Android 4.1 Jelly Bean Erfahrungsbericht (+Anleitung)

Geschrieben von

Letzten Mittwoch gegen 19:30 Uhr deutscher Zeit war es soweit und mit fast schon typischer Verspätung wurde über YouTube, die Android App und sicher dutzende weiterer Kanäle die Keynote der Google I/O 2012 von Vic Gundotra, Senior Vice President of Engineering übertragen. Nicht nur das neue Android 4.1 Jelly Bean bekamen wir zu Gesicht, auch das Nexus 7.

Während sich Google wie die Jahre zuvor schon spendabel zeigte und jedem Teilnehmer ein Galaxy Nexus und Nexus 7 mit vorinstalliertem Android 4.1 Jelly Bean und noch ein Nexus Q schenkte, war die Freude der Teilnehmer natürlich umso größer. Und wie es der Zufall halt so will, gibt es das System-Image des Galaxy Nexus GSM bereits zum Download und flashen für die Allgemeinheit. Wir wollen euch an dieser Stelle erste Eindrücke mit dem neuen System wiedergeben und eine Anleitung, wie ihr euch die süßen Zuckerbohnen auf euer Galaxy Nexus GSM holen könnt. Und falls ihr zurückwollt, kein Problem: Auch dafür haben wir was für euch.

 

Erste Berührungen

Google hat auf der Google I/O 2012 vom Project Butter gesprochen, dem Versuch das Benutzererlebnis noch flüssiger und smoother zu machen. Das ist den Entwicklern auch gelungen, denn die Oberfläche arbeitet gefühlt noch schneller und flüssiger als bereits zuvor, selbst die eh schon schnelle Kamera-App arbeitet noch zackiger. Auch das dynamische vergrößern sowie neu ausrichten von Widgets und Apps in den einzelnen Homescreens funktioniert so wie versprochen. Halt so wie auf der Google I/O 2012 während der Keynote gezeigt. Läuft also alles wie Butter? Den überwiegenden Meinungen nach zu urteilen definitiv aber Raum für Verbesserungen sind immer vorhanden. Und man beachte: Das ist immer noch eine Vorab-Version von Android 4.1 Jelly Bean (JRN84D).

Davon abgesehen ist das interessanteste Feature das neue Google Now, wo wir in Kombination mit der Offline-Spracherkennung Projekt Majel vermuten. Zumindest funktioniert es ähnlich gut, teils besser, teils schlechter aber auf jedenfall spürbar schneller als Siri, dem großen Vorbild und Pionier der massentauglichen sprachgesteuerten künstlichen Mobil-Intelligenz. Wenn Google Now in Englisch genutzt wird, dann sind die gelieferten Ergebnisse und so weiter echt klasse und mit wenigen Fehleranfälligkeiten versehen, in Deutsch sieht es allerdings schon wieder schlechter aus. Zwar kann ein deutsches Sprachpaket heruntergeladen werden, dennoch gibt es die besten Ergebnisse mit Englisch und das hat einen einfachen Grund. Google greift auf eine Technologie namens Knowledge Graph zurück, welche verschiedenste Informationen miteinander im Kontext verknüpft. Und den Knowledge Graph gibt es bisher nur in englischer Sprache, eine Ausweitung auf andere Sprachen ist aber nicht unwahrscheinlich. Immerhin hat Google damit ein enorm wertvolles Instrument gegen Apple in der Hand. Wäre also schön blöd, das nicht zu nutzen.

Um noch mal zum Thema Deutsch zurück zu kommen. Der probeweise gesagte Satz „Das ist ein kleiner Test“ wurde von der Sprachsteuerung immer als „Was ist ein kleiner Contest“ verstanden. So viel zur Genauigkeit. Eine kleine Funktion wurde übrigens auch noch entdeckt, die es so augenscheinlich noch in keinem der gezeigten Videos gab oder sonstwo dokumentiert wurde. Per Wischgeste vom virtuellen Home-Button aus kann Google Now gestartet werden. Beim Nach-Oben-Wischen erscheint ein kleines Google-Icon und beim loslassen von selbigem wird Google Now gestartet. That’s all.

Vielen Dank an dieser Stelle an unseren Leser Robin Zerrer für diese ersten Eindrücke.

 

Flashen der Bohnen, Part 1

Hinweis: Wir übernehmen keinerlei Haftung, wenn etwas schief gehen sollte. Ihr führt die folgenden Schritte auf eigene Gefahr durch!!!

damit Jelly Bean auf euer Galaxy Nexus drauf kommt, muss ein alternatives Recovery vorhanden sein, was einen entsperrten Bootloader voraus setzt. Wer bereits ClockWorkMod oder TeamWin Recovery drauf hat, der kann direkt zu Part 2 weitergehen. Zuerst müsst ihr euch das Fastboot/Superboot Package herunterladen, welches die notwendigen Tools zum Bootloader Unlock enthält.

