Oppo Find X3 Lite im Test: Die Mischung machts!

Mit dem Oppo Find X3 Lite präsentiert uns die BBK-Tochter technisch gesehen das kleinste Device aus der X3-Serie. Dabei ist es im Grunde nur ein umgelabeltes Oppo Reno 5, welches aber hierzulande nicht erscheinen wird. Klingt etwas verwirrend, ist aber für den deutschen Raum betrachtet eine durchaus sinnvolle Entscheidung. Was also das 449 Euro preiswerte Android-Smartphone zu bieten hat, haben wir uns im folgenden Test einmal genauer angeschaut. Denn das Gerät verweilt bereits seit knapp einen Monat in der GO2mobile-Redaktion.

Als wir Mitte Januar darüber berichtet haben, dass nun auch Oppo dem Verwirrspiel frönt, ein und das selbe Smartphone – in dem Fall das Oppo Reno 5 und Reno 5 Pro+ – je nach Land mit unterschiedlichen Modelbezeichnungen an den Mann zu bringen, waren wir regelrecht enttäuscht. Doch sofern der chinesische Hersteller seine Meinung nicht ändert und das Reno 5 und 5 Pro+ doch noch hierzulande in die Regale stellen wird, macht das Ganze mit etwas Abstand doch einen gewissen Sinn. Hatten wir uns beim Test des Oppo Reno 4 noch beschwert, dass das Smartphone aufgrund der fehlenden Einordnung nichts Halbes und nichts Ganzes ist, ist nun die Find X3-Serie klar strukturiert. Schauen wir also nun einmal im Detail, was der Einstieg in die X3-Serie mit dem Oppo Find X3 Lite so zu bieten hat.

Design und Verarbeitung

Haptisch gesehen ist das Oppo Find X3 Lite ein echter Gewinn. Das erste Mal das Smartphone in der Hand haltend, fallen gleich zwei Merkmale auf: das flache Gehäuse von 7,9 Millimeter (159,1 x 73,4 mm) bei 172 Gramm und die in unserem Fall in Astral Blue tolle und leicht angeraute Rückseite. Weitere Farben sind Starry Black und Galactic Silver. Man mag das Device gar nicht mehr aus der Hand geben, weil es sich mit seinem Besitzer nahezu verschmilzt und eine Einheit bietet. Laut Oppo ist die Polymer-Rückseite auch ölabweisend.

Oppo Find X3 Lite im Test

Alle Tasten sitzen an der perfekten Position. Links zwei für die Laustärke, darüber der SIM-Slot für zwei Nano-SIM-Karten. Hierbei unterstützt das Smartphone aber nur eine 5G-taugliche Karte. Auf der rechten Seite fast mittig die Power- und Standby-Taste. Auf der Oberseite wird das dezente Design nur von einer Öffnung für das Mikrofon zur Geräuschunterdrückung bei Telefonaten gestört.

Auf der Unterseite passiert da schon um einiges mehr. Von links nach rechts (auf dem Foto von rechts nach links) gibt es eine 3,5 Millimeter große Audio-Klinkenbuchse für den analogen Sound. Daneben ein weiteres Mikrofon für die Sprachaufzeichnung, ein USB-Type-C-Port (2.0) und drei Öffnungen für den Mono-Lautsprecher. Wenngleich die Audio-Einstellungen ein Stereo-Signal suggerieren wollen, wird spätestens bei dem Versuch den Fader nach Links zu schieben die Täuschung aufgedeckt. Es geht einfach nicht.

Auf der Rückseite gibt es oben links ein dezent aus dem Gehäuse ragendes Quad-Kamera-Array, welches aufgrund der drei vertikal angeordneten größeren Objektive den Eindruck einer Triple-Kamera vermittelt. Weder die Kamera, noch die Ränder bieten scharfe Kanten. Ich hatte es ja schon bemerkt, die Haptik ist überragend. Das macht sich natürlich bei dem Übergang von Rückseite zum Display bemerkbar. Man spürt ihn einfach nicht. Auch der sichtbare Rand rund um das OLED-Panel ist komplett in einer vertretbaren Größe. Oben links im Display untergebracht die 32-Megapixel-Frontkamera (Punch Hole).

Display

Oppo verbaut im X3 Lite ein OLED-Display mit einer Diagonale von 6,43 Zoll, was in der uns bekannten Maßeinheit 16,33 Zentimeter ausmacht. Die Auflösung beträgt bei 16,7 Millionen darstellbaren Farben 2.400 x 1.080 Pixel (FHD+) bei 410 ppi. Es ist mit einem flachen Panda-MN228-Glas versehen, dem ähnliche Schutzfähigkeiten wie dem kalifornischen Gorilla Glass nachgesagt werden. Es kommt aber aus China und ist bedeutend preiswerter im Einkauf. Apropos Schutz – das Oppo Find X2 Lite ist auch nach IP52 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt.

