Huawei: Es wird kein Zurück zu Google geben!

In einem Interview in Österreich machte der Huawei Country Manager, Fred Wangfei eine folgenschwere Aussage: Das Unternehmen würde auch bei einer Verfügbarkeit der Google Mobile Services, diese nicht wieder für seine Android-Smartphones verwenden. Das chinesische Unternehmen habe sich entschlossen ausschließlich die Huawei Mobile Services in Zukunft zu nutzen. Ob er sich der Tragweite seiner Worte im Klaren ist?

Huawei befindet sich nun mittlerweile seit Mai 2019 auf einer US-Entity-Liste. Das verbietet dem 5G-Netzwerk-Ausstatter und Smartphone-Hersteller mit US-Unternehmen Handel zu betreiben. Zwar haben US-Unternehmen die Möglichkeit beim US-Handelsministerium eine Ausnahme-Genehmigung zu beantragen, doch im Fall Google wurde diese entweder abgelehnt oder noch nicht bearbeitet. Microsoft hingegen hat diese Genehmigung relativ zügig erhalten und darf so das Betriebssystem Windows 10 an Huawei verkaufen. Für die Note- und Ultrabooks toll – für die Smartphones weniger.

Das Huawei Mate 30 Pro ohne Google in Europa ein Flop

So bekommt das Huawei Mate 30 Pro als erstes Smartphone, welches direkt mit dem US-Embargo konfrontiert ist, keine Google Anwendungen wie den Play Store oder YouTube. Noch schlimmer ist aber das Ausbleiben der Dienste wie die Synchronisation der Kontakte, Termine und Gmails. In unserem ausführlichen Test konnten die Huawei Mobile Services (HMS) nicht überzeugen. Selbst das nachträgliche  – vermutlich illegale – installieren der Google Mobile Services (GMS) führte nicht zur einwandfreien Nutzung des Huawei Mate 30 Pro.

Tabula rasa bei Huawei

Nun macht der County Manager Fred Wangfei in einem Interview mit dem „Standard“ eine durchaus interessante Aussage zur langfristigen Strategie des Unternehmens. Seinen Aussagen zufolge wird das Unternehmen an den eigenen Mobile Services (aktuell Version 4.0) auch festhalten, selbst wenn das US-Embargo aufgehoben werde. Der Grund dafür ist recht simple: Die Vergangenheit hat gezeigt das die aktuelle Regierung unberechenbar ist. Nur weil US-Unternehmen wieder Geschäfte mit Huawei betreiben dürfen (was aktuell nicht der Fall ist), weiß niemand wann sich der US-Präsident Donald Trump wieder anders überlegt. Man will von den USA in Zukunft nicht abhängig sein.

Ein durchaus nachvollziehbarer Schritt. Ebenfalls spricht Wangfei die bis dato drei Milliarden US-Dollar Investition in die HMS an. Man will neben Android und Apple iOS ein drittes Ökosystem bieten. Unter aktuellen Bedingungen sehe ich da in Europa nur wenig Chancen. Im Heimatland scheint mit der entsprechenden Brise Patriotismus das Konzept zu funktionieren. Doch hierzulande haben sich die Google Dienste bereits zu tief integriert. Und wir wissen es alle von uns selber: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Habe ich nicht mal gehört, dass die Huawei Mobile Services auch gleichzeitig mit den Google Mobile Services funktionieren würden? Ich kann mir so einen radikalen Schnitt einfach nicht vorstellen. Und ihr? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

[Quelle: Der Standard]

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MaTT

Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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