Achtung, das flashen per Fastboot-Methode führt einen Hardreset durch!!!

  1. Inhalt von Superboot nach C:/root entpacken
  2. Galaxy Nexus ausschalten
  3. Gerät mit dem PC verbinden und in Bootlaoder-Modus versetzen (drücken und halten von Lauter+Leiser+Power)
  4. Kommandozeile öffnen und nach C:/root navigieren
  5. Bootloader entsperren durch eintippen von folgendem Befehl in der Kommandozeile: fastboot-windows oem unlock
  6. Nun sollte eine Warnung erscheinen. Benutzt die Lautstärke-Tasten zum navigieren und die Power-Taste zur Auswahl der Option.
  7. Zum (optionalen) rooten: Doppelklick auf die Datei install-superboot-windows.bat
  8. Nun nur noch ClockWorkMod oder TeamWin REcovery flashen und das war es

 

 

Flashen der Bohnen, Part 2

Bevor ihr loslegen könnt, müssen ein paar Dinge vorhanden sein:

  • Ein Galaxy Nexus GSM (GT-I9250)
  • ClockWorkMod oder TeamWin Recovery

Ist das beides der Fall, kann es auch schon losgehen. Als erstes brauchen wir natürlich die ROM, die es hier (Goo.im) oder hier (Min.us) gibt. Dann braucht es ein passendes Baseband, welches es hier (Mediafire) oder hier (Min.us) gibt. Als nächstes muss GetRIL aus dem Google Play Store installiert werden, gibt es hier. Ist das alles erledigt, ist es jetzt an der Zeit ein Backup anzulegen von euren Daten, am Besten gleich noch ein Nandroid-Backup mit CWM oder TeamWin Recovery dazu, nur für den Fall. Ist das alles erledigt, kann es auch schon losgehen mit dem flashen:

  1. In Recovery booten
  2. Dalvik und Cache wipen
  3. Das neue Baseband flashen
  4. Ins System booten, GetRIL installieren und seine Magie entfalten lassen
  5. Erneut ins Recovery booten
  6. Alles wipen, ausgenommen der Speicherkarte (=Interne Speicher)
  7. Die Jelly Bean ROM flashen (GApps sind bereits enthalten)
  8. Booten lassen
  9. Alles einrichten
  10. Zur Sicherheit das jeweilige Recovery installieren lassen über ROM-Manager (ClockWorkMod) oder GooManager (TeamWin Recovery)
  11. Happy sein, wenn alles geklappt hat

 

Way back to Ice Cream Sandwich

Falls ihr doch nicht mit Jelly Bean zufrieden sein solltet, gibt es natürlich den Weg zurück zu Ice Cream Sandwich. Dazu braucht ihr ein sogenanntes Factory Image von Google, das gibt es hier bei Google selber. Dann braucht es noch Fastboot/Superboot, damit das Factory Image per Fastboot-Methode geflasht werden kann. Beide Archive müssen in denselben Ordner entpackt werden und wenn das getan ist, wird die Kommandozeile gestartet, das Galaxy Nexus in den Bootloader-Mode versetzt und an den PC angeschlossen. Hangelt euch per Kommandozeile zu dem Ordner mit den entpackten Dateien und los geht es.

Achtung, das flashen per Fastboot-Methode führt einen Hardreset durch!!!

Windows 
fastboot-windows flash bootloader bootloader-maguro-primela03.img
fastboot-windows reboot-bootloader
fastboot-windows flash radio radio-maguro-i9250xxla02.img
fastboot-windows reboot-bootloader
fastboot-windows -w update image-yakju-imm76i.zip

Linux
./fastboot-linux flash bootloader bootloader-maguro-primela03.img
./fastboot-linux reboot-bootloader
./fastboot-linux flash radio radio-maguro-i9250xxla02.img
./fastboot-linux reboot-bootloader
./fastboot-linux -w update image-yakju-imm76i.zip

OSX
./fastboot-mac flash bootloader bootloader-maguro-primela03.img
./fastboot-mac reboot-bootloader
./fastboot-mac flash radio radio-maguro-i9250xxla02.img
./fastboot-mac reboot-bootloader
./fastboot-mac -w update image-yakju-imm76i.zip

[Quelle für Anleitung: XDA Developers]
The following two tabs change content below.
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. wow, danke für die Anleitung..genau sowas hab ich gesucht. Na dann kann es ja jetzt losgehen 😉
    mfg

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


205 Abfragen in 0,451 Sekunden