Oppo Find X3 Lite im Test

Das Display bietet bei einem Seitenverhältnis von 20:9 eine Bildschirmaktualisierungsrate von wahlweisen 60 oder 90 Hertz. Die Darstellung gefällt uns gut, wenngleich Unterschiede zu einem Samsung-Panel in Form der Blickwinkelstabilität und Kontrast erkennbar sind.

Dank organischen Leuchtdioden bietet auch das Lite-Modell ein Always-on-Display mit vielen Einstellungsmöglichkeiten. Besonders gut haben uns die seitliche Randbeleuchtung gefallen, welche dem Nutzer so einen entsprechenden Hinweis für eingehende Benachrichtigungen bietet. Gibt es so bei der OnePlus-Schwester ebenfalls.

Prozessor und Speicher

Nein – trotz X3 Flaggschiff-Serie gibt es keinen Snapdragon 888 SoC (System on a Chip). Nicht mal einen Snapdragon 870, welcher dem X3 Neo vorbehalten ist. Das Lite-Modell muss sich mit dem Snapdragon 765G Octa-Core-Prozessor von Qualcomm zufrieden geben. Aber warum zufrieden geben? Der Prozessor reicht im Grunde für alle Anwendungen und ist mit seinem „G“ auch noch Spiele optimiert.

Dafür sorgen zwei ARM Cortex-A76-Kerne, wovon einer bis zu 2,4 und der andere bis zu 2,2 GHz getaktet werden kann. Für Energie effizientes Arbeiten gibt es sechs weitere Cortex-A55-Kerne, welche wie fast in allen CPUs (Central Processing Unit) bis zu 1,8 GHz getaktet werden können. Für die „G“aming Performance sorgt eine Adreno 620 GPU (Graphics Processing Unit) die im G-Modell bis zu 20 Prozent mehr Leistung bietet.

Speichertechnisch ist das Oppo X3 Lite mit 8 GB LPDDR4x RAM und 128 GB an UFS-2.1-Nand-Speicher ausgestattet. Eine Erweiterung via microSD-Karte gibt es leider nicht. Warum ist indes unklar, da das „Original“ Reno 5 diesen bietet. Platz wäre also da. Ab Werk sind in etwa von den 128 GB noch 110 GB verfügbar.

Kamera

Die Hardware

Die BBK-Tochter verbaut in dem Lite-Modell eine vertikal angeordnete Quad-Kamera oben links auf der Rückseite. Wirklich sinnvoll sind davon aber nur die 64-Megapixel-Haupt-, sowie die 8-Megapixel Ultra-Weitwinkel-Kamera. Die zwei 2-Megapixel-Makro- und Monochrom-Sensoren mit einer Blende von je f/2.4 sind eher in der Abteilung „nice 2 have“ zu verorten, als dass sie dem Besitzer einen großen Vorteil beim fotografieren bringen.

Oppo Find X3 Lite im Test

Die Hauptkamera mit PDAF (Phase Detection Auto Focus) bietet bei einer Blende von f/1.7 ein Sichtfeld von 79,5 Grad und der des Ultra-Weitwinkel-Objektivs 119 Grad bei einer Blende von f/2.2. Vermutlich verwendet Oppo hier einen Sony IMX686-Sensor, der allgemein eine recht gute Reputation hat. Auf der Front gibt es oben links eine 32-Megapixel-Kamera mit einem Sichtfeld von 85 Grad und einer Blende von 2.4.

Tagesaufnahmen

Standard-Aufnahmen am Tage oder genereller guter Beleuchtung gelingen dem Lite-Modell ohne Probleme. Auch die Fotografie gegen das Licht, kann die Hauptkamera bis zu einen gewissen Grad gut kompensieren. Ein Blick auf die Fotos bestätigen eine natürliche Farbwiedergabe, Kontraststärke und Dynamik. Gerade was die Übersättigung der vergangenen Modelle anbelangt, hat Oppo hier einen guten Job gemacht.

Weitwinkel-Aufnahmen wissen ebenfalls zu gefallen, wenngleich die Seiten schnell beginnen auszubrennen. Eine digitale Zoom ist bis zu einer 20-fachen Vergrößerung möglich, sollte aber nicht der Fotografie dienen, da deren Ergebnisse wenig Freude liefern. Bis zu einer 2-fachen Vergrößerung kann der Nutzer aber ohne sehenswerte Einschränkungen fotografieren.

