Amazon Alexa plappert Geheimnisse aus

Ausgerechnet die größte Sorge aller Kritiker gegenüber Sprachassistenten wie Alexa oder Siri, wurde nun bestätigt. Amazon hat über 1.700 private Alexa-Sprachaufzeichnungen an eine dritte Person frei gegeben. Der Umfang des Datenleck ist im Augenblick unbekannt.

Wir alle sind das ein oder andere Mal bereits mit einem der vielen Sprachassistenten in Kontakt gekommen. Sei es über unser Smartphone, wo uns der Google Assistant oder Siri über viele Jahre hinweg unterstützt oder den smarten Lautsprechern unterschiedlicher Hersteller.

Amazon hat mit seiner Echo-Lautsprecher-Serie und der Alexa Sprachassistentin schnell aufgeholt und bietet inzwischen ebenfalls die Assistenz über das Smartphone an. Nun ist in diesem Zusammenhang dem Online-Magazin c´t eine sehr brisante Unregelmäßigkeit zugetragen worden:

Ein Amazon-Kunde hat im Zuge der DSGVO um Auskunft seiner gespeicherten Daten gebeten. Knapp zwei Monate später erhielt der Kunde eine Zip-Datei, die 50 seiner persönlichen Dateien enthielt, aber auch circa 1.700 Soundfiles unbekannten Ursprungs. Diese *.wav Dateien enthielten augenscheinlich Sprachaufzeichnungen, von dem was Alexa nach dem Aktivierungswort versteht und speichert. Doch der Kunde ist weder Besitzer eines Echo-Lautsprechers, noch nutzt er die Alexa Sprachassistentin auf dem Smartphone.

Amazon schweigt zum Alexa Datenleck

Nachdem der verdutzte Kunde sich umgehend an Amazon.de wand und um Aufklärung bat, erhielt er nie wieder eine Antwort. Lediglich die Dateien die sich hinter dem Downloadlink befanden wurden gelöscht. Die gesicherten Audio-Dateien wurden nun von Heise ausgewertet und liefern eindeutige Hinweise auf intime Sprachbefehle aus dem Wohn-, Schlaf- und Badezimmer. Auf Basis der Aufzeichnungen konnte das c´t Magazin den Urheber ausfindig machen, der verständlicherweise aus allen Wolken fiel. Denn Amazon hatte den Echo-Besitzer nicht auf das Datenleck aufmerksam gemacht.

Amazon hingegen gibt sich nach Konfrontation der Fakten gegenüber Heise kleinlaut:

Der unglückliche Fall ist die Folge eines menschlichen Fehlers. Wir haben Maßnahmen zur weiteren Verbesserung unserer Prozesse ergriffen.

In wie weit weitere Kunden betroffen sind und ob es sich hier um einen Einzelfall handelt, wollte Amazon.de nicht weiter kommentieren. Der betroffene Echo-Kunde hingegen erhielt von Amazon als Entschädigung eine kostenlose Prime-Mitgliedschaft und zwei weitere Echo Plus Lautsprecher. Ob er diese nach dem Vorfall noch nutzen wird?


[Quelle: Heise | via Mobiflip]

Beitrag teilen:

Lino Bentzin

Hallo, ich bin Lino. Ich studiere Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin und nutze aktuell ein OnePlus 6T. Meine Freundin nutzt ein iPhone 8, sodass ich auch einiges auf dem Gebiet mitbekomme. Mein Hobbys sind neben Technik-Kram, das Kochen, Eishockey, HipHop und die PS4.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares