[Test] Samsung Galaxy S5 – Das All-in-One Smartphone?

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Samsung Galaxy S5 Test

Am 24. Februar hat Samsung mit dem Galaxy S5 die nunmehr fünfte Generation seines Flaggschiff-Smartphones vorgestellt. Schon bei dem Samsung Galaxy S4 wurden Stimmen laut, die das Smartphone als „zu überladen“ bezeichneten. Doch wie sieht es mit dem auf dem MWC 2014 in Barcelona vorgestellten Android Smartphone aus? Ist das Samsung Galaxy S5 ein „All-In-One Smartphone der Premiumklasse? Unser Test wird verraten in wieweit die Evolution ausreicht oder auch nicht.

Samsung Galaxy S5 TestSeit einigen Jahren hat der südkoreanische Konzern Samsung sein Design gefunden, mit welchem ein Samsung-Smartphone quasi immer wieder zu erkennen ist. Egal ob Top-Smartphone, Mittelklasse oder Einsteiger: Sie alle sind sich sehr ähnlich was das Gehäuse-Design betrifft. Mit dem Galaxy S5 kommt dennoch etwas Neues ins Spiel wenn man von der Formensprache mal absieht. Denn Samsung hat sich anstatt für eine Revolution der Technik lieber für eine Evolution entschieden und den Vorgänger Galaxy S4 (zum Test) punktuell verbessert. Dennoch gibt es das eine oder andere, womit sich das Galaxy S5 von all den anderen Android-Smartphones unterscheidet.

Technische Daten des Samsung Galaxy S5

Technische Daten

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 801 Quad-Core mit 2,5 GHz
GPU: Adreno 330

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit TouchWiz

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (via MicroSD-Card erweiterbar)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

SM-G900F

Display

5,1 Zoll Super AMOLED, 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB 3.0, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Pedometer, Gyroskop, Barometer, Licht, Fingerabdruck, Herzfrequenz

Abmessungen (HxBxT mm)

142 x 72,5 x 8.1 mm

Gewicht

145 Gramm

Gehäusematerial

Polycarbonat

Kamera

16 Megapixel ISOCELL Kamera mit LED-Blitzlicht,
2 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Li-Ion

Kapazität

3,7 V/2.800 mAh

Gesprächszeit

21 Std.

Standby-Zeit

384 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1900/2100 MHz,
LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 699 Euro (aktuell ab 659,00 Euro (Schwarz), Stand 27/04/14)
Besonderheit WiFi Direct, DLNA, IrDA, NFC, LED, Quick Connect, GroupPlay, Echtzeit-HDR, 4K-Videos

 

Zubehör

Samsung Galaxy S5 TestDoch zunächst einmal kommt der Blick auf das Zubehör, dass in dem Karton aus recycelter Pappe beiliegt. Die Pappschachtel selbst ist wieder mit einer hölzernen Maserung versehen und sieht selbst aus wie Holz, was sich aus der Masse an weißen Pappkartons deutlich hervorhebt.

Neben dem Smartphone selbst liegt der Verpackung das übliche Standard-Zubehör bei, was sich aus einem weißen Kabelheadset zusammensetzt, einem ebenso weißen USB-Kabel und einem USB-Netzteil. Zusätzlich gibt es zwei weitere Aufsätze in kleiner und großer Größe für das Headset und die übliche Schnellanleitung mit Hinweise auf die besonderen Funktionen des Smartphones.

Was jedoch unverständlich ist: Wieso legt Samsung seinem Galaxy S5 ein MicroUSB-Kabel nach dem Standard 2.0 bei, wenn es sich bei dem MicroUSB-Port bereits um den Standard 3.0 handelt? Einschränkungen in der Funktion gibt es dadurch zwar nicht, aber trotzdem ist die Sache sehr merkwürdig. Immerhin haben die Modelle der neuen Galaxy TabPRO und das Galaxy NotePRO ein MicroUSB-3.0-Kabel wie auch das Galaxy Note 3. Gerade die Vorteile einer schnelleren Datenübertragung und ein schnelleres Aufladen des Akkus hätte man gerne in Anspruch genommen.