Wie bereits erwähnt, versieht Oppo sein Lite-Modell auch mit einer separaten Makro-Kamera. Deren Ergebnisse liegen aber hinter dem Durchschnitt, wie beispielsweise einem OnePlus-Smartphone. Vermutlich spielt man hier auch nicht in der selben Liga. Dennoch ist es die Kamera der beiden 2-Megapixel-Shooter, welcher ich noch eine höhere Berechtigung zusprechen würde.

Nachtaufnahmen

Es gibt wohl nur ganz wenige Smartphone-Kameras, welche die Disziplin der Nachtfotografie beherrschen. Das Oppo Find X3 Lite gehört leider nicht dazu. Obwohl der separate Nacht-Modus kurz Hoffnung aufkeimen lässt, werden die ersten Fotos den Besitzer vermutlich verzweifeln lassen. Sehen die Aufnahmen wie bei uns am Beispiel der Tram-Schiene oder der See-Fotografie auf dem Smartphone noch durchaus spektakulär aus, so wird beim vergrößern oder spätestens am PC das Elend sichtbar. Heftige Artefakte bilden sich. Die Konturen verschwinden und merkwürdige weiße Pixel überfallen unser Zeitdokument. Spätestens hier macht sich halt der Unterschied zur Flaggschiffklasse deutlich, den das Unternehmen ja mit einer Preisdifferenz von 700 Euro (449 zu 1.149 Euro) ja auch irgendwie begründen sollte.

Kamera-Fazit

Die 64-Megapixel-Quad-Kamera macht tatsächlich optisch mehr her, als sie am Ende liefert. Doch vergessen wir dabei nicht, dass es sich hier lediglich um das Lite-Modell der X3-Serie handelt. Und dafür sind die Ergebnisse bei Tageslicht mehr als brauchbar. Für die täglichen Schnappschüsse oder der Dokumentation der Urlaubsfotos komplett ausreichend. Lediglich die Nachtaufnahmen sollte man sich verkneifen.

Akku

Oppo verbaut in dem Find X3 Lite einen Akku mit einer maximalen Kapazität von 4.300 mAh. Das ist schon einmal leicht über dem Durchschnitt. Das mitgelieferte VOOC-65-Watt-Netzteil ist definitiv überdurchschnittlich. Das für ein „Lite“-Modell hat dann auch uns verwundert. Man ist fast schon traurig, dass das Find X3 Lite so selten geladen werden muss. Denn zwei Tage sind auch bei einer anspruchsvollen Nutzung durchaus möglich. Laut Oppo hält das Android-Smartphone auch einfach mal 10 Tage im Standby durch. Das haben wir nicht überprüfen können, da uns einfach die Ausdauer fehlt, das sexy Device nicht zu begrabbeln.

Oppo Find X3 Lite im Test

Keine Ahnung ob es zu viel verlangt wäre – angesichts des kleinsten Modells der X3-Serie wohl schon – aber die Möglichkeit das Lite kabellos laden zu können, wäre dann noch das i-Tüp­fel­chen gewesen. Geht aber leider nicht. An dieser Stelle noch einmal der ausdrückliche Hinweis: Das 65-Watt-Netzteil liegt bei! Das ist ja bei einigen anderen Herstellern nicht mehr so ganz gesichert. Eine umfängliche Aufladung dauert in etwa knapp 40 Minuten.

Oppo Find X3 Lite im Test

Sicherheit und Software

Das Find X3 Lite ist zum Zeitpunkt unseres Tests mit dem aktuellsten Google-Februar-Sicherheitspatch ausgestattet. Hier wird die Zukunft zeigen müssen, wie kontinuierlich das noch in Deutschland recht junge Unternehmen entsprechende OTA-Updates liefern wird. Ebenfalls dem Thema Sicherheit zugehörig, die Möglichkeiten des Entsperrens. Auch das Lite lässt sich mithilfe eines Fingerabdrucksensors unterhalb des Displays und mit einem Gesichtsscan entsperren. Beides funktioniert sehr schnell und zuverlässig.

