DVB T2 Umstellung: Was sind die Alternativen?

 

Die DVB T2 Umstellung kommt. Ende März wird das terrestrische Antennensignal DVB-T abgeschaltet und durch den neuen Standard DVB T2 ersetzt. Dies verspricht mehr Sender in HD-Auflösung. Allerdings sind längst noch nicht alle Haushalte darauf vorbereitet.

Wer einen relativ neuen Fernseher sein Eigen nennt, hat wahrscheinlich Glück. Alternativ muss man sich eine neue DVB T2 Set-Top-Box zulegen, die immerhin mit 30 oder mehr Euro zu buche schlägt. Allerdings ist dies noch nicht alles. Wer zukünftig auch die privaten Sender, wie RTL, Pro7 oder Sat 1 sehen will, muss sich ein kostenpflichtiges Abo zulegen. Dies schlägt zum Beispiel bei Freenet.tv mit 69 Euro zu buche, zusätzlich zur Rundfunkgebühr. Man darf aber nicht erwarten, die privaten dann werbefrei zu sehen.

DVB T2: Was sind die Alternativen?

Da stellt sich einem die Frage, welche Alternativen es zum guten alten Antennenfernsehen gibt. Nun, da wäre zum einen der Satellit. Hier ist der Wechsel ebenfalls mit Kosten für die Hardware verbunden. Neben einer Satellitenschüssel benötigt man noch den oder die passenden Decoder. Komplette Sets gibt es bereits ab 50 Euro, doch stellt sich ein nicht zu verachtendes Problem: Wer in einer Mietwohnung lebt, darf nicht mal eben eine Satellitenschüssel am Haus anbringen. Hier ist die Erlaubnis des Vermieters Voraussetzung.

Die andere Alternative wäre ein Kabelanschluss. Die meisten Fernseher haben bereits einen Kabeldecoder eingebaut. Viele Kabelanbieter stellen einem zusätzlich einen Decoder mit Aufnahmefunktion zur Verfügung. Jedoch stellt sich hier ein noch größeres Problem: Ist im Haus überhaupt ein Kabelanschluss vorhanden? Wenn nicht muss dieser für viel Geld installiert werden.

Online Anbieter können die Lösung sein

Einen Internetanschluss haben sicher die meisten zu Hause. Warum also nicht auf einen Online Anbieter ausweichen? Hier gibt es bereits einige etablierte auf dem Markt, die oft sogar in HD-Auflösung ausstrahlen. Ab einer Geschwindigkeit von 16 mBit/s kann man schon getrost über das Internet fernsehen. Die meisten Smart-TVs unterstützen die Apps der einzelnen Anbieter.

Zattoo

Zattoo ist einer der Anbieter, die bereits seit mehreren Jahren am deutschen Markt sind. Das Angebot kann sich sehen lassen. Neben einer kostenlosen Version mit 53 Sendern gibt es auch ein Abo für 9,99 Euro im Monat, bei dem dann 30 Sender in HD dabei sind. Verschiedene Zusatzpakete, zum Beispiel mit ausländischen Sendern, runden das Angebot ab. Die dazugehörige App läuft nicht nur auf Smart TVs, sondern auch auf dem Handy, sodass man auch unterwegs live Fernsehen kann.

Waipu TVWaipu.tv

Waipu TV ist noch relativ frisch am Markt. Nichts desto trotz kann sich das Angebot sehen lassen. Ab 4,99 Euro im Monat geht es mit 57 Sendern los. Der Vorteil gegenüber Zattoo ist die Aufnahmefunktion für 10 Stunden Sendungen, die bereits in dem kleinen Paket enthalten ist.  Wer mehr HD-Sender möchte, bucht das Perfect Paket für 14,99 Euro. Hier bekommt man dann 50 Stunden Aufnahmespeicher. Auch hier kann man die App auf dem Smartphone oder Tablet installieren und überall fernsehen.