 

Verarbeitung

Samsung Galaxy S5 TestNach dem ersten Kritikpunkt kann man direkt ein Lob an Samsung aussprechen. Zwar ist das Gehäuse nach wie vor aus Polycarbonat gefertigt was auch seine guten Gründe hat, dennoch ist die Haptik sehr stark angestiegen. Grund dafür ist die Rückseite des Smartphones, die wesentlich griffiger ist und nicht mehr in einer rutschigen Hochglanz-Optik gehalten. Das Galaxy S5 fasst sich einfach besser an als sein Vorgänger, das ist Fakt. Das wieder Kunststoff als Gehäuse-Material zum Einsatz kommt hat laut Samsung auch seine Vorteile. Zum einen ist Polycarbonat leichter im Vergleich zu anderen Werkstoffen und dennoch robust. Beschädigungen steckt der Werkstoff besser weg als Metall, so Samsung.

Dem könnte man durchaus zustimmen, da sich Kunststoff nach dem Verbiegen je nach Art des Kunststoffes wieder in seine ursprüngliche Form zurückbiegt, während Metall bei Beschädigungen so bleibt. Aber das ist wieder eine Glaubensfrage, ob Metall besser ist oder Kunststoff. Da Samsung auch mit dem Galaxy S5 viel Wert auf einen wechselbaren Akku legt, macht sich Polycarbonat halt nach wie vor besser, da der Akkudeckel recht einfach abnehmbar ist. Trotzdem muss man festhalten: Nach einem 700-Euro-Smartphone fühlt sich das nur bedingt an. Trotzdem ist die Verarbeitung des Galaxy S5 voll dem Preis entsprechend. Die Spaltmaße zwischen Display, Gehäuse, Akkudeckel und anderen Übergängen einzelner Bauteile sind hervorragend und gleichmäßig. Der Rahmen um das Gerät herum ist erneut in einer Chrom-Optik gehalten, obwohl es sich wieder lediglich um Kunststoff handelt.

Samsung Galaxy S5 TestIn diesem Rahmen sind auf der linken Gehäuseseite die Lautstärke-Wippe und auf der gegenüberliegenden Seite die Power-Taste eingelassen. Die Tasten selbst sind aus Metall und haben einen kurzen aber knackigen Druckpunkt. Auch sind sie sehr gut zu erfühlen bei der blinden Benutzung des Galaxy S5. Auf der Stirnseite befinden sich rechterhand die 3,5 mm Audiobuchse für ein Kabelheadset oder ganz einfache Kopfhörer und linkerhand der Infrarot-Port zum Steuern der multimedialen Heim-Elektronik. Auf der Unterseite des Gehäuses findet sich der MicroUSB-Port nach dem 3.0 Standard wieder, der von einer Schutzklappe verdeckt ist. Das hat aber auch seinen Grund: Das Gerät ist nach IP67 zertifiziert, womit es bis zu 30 Minuten lang in 1 Meter Wassertiefe unbeschadet ausharren kann. Allerdings bezieht sich das wie üblich nur auf Süßwasser: Salzwasser, Wasser mit Chlor- und anderen chemischen Zusätzen ist davon nicht abgedeckt.

Samsung Galaxy S5 TestDie Vorderseite des Galaxy S5 wird vom 5,1 Zoll großen AMOLED-Bildschirm dominiert, darunter von der Home-Taste mit integriertem Fingerabdruck-Sensor aber dazu später mehr. Die Home-Taste des Galaxy S5 selbst wird wie üblich bei Samsung von zwei kapazitiven Tasten flankiert: Rechts die Zurück-Taste und links neuerdings von einer Taste für das Multitasking. Bisher saß an dieser Stelle die Menü-Taste, die als Zweitbelegung der Multitasking-Taste fungiert. Einfach gedrückt halten und schon öffnet sich wenn vorhanden das Kontextmenü.

