Hat das Motorola razr gegen das Samsung Galaxy Z Flip noch eine Chance?

Vor über einem Jahr hörten wir zum ersten Mal von den Motorola-Plänen das Motorola RAZR wiederauferstehen zu lassen. Gleiche Formfaktor aber mit einem durchgehenden und faltbaren Display. Nicht nur ich war angefixt und konnte das Android-Smartphone kaum erwarten. Doch das ist nach wie vor das Problem: Weder der deutsche Verkaufsstart noch der Preis sind bekannt. Angesichts des deutlich besser ausgestatteten Galaxy Z Flip stellt sich die Frage, ob das Motorola razr überhaupt noch einen Sinn macht.

Im November 2019 war es nach langer Wartezeit soweit, dass die Lenovo-Tochter in den USA offiziell das Motorola razr vorgestellt hat. Die Wiederauferstehung einer Ikone, wie es Motorola selber heroisch tituliert. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem faltbaren 6,2 Zoll großen immersiven Flex-Display (pOLED) im 21:9-Seitenverhältnis und einer Auflösung von 2.142 x 876 Pixel. Zusammengeklappt gibt es auf der Außenseite noch ein weiteres touch-sensitives Display. Dessen Diagonale beträgt 2,7 Zoll und bietet eine Auflösung von 800 x 600 Pixel und dient wie bei dem Samsung Galaxy Z Flip, hauptsächlich der Information über Uhrzeit, Datum und eingehende Benachrichtigungen.

Samsung Galaxy Z Flip

Motorola razr versus Samsung Galaxy Z Flip

Die beiden Smartphones scheinen sich also ziemlich ähnlich. Aber nur auf den ersten Blick. Der Preis? Ja – knapp 1.500 Euro werden sie wohl beide kosten. Doch während Motorola selbst schon ein Video veröffentlicht hat, wie vorsichtig man doch das Flex-Display behandeln soll, kann Samsung schon mit einem Ultra dünnen Glas-Schutz (UTG) über dem 6,7 Zoll großem Infinity Flex-O Display dienen.

Schauen wir doch einmal unter die Haube. Samsung bietet zwar nicht den neuesten Prozessor, doch mit einem Snapdragon 855 SoC (System on a Chip) steht man wohl deutlich potenter da, als mit einem Snapdragon 710, wie es das Motorola razr bietet. Auch beim Speicher sieht es nicht besser aus. Hier stehen 6 GB RAM mit 128 GB Speicher, 8 GB RAM und 256 GB 3.0 UFS-Speicher gegenüber.

Motorola razr

Auch das Scharnier machte bereits Sorgen

Ein weiterer wichtiger Punkt dürfte das Scharnier sein. Hier kann Samsung bereits auf die Erfahrungen des Galaxy Fold zurück greifen, wo man ja von den ersten Testern noch einmal ans Reißbrett geschickt wurde. Motorola musste sich hier ebenfalls schon eine Schelte von CNET abholen, die den Test via Foldbot von SquareTrade nach 27.200 Faltungen abbrechen mussten. Motorola selbst legt hier zwar ein Veto ein, aber so ganz ist die wohl schlechtere Verarbeitung dann wohl doch nicht. Das Urteil von iFixit – das alles andere als gut ausfiel – mal ganz abgesehen.

Was bleibt also unterm Strich beim direkten Vergleich? In meinen Augen gibt es tatsächlich kein Argument sich das Motorola razr zu kaufen. Das liegt nicht an dem Gerät an sich, sondern vielmehr das die Lenovo Tochter es versäumt hat das Klapp-Smartphone rechtzeitig auf den Markt zu bringen. Nun rennt man den Innovationen der anderen nur hinterher. Wenn das Unternehmen nicht ordentlich an der Preisschraube dreht – und ich rede hier von einem Preis der sich bei 700 Euro oder weniger einpendeln sollte – keine Chance für das razr. Echt schade – ich war heiß wie Frittenfett!

[Quelle: iFixit]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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