Xiaomi sperrt seine Smartphones aus der Ferne in sanktionierten Ländern

Allen Anschein nach haben wir nun einen komplett neuen Level der Technik erreicht, der es Smartphone-Herstellern wie Xiaomi ermöglicht, Kunden-Smartphones aus der Ferne mit einer Art „Killswitch“ zu sperren und so unbrauchbar zu machen. So aktuell geschehen in sanktionierten Ländern wie beispielsweise Iran, Kuba, Nordkorea und Syrien.

 

Xiaomi wendet Killswitch bei Smartphones in sanktionierten Ländern an

Man muss wohl kein Träger der aus Aluminium gefertigten Kopfbedeckung sein, um bei der Überschrift mehr oder weniger vom Glauben abzufallen. Drauf gestoßen bin ich bei dem Kollegen André der über diese doch überraschend harte Maßnahme von Xiaomi auf Caschys Blog berichtet hat. Er selbst ist über einen Eintrag bei dem Social-News-Aggregator Reddit auf die unglaubwürdige Nachricht gestoßen. Dort berichtet ein Bürger aus Kuba, dass nach ein paar Tagen der Nutzung sein Xiaomi-Smartphone plötzlich aus der Ferne gesperrt wurde. Lediglich eine WLAN-Verbindung und das wählen von Notrufnummern sei noch möglich.

Xiaomi Killswitch in sanktionierten Ländern

Auf dem Sperrbildschirm wird lediglich eine Nachricht angezeigt, dessen Inhalt übersetzt folgendermaßen lautet:

„Die Richtlinien von Xiaomi erlauben weder den Verkauf noch die Bereitstellung des Produkts in dem Gebiet, in dem Sie versucht haben, es zu aktivieren. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen direkt an den Händler.“

Nun – aus dem Inhalt wird ein kleiner aber entscheidender Aspekt deutlich, der vermutlich erst nach dem abflachen der ersten Echauffierung deutlich wird. In Kuba ist der Verkauf von Xiaomi Smartphones generell verboten, wie der Autor auf Reddit auch gleich einleitend bekannt gibt. Händler kaufen im Ausland (in unserem Fall in Russland) in großen Stückzahlen die in Kuba sehr beliebten Xiaomi-Smartphones, welche dann auf dem Schwarzmarkt weiter verkauft werden. Dennoch scheint es nur Smartphones zu betreffen, welche in diesem oder vergangenen Jahr in den Handel kamen, wie der Verfasser aus bereits mehr als 20 Fällen berichten kann.

Xiaomi augenscheinlich im Recht

Und auch wenn Xiaomi hier durchaus im Recht ist, finde ich die Härte mit der das chinesische Unternehmen hier vorgeht, durchaus grenzwertig. Wie im Abstract bereits erwähnt, wird so nicht nur in Kuba vorgegangen, sondern auch in anderen sanktionierten Ländern wie Iran, die annektierte Krim, Nordkorea und Syrien. Nach welcher Sanktionsliste Xiaomi vorgeht, ist aktuell noch unbekannt. Es ist aber aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Google von der „OFAC Sanctions List“ (Office of Foreign Assets Control) auszugehen. Darunter befinden sich auch Länder wie Burundi, die Zentralafrikanische Republik, der Irak, Libanon, Libyen, Venezuela und der Jemen.

Vermutlich wird auch das Flashen eines anderen ROM nichts nutzen, zumal im Fall von Xiaomi die Freischaltung des Bootloaders vom Unternehmen selbst vorgenommen wird und Minimum 7 Tage dauert. So geschehen bei unserem in der GO2mobile-Redaktion liegenden Xiaomi MIX 4, wo wir das EU-ROM aufspielen wollen.

[Quelle: Reddit | via Caschys Blog]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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