Auf der Rückseite des Galaxy S5 ist wie üblich bei Smartphones die Kamera verbaut, die von einem Blitzlicht und einem Herzfrequenz-Sensor unterhalb der Linse vervollständigt wird. Ansonsten gibt es keine weiteren Auffälligkeiten auf der Rückseite abgesehen vom „Golfballmuster“ des Gehäusedeckels. In der goldenen Variante wurde schon der Vergleich zum Heftpflaster herangezogen, was einer gewissen Ironie nicht entbehren kann. Unterm Strich lässt sich jedoch festhalten, dass die Haptik deutlich aufgewertet wurde. Auf die beiden Sensoren hätte Samsung jedoch gut und gerne verzichten können.

Sensorik

 

Samsung Galaxy S5 TestEinen neuen Weg geht Samsung mit seinem Galaxy S5 im Bezug der verbauten Sensoren. Nach dem HTC One max im letzten Jahr und dem Atrix/Atrix 4G von Motorola kommt wieder ein Fingerabdruck-Sensor in einem Android-Smartphone zum Einsatz. Allerdings ist die Nutzung eher umständlich, da der Fingerabdruck sich nur mit eingeschaltetem Smartphone nutzen lässt und dazu auch noch über den Sensor drüber weg gezogen werden muss. Die Erkennung funktionierte nicht immer wie man sich das wünscht, trotz korrekter Vorgehensweise. Was die Anleitung zum Erlernen der Fingerabdrücke verschweigt: Der Finger muss immer in der exakt gleichen Position über die Home-Taste gezogen werden, wie man ihn angelernt hat. Sprich der Fingerabdruck wird in Schieflage nicht erkannt, sofern er hochkant angelernt wurde. Daher empfiehlt es sich ihn von vornherein in der Position anzulernen, wie man das Galaxy S5 später auch entsperren würde (Stichwort Einhand-Bedienung).

Letztlich ist der Fingerabdruck-Sensor im Galaxy S5 eine nette Spielerei aber mehr auch nicht ganz nüchtern betrachtet. Dazu ist die Implementation zu unausgereift. Das wäre echt eine Sache, die Samsung mit Freuden von Apple und dessen Touch ID kopieren darf. Ebenfalls weglassen darf Samsung künftig den Sensor zum Messen der Herzfrequenz unterhalb der Kamera. Zwar ist dieser etwas genauer als die Methode über eine App unter Zuhilfenahme des LED-Blitzlicht, durch das Betatschen der Kamera-Linse verdreckt diese jedoch unnötig.

 

Display

Samsung Galaxy S5 TestObwohl das Galaxy S5 in seiner Größe im Vergleich zum Vorgänger sichtlich gewachsen ist, hat das verbaute Display lediglich um 0,1 Zoll auf nunmehr 5,1 Zoll zugelegt. Etwas enttäuscht sind viele bei der Vorstellung gewesen, dass wieder „nur“ FullHD sprich 1.920 x 1.080 Pixel zum Einsatz kommen. Im Vorfeld wurde öfters über eine QuadHD-Auflösung mit 2.560 x 1.440 Pixel spekuliert. Etliche Prototypen wurden damit getestet, aber Probleme bei der Produktion dieser Panels veranlassten Samsung zu einem FullHD-Display für das Galaxy S5. Dass die Entscheidung keinesfalls schlecht war zeigen Vergleiche zum Galaxy S4 und anderen Smartphones.

Das Super AMOLED Display ist ohne zu übertreiben eines der besten Displays wenn nicht sogar das beste Display überhaupt am Markt. Die Helligkeit ist mit Spitzenwerten von bis zu 694 Nits wirklich verdammt hell und lässt sich auch im Sonnenlicht recht gut ablesen. Allerdings wird die maximale Helligkeit nur im Automatik-Modus erreicht, was bei genauerer Betrachtung sogar von Samsung so gewollt ist. Schließlich wird besonders viel Energie im hellsten Zustand verbraucht und wenn die maximal erreichbare Helligkeit nur im automatischen Modus erreicht wird, wirkt das in gewisser Weise Energiesparend. Und wer sein Smartphone nachts benutzt, der kann sogar das andere Extrem nutzen: Das Display des Galaxy S5 lässt sich extrem dunkel einstellen.

