Hardware-Produktion und den Vertrieb der HoloLens 3 AR-Brille kümmert und Microsoft sich ausschließlich auf die Software-Entwicklung fokussiert. Einige Microsoft-Mitarbeiter – darunter „Technical Fellows“ wie Don Box oder Dave Reed – sind bereits zu Meta (vormals Facebook) und dem Projekt „Cambria“ gewechselt.

Microsofts altes Problem: zu langsam – zu teuer

Ein Vertrieb an den privaten Endverbraucher hatte sich zu Beginn der AR-Brille im Jahre 2016 schon nicht wirklich durchgesetzt. Die Idee einer Mixed-Reality-Brille, welche praktisch ein 3D-Bild über ein HUD (Head-up-Display) projiziert und somit mit der Realität vereint, ist mit einem Preis von 3.300 Euro für die „Development Edition“ oder 5.500 Euro für die „Commercial Suite“ nicht ganz preiswert. Leider nicht das erste Mal das sich Microsoft den Consumer-Bereich selbst durch überteuerte Preise zerstört. Siehe Stichwort Smartphones und dem OS Windows Mobile, beziehungsweise aktuell dem Surface Duo. Aber auch die Konkurrenz wie Magic Leap beißt sich an dem Thema die Zähne aus.

Jetzt spricht der Chef

Alex Kipman

Um die Wogen zu glätten, hatte sich nun der Hauptentwickler und Leiter der Mixed-Reality-Abteilung, Alex Kipman am Wochenende über seinen Twitter-Account zu Wort gemeldet.

Glaubt nicht was ihr im Internet lest. Der HoloLens geht es großartig! Wenn ihr im Internet sucht, werdet ihr auch über die HoloLens 2 finden das wir sie eingestampft hätten. Ich habe es soeben noch einmal überprüft: sie wurde mit Erfolg ausgeliefert. [)-)

Der immense Schwund an der Thematik vertrauten Mitarbeitern ist natürlich frappierend. Dennoch ist es meiner Meinung nach zu früh das Thema HoloLens 3 bei Seite zu legen. Microsoft hat schon in der Vergangenheit bewiesen das sie eher schwergängig wie ein Tanker agieren. Das bringt ihnen natürlich auf Dauer auch einen Wettbewerbsnachteil, wenn „kleinere“ Unternehmen schneller reagieren.

[Quelle: Business Insider | Alex Kipman]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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