Oppo Find X3 Lite im Test

Als Betriebssystem ist die hauseigene Benutzeroberfläche ColorOS in der Version 11.1 auf Basis von Android 11 installiert. Oppo hält sich mit vorinstallierten Anwendungen diskret zurück. In unserem Fall sind es 60 an der Zahl, welche sich nicht alle als solche zu erkennen geben. Beispiel Audioverstärker oder die Carrier Services. Im App-Drawer sind es dann tatsächlich 53 Apps. Hauptsächlich Google-Anwendungen wie der Assistant, Duo, Drive, Fotos, Maps, Kalender, PlayStore und beide Versionen von YouTube. Also auch das kostenpflichtige YouTube Music, was ich persönlich fast schon ein wenig frech empfinde.

Denn bietet Google zwar an die „alte“ Music vom ehemaligen Google Music auf YouTube Music gratis zu transferieren. Doch hören dürft ihr eure Musik nur nach dem kostenpflichtigen Abonnement.

Es gibt auch ein paar ColorOS-Anwendungen wie beispielsweise der Games-Space, ein Dateimanager, ein Kompass, O Relax mit echt entspannender Musik und einem Rekorder. Es gibt sie aber auch, die berühmten Subventions-Anwendungen, wozu in meinen Augen Netflix und WPS Office gehören. Das dürfte aber komplett vertretbar sein.

Besonders gefallen hat uns die intelligente Seitenleiste, welche sich praktisch als frei positionierbarer seitlicher Button zu erkennen gibt. Hier lassen sich in einer seitlichen Bar frei eigene Anwendungen (auch aus dem Spiel heraus) starten und wenn gewünscht auch im Splitscreen oder Minifenster positionieren.

Pro und Contra

Pro

  • Sehr gute Haptik
  • Gutes Display
  • 65-Watt-VOOC-Laden & Netzteil
  • Intelligente Seitenleiste
  • 3,5 mm Audiobuchse

Contra

  • Kein kabelloses Laden
  • Überflüssiger Monochrom-Sensor (Kamera)
  • Kein microSD-Karten Support

Das Fazit des Oppo Find X3 Lite

Das Oppo Find X3 Lite ist eine sehr gute Abrundung der X3-Serie nach unten hin und wird vermutlich bereits den meisten reichen. Es bietet eine verdammt gute Haptik, was bei vielen Smartphones heutzutage viel zu häufig vergessen wird, dass wir diese ja ziemlich lang in der Hand halten. Das Setup der technischen Daten befindet sich auf einem sehr guten mittleren Niveau und kann mit kleinen Akzenten wie einem 65-Watt-ladenden 4.300 mAh Akku dem Besitzer ein Lächeln in sein Gesicht zaubern.

Oppo Find X3 Lite im Test

Auch die 64-Megapixel-Quad-Kamera reicht für den Schnappschuss und mehr aus, wenngleich zwei der vier Sensoren mehr Schein als Sein sind. Aber auch Google hat bewiesen das es nicht viele Kameras braucht um hervorragende Fotos zu machen. Selbstredend gibt es für die 449 Euro inzwischen eine wahre Vielfalt an Alternativen. Xiaomi wird hier mit seinem schier unüberschaubaren Angebot gern genannt. Doch wer sich für das Oppo Find X3 Lite entscheidet, wird es im Alltag nicht bereuen.

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Test Oppo Find X3 Lite
  • 8.1/10
    Hardware - 8.1/10
  • 8.4/10
    Verarbeitung - 8.4/10
  • 7.9/10
    Software - 7.9/10
  • 7.9/10
    Performance - 7.9/10
  • 7.4/10
    Kamera - 7.4/10
  • 8.6/10
    Akku - 8.6/10
  • 8.2/10
    Preis/Leistung - 8.2/10
8.1/10

Kurzfassung

Das Oppo Find X3 Lite ist eine hervorragende Abrundung der X3-Serie. Für einen Preis von 449 Euro wird der neue Besitzer hauptsächlich viel Freude an dem 65-Watt-VOOC-Netzteil und der mehr als angenehmen Haptik des Android-Smartphones haben. Die 64-Megapixel-Quad-Kamera ist guter Durchschnitt am Markt und reicht für den täglichen Gebrauch komplett aus. Dennoch sorgt hauptsächlich das Xiaomi-Portfolio für große Konkurrenz.

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

2 Gedanken zu „Oppo Find X3 Lite im Test: Die Mischung machts!

  • 14. März 2021 um 22:56
    Permalink

    Ich wollte es schon öfter sagen und fällt mir nach lesen des Artikels erneut auf, das mir eure Tests besonders gut gefallen.
    Nicht soviel blabla und auf den Punkt die wichtigsten Fakten.
    Vielen Dank und macht weiter so!

    Antwort
    • 14. März 2021 um 23:03
      Permalink

      Dankeschön
      Wir geben uns weiter Mühe.

      Antwort

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