Auch Kontraste und Blickwinkel sind sehr gut und brauchen sich keinesfalls vor der Konkurrenz aus dem IPS-LCD-Lager verstecken. Gerade im Vergleich zum Galaxy S4 ist die Evolution der AMOLED-Technologie von Samsung sehr gut zu erkennen. Trotzdem wird AMOLED immer wieder nachgesagt, dass Farben viel zu knallig dargestellt werden. Aus diesem Grund implementiert Samsung seit dem Galaxy S3 die Möglichkeit, den Bildschirm-Modus zu ändern. Wem die Farben zu knallig wirken, der kann beispielsweise auf „Kino“ oder „Professionelles Foto“ umstellen und schon ist die Farbtemperatur eine andere.

 

CPU & GPU

Samsung Galaxy S5 TestAuch wenn Samsung eigene Prozessoren unter der Marke Exynos fertigt, kommt im Galaxy S5 mit dem Snapdragon 801 ein Prozessor der Konkurrenz zum Einsatz. Das liegt an einer ganz einfachen Sache: Die Exynos-Modelle unterstützen kein LTE-Modem. Zumindest keines das die LTE-Frequenzen außerhalb Südkoreas unterstützt. Daher haben sich die Südkoreaner für einen Snapdragon 801 Quad-Core entschieden und das gleich mal für das stärkste Modell MSM8974AC mit bis zu 2,5 GHz. Das zeigt sich direkt im Benchmark von AnTuTu, wo das Galaxy S5 mit 37.140 Punkten kräftig vorlegt. Es gibt derzeit kein erhältliches Smartphone das Out-of-the-Box schneller ist als das Galaxy S5. Höchstens das OnePlus One, aber das ist ja noch nicht auf dem Markt.

Einen nicht ganz unwesentlichen Anteil daran hat auch die Adreno 330 GPU, die mit 576 MHz stärker getaktet wird als die anderen Prozessoren (Snapdragon 80, Snapdragon 801 AB) mit Adreno 330. Vor Performance-Probleme in Apps und Spielen braucht man sich also nicht zu fürchten, da alles wirklich sehr flüssig und ohne Ruckler über das Display gleitet. Selbst die Mikroruckler in der TouchWiz-Oberfläche sind auf ein Minimum zurückgegangen. Ganz ausmerzen können hat Samsung diese aber nicht.

 

Akku

Samsung Galaxy S5 Test Dass so viel Leistung auch einen entsprechenden Energie-Speicher braucht versteht sich von selbst. Mit nominell 2.800 mAh ist der Akku des Galaxy S5 allerdings nur geringfügig größer als der Akku des Vorgängers mit seinen 2.,600 mAh. Trotzdem hält das Galaxy S5 zum Teil deutlich länger durch bei täglicher Nutzung für Telefonate, Chatten via WhatsApp und Hangouts, dem Anschauen von YouTube-Videos, Musikhören auf dem Arbeitsweg und Fotografieren. Zwei Tage ohne an die Steckdose zu müssen sind definitiv keine Seltenheit für das Galaxy S5. Bei Spielen und längeren Video-Sessions sieht die Sache zwar wieder anders aus aber mit gut 8 Stunden Dauernutzung kann das Galaxy S5 auch in dieser Disziplin ordentliche Werte abliefern.

Samsung Galaxy S5 TestEine Besonderheit die dem Akku sehr zuträglich ist nennt sich Ultra-Energiesparmodus. Dabei handelt es sich um ein spezielles Energie-Profil, dass alle unnötigen Hintergrunddienste deaktiviert und die Oberfläche auf eine Schwarz-Weiß-Darstellung umschaltet. Da AMOLED bei schwarzen Pixel keinerlei Hintergrundbeleuchtung nutzt, ist der Energieverbrauch in diesem Modus besonders niedrig. Samsung rühmt sich damit, dass der Ultra-Energiesparmodus das Galaxy S5 mit 10 Prozent verbleibender Kapazität und aktivem Standby bis zu 24 Stunden lang am Leben erhalten kann. Das dieser Wert Marketing-typisch sehr optimistisch ist dürfte nicht verwundern. Auch wenn wir das nicht bestätigen können, holt der Modus trotzdem enorm viel aus dem Akku heraus.

