Das ist Android 12 mit seinen größten Veränderungen seit 2014

Google hat gestern Abend erfolgreich seine Eröffnungs-Keynote zur Google I/O 2021 COVID-19 bedingt rein digital abgehalten und zu unserem Verdruss absolut keine neue Hardware vorgestellt. Dafür aber Android 12, das nach Aussagen von Google selbst das größte Update mit den meisten Design-Veränderungen seit 2014 ist. Nachdem nun auch schon die erste Beta-Version für Google Pixel-Smartphones und andere verfügbar ist, gönnen wir uns doch einmal einen Blick auf die Neuigkeiten von „Material You“.

Android 12 überzeugt mit einem kompletten Redesign

Neben Wear OS, das nun in Zukunft mit Samsung und deren Tizen Betriebssystem auf einen neuen Level gebracht werden soll, dürfte wohl Android 12 mit seinen komplett überarbeiteten Design auf Basis von „Material You“ das Highlight der Keynote zum Google I/O 2021 Auftakt gewesen sein. Laut Sameer Samat (Android Vice President of Product Management) handelt es sich hier um das größte Redesign in der Geschichte von Android. Vermutlich ein wenig übertrieben in Anbetracht dessen, dass das mobile Betriebssystem von Urgestein Andy Rubin schon so einige Iterationen hinter sich hat. Doch es stimmt: mit Android 12 findet eine gravierende Veränderung statt, welche vielleicht von Fans von viel Informationen auf wenig Raum nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen wird. Doch wer es gern groß und übersichtlich mag wird Android 12 lieben.

Android 12

Groß, bunt und animiert

Einer der elementarsten Veränderungen ist vermutlich die individuelle der allgemeinen Optik. So lassen sich beispielsweise das gesamte Farbthema dem aktuellen Wallpaper anpassen. Google nennt die clevere Funktion „color extraction“ welche die dominante Farbe des Wallpapers analysiert und auf die Systemfarben für Widgets, Schaltflächen und Buttons anwendet. Selbst der Sperrbildschirm, welcher nun mit einer sehr großen mittig positionierten Uhr den Besitzer informiert, nimmt die neuen Akzentfarben an.

Auch auf dem Sektor Animationen hat sich bei Android 12 viel getan. Auf manch einen mag das verspielt wirken. Google sieht darin eine natürlichere und flüssigere Nutzung des gesamten Systems, welche zusätzlich auch noch Ressourcen spart. Durch die konsequente Vergrößerung von Buttons und Widgets, sind auch die Quick-Settings deutlich in der Anzahl geschrumpft.

Gleichzeitig wurde auch an dem jüngst eingeführten Power-Button-Menü gearbeitet. Dies wird es bei Android 12 so nicht mehr geben und sich ausschließlich dem Google Assistant widmen. Der Grund dafür ist laut Samat, dass der Sprachassistent in Zukunft kontextbezogene Fragen beantwortet, welche gerade aktiv auf dem Bildschirm angezeigt werden. Das von unten nach oben „einwischen“ hat sich nicht beim Nutzer bewährt.

Sicherheit und Datenschutz weiterhin oberste Priorität bei Android 12

Natürlich gibt es kein Google-Update ohne an den Sicherheits- und Datenschutzfunktionen etwas zu verbessern. So auch bei Android 12. Schon seit einiger Zeit lassen sich die Berechtigungen der einzelnen Anwendungen sehr detailliert ein- und ausschalten. Auch bekommt der Anwender häufig eine Erinnerung welche Berechtigungen aktuell eingeräumt werden. Dass soll nun noch weiter ausgebaut werden. Denn oben rechts in der Taskleiste wird nun angezeigt welcher Zugriff – beispielsweise Kamera, Mikrofon oder GPS gerade aktiviert ist. Über ein neues Menü können dann schnell und einfach entsprechende Veränderungen vorgenommen werden. Der Standort kann in Zukunft dann anstelle einer genauen Angabe auch auf „ungefähr“ minimal verschleiert werden. Das macht weniger bei einer Navigation als vielleicht bei der Wetter-Ermittlung Sinn.

Das Smartphone als Google-TV- und PKW-Fernbedienung

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar weitere neue Funktionen aufzählen, die mit Sicherheit den Umgang mit unserem Android-Smartphone den Alltag erleichtern werden. Dazu zählen unter anderem verbesserte Barrierefreiheitsfunktionen für Menschen mit Sehbehinderung, Bildlauf-Screenshots, Konversations-Widgets für den Startbildschirm und die einfachere Unterstützung von Drittanbieter-App-Stores. Weiterhin bringt Android 12 eine Art Fernbedienung für Android-TV-Geräte und TVs welche mit einem Chromecast betrieben werden. Ebenfalls wird es möglich sein das eigene Auto (sofern es das unterstützt) via UWB-Technologie (Ultra Wide Band) und NFC (Near Field Communication) auf- und abzuschließen. Auch die Zusammenarbeit mit einem Chromebook soll in Zukunft noch besser funktionieren. Erwartet nicht gleich Apple AirDrop-Funktionen, aber es kommt dem schon sehr nahe.

Wie immer werden die Google Pixel Smartphones die ersten sein die von dem finalen Android 12 partizipieren werden. Allen voran das Google Pixel 6, welche so auch schon einmal indirekt bestätigt wurde. Google hat gestern schon einmal die Betaversion für eine ganze Reihe an Smartphones frei gegeben. Welche das genau sind, seht ihr an der ausklappbare Liste.

Android 12 Beta Devices
  • Asus Zenfone 8
  • Google Pixel 3
  • Google Pixel 3a
  • Google Pixel 3 XL
  • Google Pixel 3a XL
  • Google Pixel 4
  • Google Pixel 4 XL
  • Google Pixel 4a
  • Google Pixel 4a (5G)
  • Google Pixel 5
  • Nokia X20
  • OnePlus 9
  • OnePlus 9 Pro
  • Oppo Find X3 Pro
  • Realme GT
  • Sharp Aquos
  • Tecno Camon 17
  • TCL 20 Pro 5G
  • Vivo iQOO 7 Legend
  • Xiaomi Mi 11
  • Xiaomi Mi 11 Ultra
  • Xiaomi Mi 11i
  • Xiaomi Mi 11x Pro
  • ZTE Axon 30 Ultra 5G
[Quelle: Google | via The Verge]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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