Negativer Schufa-Eintrag? So gibt es dennoch ein Smartphone mit Vertrag

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schufaIm Internet gibt es immer mal wieder Werbe-Anzeigen für Online-Händler, welche ein Smartphone trotz Schufa-Eintrag versprechen. Natürlich fragt man sich was damit denn eigentlich gemeint sei: Schufa und trotzdem ein Smartphone? Wir wollen ein wenig den Nebel lüften und erklären, was es mit dieser Sache überhaupt auf sich hat.

Wem es finanziell nicht immer so gut gegangen war, wird es eventuell schon einmal erlebt haben: Da will man seinen Mobilfunkanbieter wechseln, aber der neue Vertrag wird abgelehnt. Natürlich fragt man sich erst einmal woran das denn liegen könnte. Die wenigsten denken dabei an die Schufa, einem Scoring-Unternehmen für den deutschen Handel. Dieses Unternehmen bewertet die Kreditwürdigkeit aller Bundesbürger und genau dieser Score ist das Entscheidende, welcher bei einem neuen Handyvertrag im Weg stehen könnte.

Die Schufa und ihre Auswirkungen

Denn was viele nicht wissen: Will man einen Vertrag abschließen, fragt das jeweilige Unternehmen prinzipiell immer als erstes mit den Schufa-Score ab. Ist dieser negativ, aus welchen Gründen auch immer, dann wird der abzuschließende Vertrag vom Mobilfunkanbieter abgelehnt und man bekommt diesen nicht, was natürlich auch das gewünschte neue Smartphone mit umfasst. Dennoch kommt man auch mit einem negativem Schufa-Eintrag an einen neuen Vertrag, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Nicht jeder Anbieter setzt die gleichen Kriterien für die Bonität von Neukunden an, weswegen man nach der ersten Ablehnung nicht gleich aufgeben sollte. Bei einem anderen Anbieter – ob nun ein anderer Netzbetreiber oder ein Zwischenhändler ist egal – könnte man eventuell Erfolg haben. Pauschal abgelehnt wird man nicht, wenn der erste Neuvertrag abgelehnt wurde wegen des Schufa-Eintrags. Laut Paragraph 34 des Bundesdatenschutzgesetz darf man als Bundesbürger einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft über den eigenen Schufa Score einholen. Den entsprechenden Antrag gibt es bei der Schufa selbst.

Kurze Erklärung zur Bonität: Damit ist die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens gemeint, sprich ob die juristische Person überhaupt in der Lage ist, einen Kredit zurückzuzahlen. Da Mobilfunkanbieter mit ihren berühmten 1-Euro-Angeboten und den 24-Monate-Verträgen einen Kredit gewähren, ist diese Abfrage auch unabdingbar. Schließlich leistet der Händler einen Vorschuss auf das Smartphone, welches man innerhalb der 24 Monate eines Laufzeitvertrages wieder abbezahlt.

Unterschiede zwischen den Mobilfunkanbietern

Neben der Bonität ist aber auch mit entscheidend, was für einen Vertrag man überhaupt abschließen will und mit was für einem Smartphone oder Tablet. Je teurer und hochwertiger das Gerät ist, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag aus Gründen der mangelnden Bonität abgelehnt wird. Dasselbe gilt natürlich auch für den Vertrag selbst und den gewünschten Zusatzpaketen für Daten, SMS oder Musikstreaming. Sollte man also bei einer Anfrage zu einem Handyvertrag abgelehnt worden sein, so empfiehlt sich ein günstigeres Smartphone zu wählen. Prinzipiell große Erfolgsaussichten trotz negativen Schufa-Eintrags bestehen bei monatlich kündbaren Verträgen und Prepaid-basierenden Verträgen. Insbesondere letztere sind aufgrund ihrer im Voraus zu erbringenden Bezahlung für Gesprächsminuten und Datenpakete mit einer erheblich niedrigeren Hürde versehen. Sollten alle Stricke reißen, empfiehlt sich ein sogenannter „SIM only“ Vertrag, bei dem man dann auf die Subventionierung eines Smartphone verzichtet und auf ein günstiges Vertrags freies Smartphone (siehe Tchibo oder Aldi-Angebote) zurückgreift. Auch ein gebrauchtes Smartphone kann eine sehr gute Alternative sein, da der Wertverlust nach einem 1-Jahr altem Smartphone recht hoch ist und man trotzdem technisch noch gut mit allen Anwendungen zurecht kommt.

Eine Besonderheit stellt jedoch mobilcom-debitel dar: Je nachdem wie stark negativ der Schufa-Eintrag ist, kann man gegen Zahlung einer Kaution von bis zu 400 Euro trotzdem jeglichen Vertrag und jedes Smartphone sowie Tablet aus dem Angebot kaufen. Die Kaution wird nach 12 Monaten automatisch wieder ausgezahlt. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone und o2 Germany gibt es diese Möglichkeit noch nicht.

Schlussendlich ist die Empfehlung der Redaktion es bei Base (E-Plus) zu probieren. Unsere Erfahrungen zeigen, dass man hier deutlich humaner im Umgang und der Vergabe von Handyverträgen ist. Und nach dem Zusammenschluss mit O2 Germany ist inzwischen auch eine deutlich bessere Erreichbarkeit gewährleistet.

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Patrick schreibt:

    Der Absatz:

    Eine Besonderheit stellt jedoch mobilcom-debitel dar: Je nachdem wie stark negativ der Schufa-Eintrag ist, kann man gegen Zahlung einer Kaution von bis zu 400 Euro trotzdem jeglichen Vertrag und jedes Smartphone sowie Tablet aus dem Angebot kaufen. Die Kaution wird nach 12 Monaten automatisch wieder ausgezahlt. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone und o2 Germany gibt es diese Möglichkeit noch nicht.

    Ist leider falsch!

    Die Deutsche Telekom bietet schon seit jahren an, einen Antrag für einen Vertrag erneut zu prüfen, wenn man eine Kaution hinterlegt.

  2. Rolf schreibt:

    Aktuell bietet sich nach eigenen Erfahrungen mit dem A5 bei Base eine gute Möglichkeit den Vertrag genehmigt zu bekommen !

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