Allerdings ist das Galaxy S5 in diesem Modus wirklich nur auf das allernötigste beschränkt: Telefon, SMS, Internet, Rechner, Wecker und die Uhrzeit. Selbst der Lockscreen und die Notification Bar werden komplett eingeschränkt. Screenshots lassen sich in diesem Modus übrigens nicht anfertigen.

 

Konnektivität

Samsung Galaxy S5 TestDa das Galaxy S5 Samsungs aktuelles Top-Modell und gleichzeitig Flaggschiff-Smartphone ist, muss natürlich alles was derzeit geht im Gerät an Verbindungsmöglichkeiten verbaut sein. Angefangen vom LTE-Modem des Snapdragon 801 mit bis zu 150 Mbit pro Sekunde im Download, WLAN nach dem schnellen ac-Standard mit (theoretisch!) bis zu 1,3 Gbit pro Sekunde und Bluetooth 4.0 ist alles vorhanden was man braucht. Auch GPS mit GLONASS ist vorhanden, ein Hardware-Kompass, NFC und auch er Infrarot-Port des Vorgängers findet sich wieder. Letzterer eignet sich ganz besonders zum Steuern von TV, BluRay-Player und Set-Top-Boxen. Ein FM Radio fehlt übrigens wieder.

Eine ganz interessante Sache die Samsung seinem Galaxy S5 spendiert ist der sogenannte Download-Booster. Bei diesem Feature werden Dateien mit mehr als 30 MB Größe kurzerhand parallel über WLAN und LTE heruntergeladen, sodass theoretisch bis zu 1,45 Gbit pro Sekunde an Downloadrate zur Verfügung stehen. Auch wenn Downloads damit theoretisch schneller ablaufen, braucht es am Ende einen entsprechenden LTE-Datentarif um den Download-Booster auch angemessen nutzen zu können.

Telefonate führt das Galaxy S5 in den gebräuchlichen GSM- UMTS- und LTE-Netzen mit einer zufriedenstellenden Qualität. Beide Gesprächspartner sind laut und deutlich zu verstehen und auch die Unterdrückung von störenden Nebengeräuschen wie Motoren oder Baustellenlärm wird gut umgesetzt.

Multimedia

Samsung Galaxy S5 TestDer größte Konkurrent zum Galaxy S5 sind das HTC One M8 das wir an dieser Stelle testen durften und das Xperia Z2 von Sony. Beide Smartphones verfügen über Stereo-Lautsprecher, wobei das HTC-Gerät mit seinen BoomSound-Lautsprechern erneut die Referenz in Sachen Lautsprecher stellt. Das Galaxy S5 hat erneut nur einen Mono-Lautsprecher und das schon wieder auf der Rückseite. Für Musikunterhaltung taugt dieser nicht wirklich, da er etwas blechern aber immerhin kraftvoller und voluminöser im Vergleich zum Galaxy S4 klingt. Trotzdem kann er sich in keinster Weise mit einem HTC-Flaggschiff messen.

Wesentlich besser schneidet dafür die Kamera des Galaxy S5 ab. Für die 16 Megapixel auflösende Kamera setzt Samsung auf die neue Technologie ISOCELL aus eigener Entwicklung. Dabei sind die einzelnen Pixel auf dem Kamera-Sensor durch Trennwände voneinander abgeschottet, sodass das einfallende Licht besser in den einzelnen Pixeln aufgefangen und genutzt werden kann. Das soll sich in einer besseren Bildqualität auch bei weniger guten Lichtverhältnissen äußern. Nähere Details zur Technologie erfahrt ihr in unserem Artikel zum Sensor selbst. Dem kann man so zustimmen, dennoch ist mancher Konkurrent was den Bereich mit niedrigem Licht betrifft um eine Nasenlänge voraus. Erfreulich ist dagegen der Detailreichtum der Aufnahmen dank der hohen Auflösung von 16 Megapixel.