TV Spielfilm LiveTV Spielfilm Live

TV Spielfilm ist ja eigentlich als Programmzeitschrift bekannt. Seit einiger Zeit bieten sie jedoch auch Live TV an. In der kostenlosen Version fehlen die Sender der Pro7 und RTL Gruppe. Für 9,99 Euro bekommt man auch diese mit dazu, viele sogar in HD. In der TV Spielfilm App kann man Sendungen vormerken, sodass der Sender rechtzeitig eingestellt wird. Eine Aufnahmefunktion gibt es leider nicht, was ich etwas schade finde. Aber man kann nicht alles haben.

Magine TVMagine TV

Magine TV hat wohl das größte Angebot im Petto, kann aber dadurch auch sehr teuer werden. In der kostenlosen Version bekommt man nur die öffentlich rechtlichen Sender zu sehen. Für HD und die privaten Sender muss man dann schon 6,99 Euro auf den Tisch legen. Sage und schreibe 7 verschiedene Senderpakete befinden sich im Angebot. Unter anderem ein Filme & Serien Paket oder Sender im englischen Original, was gerade für Filmfans interessant ist, die die deutschen Synchronisationen nicht mögen.

Fernsehen via IPTV

Im Grunde sind die oben genannten ja auch nichts anderes als IPTV Anbieter, sprich man schaut das Fernsehen über das Internet. Doch es geht auch anders. Mit Hilfe von bestimmten Apps kann man sich sein Internetfernsehen selber zusammen stellen. Weit verbreitet ist zum Beispiel Kodi, über das man sogar seine eigenen Server oder Netzwerk Festplatten ansteuern kann. Um Fernsehen zu schauen, benötigt man eine sogenannte m3u Playlist, in der die Adressen der Livestreams der Fernsehsender gespeichert werden. Die Adressen selber herauszufinden ist recht mühselig und die Sender ändern diese auch immer wieder, sodass es vorkommt, das man sich auf die Suche nach der neuen Adresse machen muss. Es gibt im Internet jedoch Anbieter, die dies für einen übernehmen. Manche bieten das ganze inklusive einer Android-TV-Box an, andere nur die m3u Liste. Doch Vorsicht! Diese Angebote bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone, insbesondere, wenn in den Senderlisten Pay-TV-Sender wie Sky auftauchen. Hier macht sich der Anbieter strafbar. Aus diesem Grund werden bei denen auch nicht nach verfolgbare Zahlungsmethoden bevorzugt.

Hat man einmal einen verlässlichen Anbieter gefunden, steht dem Fernsehvergnügen nichts mehr im Wege. Wir werden demnächst ein HowTo dafür veröffentlichen.

Was sind die Nachteile?

Auch das Fernsehen über das Internet hat nicht nur Vorteile, sondern auch nicht zu vernachlässigende Nachteile. Zum einen sei erwähnt, dass das Ganze nur funktioniert, solange das Internet vorhanden ist. Gerade Nutzer von Internet über Kabel können ein Lied davon singen. Ist die Leitung tot, gibt es auch nichts zu sehen. Ein weiterer Nachteil wirkt sich eigentlich nur bei Sportübertragungen aus, wie ich zur Weltmeisterschaft schmerzlich feststellen musste. Das Signal über das Internet hängt immer einige Sekunden hinter dem Livebild hinterher. So kommt es vor, dass man den Nachbarn jubeln hört, obwohl auf dem heimischen TV noch gar kein Tor gefallen ist.

Wie ist eure Meinung zur DVB T2 Umstellung und dem fernsehen über das Internet? Schaut ihr überhaupt noch linerares Fernsehen, oder setzt ihr schon voll auf Streamingdienste wie Amazon oder Netflix?

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Andreas Voetz

Seit 1997 im Internet unterwegs, habe ich vor einigen Jahren meine Leidenschaft für das bloggen entdeckt. Als ich 2010 mein erstes Android-Handy in Händen hielt, war es um mich geschehen. Mein Thema war gefunden und man kann diverse Beiträge auf einigen Seiten, als auch meinem privaten Blog begutachten.

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