[Nerd Nische] OpenWrt: Alternative Firmware für WLAN-Router

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Stefan´s Nerd Nische: OpenWrt

Das ein WLAN-Router und andere Embedded Devices zu weitaus mehr in der Lage sind, als es ihre jeweiligen Hersteller vorsehen, zeigt die auf Linux basierende alternative Firmware namens OpenWrt mehr als nur deutlich. Denn wenn einem die gebotenen Funktionen nicht ausreichen, dann installiert man sie einfach über einen Paket-Manager nach und erhält völlig neue Möglichkeiten.

WLAN-Router sind heutzutage nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken, da sie für die meisten den ersten Weg in das weltweite Netz ebnen. Spätestens seit gestern ist zudem bekannt, dass ein solcher Router theoretisch sogar kleine Gadgets bietet, wie das Smartphones kabellos mit Energie zu versorgen (zum Beitrag). Dazu bedarf es nur einer kleinen Anpassung der Firmware der WLAN-Router, aber das werden die jeweiligen Hersteller wohl kaum vornehmen. Daher kommt an dieser Stelle OpenWrt ins Spiel, welches eben das relativ problemlos ermöglichen könnte.

Mehr Freiheiten mit OpenWrt

Bevor man sich an die Installation der alternativen Firmware wagt, sollte man sicherstellen dass man überhaupt einen offiziell unterstützten Router besitzt. Welche Modelle das sind, kann man der Hardware-Datenbank von OpenWRT entnehmen. Zwar kann man sich die Firmware auch selbst in einem gewissen Rahmen auf den genutzten Router hin anpassen, allerdings ist das um einiges aufwändiger und mit einigem Try’n’Error verbunden als auch dem Risiko, durch eine fehlerhaft kompilierten OpenWrt-Firmware den Router endgültig ins Nirvana zu schicken.

Eine Sache sollte man zusätzlich bevor man seinen kompatiblen Router flasht beachten: Die Original-Firmware des Routers ist zur Sicherheit auf seinem Rechner zu haben. Meistens liegt diese im Binär-Format mit der Dateiendung .bin vor und ist von der Website des jeweiligen Herstellers zu beziehen. Das Flashen und die Ersteinrichtung der neuen Firmware sollten zudem ausschließlich per LAN-Kabel erfolgen.

Die Installation von OpenWrt selbst ist in der Regel gleich: Man loggt sich in der Web-Oberfläche der Hersteller-Firmware ein, geht in die Optionen und in den entsprechenden Bereich zum aktualisieren des Routers. Dort sollte man eine neue Firmware manuell hoch laden können und anstelle der offiziellen Firmware des Herstellers, wählt man einfach die alternative Firmware von OpenWrt aus.

Einstieg bei OpenWrt

Ist die Installation erfolgreich über die Bühne gelaufen, kann man auf verschiedene Arten auf den mit der neuen Firmware ausgerüsteten Router zugreifen. Da es sich um ein vollwertiges und auf die nötigsten Komponenten abgespecktes Linux-Derivat handelt, ist der Zugriff via SSH oder Telnet problemlos möglich. Wenn die Installation selbst ohne Probleme abgeschlossen wurde, ist auch der Zugriff über den Browser möglich. Denn OpenWrt bringt ab Werk die Web-Oberfläche LuCI mit sich, welche alle verfügbaren Optionen übersichtlich darstellt.

Ist die Anmeldung bei LuCI erfolgreich, wird man umgehend dazu aufgefordert, ein SSH-Passwort zu vergeben, um den Zugriff auf den Router durch Dritte zu verhindern. Schließlich kann sonst jeder auf die Oberfläche zugreifen und entsprechend manipulieren, weswegen man direkt im Anschluss auch die in OpenWrt integrierte Firewall des Routers überprüfen sollte. Übrigens: Wenn es Fehler – aus welchen Gründen auch immer – gibt, dann werden diese im Kernel-Log verzeichnet. Ein regelmäßiger Blick in die Log-Datei kann also nie schaden.

Die versteckte Besonderheit

Was OpenWrt allerdings zu einer besonderen Firmware macht, ist in der LuCI-Oberfläche der Tab Software im Bereich System. Denn dort versteckt sich mit opkg ein kompletter Paket-Manager, welcher die nachträgliche Installation neuer Software-Pakete erlaubt. Laut einer Schätzung vom Oktober 2013 stehen speziell für OpenWrt mittlerweile über 3.700 Pakete zum Download bereit, deren Anzahl in zwischen um einiges höher liegen dürfte.

Dadurch lässt sich die Firmware um neue Dienste oder Programme erweitern, um den Router zum Beispiel zum mächtigen Server für die verschiedensten Dinge zu machen. Auch besteht die Möglichkeit den Router zum VPN-Server aufzurüsten, aber auch eine VoIP-basierten Telefon-Anlage mit Asterisk ist möglich. Selbst einfache Programme wie einen Audio-Player kann man installieren, auch wenn dessen Einsatz auf einem Router eher fragwürdig erscheint. Welche Pakete für die Firmware verfügbar sind, kann man auf dieser Seite des Projektes einsehen.

Freilich ist das nur ein sehr kurzer Einblick in die alternative Firmware namens OpenWrt, denn die Möglichkeiten sind enorm. Vor allem durch die volle Freiheit für den Nutzer sind weitaus spezifischere Dinge möglich, da man unter anderem die IPv6-Konfiguration detaillierter vornehmen kann. Insofern sollte man sich vor ersten Gehversuchen mit der offiziellen Dokumentation (englisch) auseinandersetzen und im Zweifel die Finger davon lassen.

Allerdings ist der Zugewinn an Funktionen auch für ältere WLAN-Router einfach zu verlockend.

[Bildquelle: Thorack.at & MakeTechEasier]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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