Wirklich gelungen ist der schnelle Autofokus und die damit einhergehende Auslöseverzögerung. Samsung selbst rühmt sich mit einer Verzögerung von 0,3 Sekunden zwischen Scharfstellen und Auslösen der Aufnahme. Leider startet die Kamera nicht so schnell wie man das gerne hätte, sodass nicht jeder Schnappschuss-Moment auch festgehalten werden kann. Ist die Kamera jedoch schon aktiv sind Fotos verdammt schnell im Kasten.

Samsung Galaxy S5 TestRichtig genial ist der neue HDR-Modus der Kamera-App des Galaxy S5: Dieser wird in Echtzeit berechnet und auf dem Display dargestellt sodass man jederzeit wirklich das im Display sieht, wie das HDR-Foto tatsächlich aussehen wird. Hier zeigt sich die pure Rechenkraft des verbauten Snapdragon 801 auf besondere Weise. Warum dann allerdings die Vorschau noch immer leicht ruckelt ist unverständlich. Besonders fällt das im direkten Vergleich zu einem aktuellen Modell der Xperia-Z-Familie und dem HTC One M8.

Ein weiteres Highlight der Kamera des Galaxy S5 ist der „Selektive Fokus“, der nach demselben Prinzip von HTCs Ufocus des HTC One M8 arbeitet. Allerdings nimmt das Galaxy S5 hierfür zwei separate Fotos mit unterschiedlichem Fokus auf, damit sich das Bild nachträglich im fokussierten Objekt ändern lässt. Abgesehen davon gibt es noch etliche weitere Modi für Aufnahmen, wie zum Beispiel die „Virtuelle Tour“. Anhand des Assistenten werden mehrere Fotos geschossen und können sozusagen virtuell als kleines Video verfolgt werden. Ein neuer vielversprechender Ansatz ist übrigens die Modularität der Kamera-App: Zusätzliche Kamera-Modi lassen sich recht einfach aus dem Samsung App Store nachträglich herunterladen und installieren. Dazu zählen:

  • Animiertes Foto (Erstellen von GIF-Bildern)
  • Sound & Shot (Fotos mit bis zu 9 Sekunden an „Geräuschkulisse“)
  • Sport (Aufnahme von schnellen sich bewegenden Objekten)
  • 360°-Aufnahme (Samsung-Äquivalent zu Google Photo Sphere)

Ob es später weitere Modi geben wird lässt sich nicht sagen, aber auszuschließen ist es auch nicht.

Witzig ist ein Update des Modi „Dual Camera“, bei welchem in das eigentliche Motiv das eigene Gesicht hineingepackt werden kann. Für das Galaxy S5 stehen verschiedene Rahmen zur Verfügung, vom einfachen Poststempel über ein Polaroid-Rahmen bis hin zu einem Herz für Pärchenfotos während der Flitterwochen. Mit der Option „Anheften“ lässt sich das Fenster für die Frontkamera an Objekten im Sucher anpassen, sodass das eigene Konfertei zum Beispiel auf einer Anzeigetafel im Stadion erscheint oder auf einem Werbe-Plakat am Rande einer Kundgebung. Witzige Spielereien ohne wirklichen Mehrwert die zeigen, was technisch heutzutage möglich ist.

Das sich die Kamera des Galaxy S5 sehen lassen kann, zeigt das übliche Testfoto im Vergleich zur Sony SmartShot QX10, der Canon EOS 600D und dem LG G2:

Videos nimmt das Galaxy S5 standesgemäß mit FullHD bei bis zu 60 Frames pro Sekunde auf. Diese Option muss allerdings nachträglich geändert werden, da 30 Frames pro Sekunde bei FullHD voreingestellt sind. Der Aufnahmemodus dafür nennt sich „Ruckelfreie Bewegung“. Dafür bietet das Galaxy S5 auch die Aufnahme von UltraHD-Videos mit 3.840 x 2.160 Pixel an oder Slowmotion-Videos mit 120 Frames pro Sekunde. Letzteres allerdings technisch bedingt nur mit maximal 720p. 4K-Videos werden aufgrund der starken Beanspruchung der Hardware und damit einhergehender Wärmeentwicklung auf maximal 5 Minuten Länge begrenzt. Die Frontkamera löst erneut mit 2 Megapixel auf und unterstützt nebenbei erwähnt auch Videos mit FullHD bei 30 Frames pro Sekunde.

 

Software

Samsung Galaxy S5 TestWie alle aktuellen Top-Smartphones kommt das Galaxy S5 mit vorinstalliertem Android 4.4.2 KitKat, welches Samsung wie gewohnt mit seiner TouchWiz-Oberfläche erweitert. Diese kommt dieses Jahr allerdings mit einer rund erneuerten Optik daher, die sich am Trend hin zu flachen Objekten und einfachen Bedienelementen orientiert. Das zeigt sich bereit sin den Shortcuts des Notification Drawer, in welchem Benachrichtigungen aller Art gesammelt werden. Die Icons der einzelnen Funktionen sind jetzt rund und haben mit der Toolbox, Download-Booster und Privater Modus neue Schaltflächen erhalten. Direkt darunter befinden sich zwei neue Buttons für den S Finder und Quick Connect.

Ersteres ist eine lokale Suchfunktion, die den gesuchten Begriff in einer Vielzahl von Dateien wie Dokumente, Bilder, Videos und so weiter finden kann. Bei Quick Connect hingegen handelt es sich um ein wirklich nützliches Feature für Personen, die viel und häufig Dateien mit anderen austauschen wollen. Einfach in der gewünschten App den Notification Drawer öffnen auf „Quick Connect“ klicken und wenn sich ein Gerät im selben WLAN-Netzwerk befindet oder Bluetooth eingeschaltet und auf erkennbar gestellt ist, lassen sich per simplen Tastendruck die Inhalte übertragen. Funktioniert zumindest einfacher als S Beam der Generation Galaxy S4.

Der Homescreen des TouchWiz-Launcher selbst hat sich nicht großartig verändert. Nach wie vor werden Apps und Widgets im Raster von 4×4 angeordnet und unterhalb des Homescreens befindet sich die dauerhafte Apps-Leiste mit dem App Drawer. In der App-Leiste lassen sich maximal vier häufig genutzte Apps ablegen, aber auch Ordner beherrscht die Leiste. Diese müssen allerdings vorher auf dem eigentlichen Homescreen angelegt werden.

Neu ist der Feed-Reader My Magazine, der mit den aktuellen Galaxy TabPRO und NotePRO Tablets debütierte und sich sehr stark an HTC BlinkFeed orientiert. Mit dem Unterschied, dass lediglich Nachrichtenquellen und soziale Netzwerke (500 px, Flickr, Google+, LinkedIn, RenRen, SINA Weibo, Tumbl, Twitter und YouTube) sich einbinden lassen. Kalender oder SMS-Nachrichten sind nicht vorgesehen. Dafür gibt es schließlich eigene Widgets. Der App tatsächlich zugrunde liegt übrigens der beliebte Feed-Reader Flipboard.

Ansonsten finden sich wie bei Samsung-Geräten üblich etliche eigene Apps wieder, die sich nicht deinstallieren lassen. Allen voran die verschiedenen Hubs für Medien (Filme, Musik, Bücher, Apps) und Apps für Produktivität wie S Notes, S Planner (Kalender), S Voice (Sprachsteuerung), WatchOn (Remote-App für den IR-Sensor) oder S Health. Letzteres umfast etliche Funktionen zur Überwachung der Fitness und der Gesundheit. In der App lassen sich die zurückgelegten Schritte protokollieren (nebst der zurückgelegten Strecke und verbrannten Kalorien), man kann kleine Workout-Programme absolvieren, seine Mahlzeiten notieren (sowie die Kalorien berechnen lassen) oder auch die Herzfrequenz täglich protokollieren. S Health ist eine der wenigen Apps von Samsung, die man wirklich nutzen will mit der Zeit. Selbiges gilt auch für den Kalender S Planner oder die Notiz-App S Notes.

Was wieder vorhanden ist, ist die Sicherheitsfunktion Samsung KNOX. Dabei handelt es sich um einen verschlüsselten Speicherbereich im Galaxy S5, in welchem sich wichtige Unternehmensdaten strickt von privaten Daten trennen lassen. Teil des neuen Samsung KNOX 2.0 ist ein Privater Modus, mit dessen Hilfe sich bestimmte Dateien verstecken und auf Wunsch mit einem Passwort versehen lassen oder dem eigenen Fingerabdruck.

Ebenfalls neu ist der Kindermodus, der sich durch Sandbox-Methoden vom restlichen System abschottet. Ist der Kindermodus installiert (der Shortcut auf dem Homescreen ist lediglich eine Verknüpfung zur Installation), kann das Galaxy S5 ohne schlechte Gedanken zu bekommen dem Nachwuchs gegeben werden. Als Elternteil kann man bestimmte Apps und Medien zur Nutzung freigeben und was vielleicht wichtiger ist, gerade bei kleinen Kindern: Ein Zeitlimit für die Nutzung festlegen. Den Kindermodus selbst kann man nur mit einer während der Ersteinrichtung anzugebenden PIN verlassen, was über einen der Steine im App Drawer des Kindermodus erfolgt.

Richtig praktische Tools gibt es auf dem Galaxy S5 auch und eines dieser Tools nennt sich Toolbox. Dabei handelt es sich um eine Art Quickstart-Leiste für bis zu fünf frei definierbare Apps, die jederzeit über ein Drop-Down-Menü aufgerufen werden können.Und das funktioniert aus (fast) jeder App heraus. So lassen sich darin beispielsweise der Browser, die Kamera, der Datei Explorer und Hangouts unterbringen, um jederzeit darauf Zugriff zu haben. Die Toolbox eignet sich vor allem für die Einhand-Bedienung, da das Icon zum Aufruf der Drop-Down-Liste sich frei verschieben lässt auf dem Display. Nach kurzer Zeit blendet sich das Icon halb aus und wird transparent, wenn es für ein paar Minuten nicht mehr genutzt wurde.

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Fazit

Samsung Galaxy S5 TestAuch wenn sich viele Interessierte etwas anderes erhofften, ist das Galaxy S5 eine Smartphone-Evolution anstatt Revolution. „Nur“ das Beste vom Besten an Hardware findet sich im Galaxy S5 wieder wie ein 2,5 GHz schneller Snapdragon 801 und ein FullHD Super AMOLED Display, welches selbst ein SLCD3 von HTC ausstechen kann in Punkto Helligkeit und Kontraste. Auch die Kamera weiß zu gefallen mit ihrer hohen Auflösung und schnellen Reaktionszeit. Nur bei der Oberfläche der Software bedarf es einiger Eingewöhnung, wenn man das bisherige TouchWiz des Galaxy S4 kennt. Eindeutiges Plus ist aber das Wasserdichte Gehäuse nach IP67-Zertifizierung und die Oberfläche des Polycarbonat-Gehäuses, denn das ist endlich mal eine sehr deutliche Aufwertung der Haptik und mehr der Preisklasse von fast 700 Euro angemessen. Als eine der ganz großen Neuerungen wurden der Fingerabdruck-Sensor und der Herzfrequenz-Sensor unterhalb der Kamera angepriesen, aber mehr als technische Spielereien sind sie nicht.

Um aber abschließend doch noch die Überschrift zu beantworten: Ja das Samsung Galaxy S5 ist ein All-In-One Smartphone. Der südkoreanische Hersteller hat in sein aktuelles Smartphone reingepackt, was der aktuelle technische Stand so hergibt. Man könnte es somit auch als Schweitzer Taschenmesser der Android Smartphones bezeichnen.

Rein vom Standpunkt der Hardware betrachtet lohnt sich dieses Mal ein Upgrade vom Vorgänger deutlich weniger, sodass gerade Besitzer eines Galaxy S4 den Wechsel fast schon sparen können. Es sei denn man will eine deutlich bessere Kamera und ein wirklich hervorragendes Polycarbonat-Gehäuse.

Testurteil Samsung Galaxy S5

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 4/5
Preis 5/5

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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